Vergangene Woche sammelte das Landratsamt Augsburg Blutkonserven in einer Spendenaktion, denn gerade zu Ferienzeiten herrscht oft Knappheit. Für die Versorgung in der Wertachklinik sorgt mittlerweile die Uniklinik. Wie die Lage aktuell ist und was passiert, wenn die Blutkonserven im Landkreis doch knapp werden sollten.

Uniklinik Augsburg meldet hohen Bedarf an Blutgruppe null

„Mit einer Blutspende in Bobingen kann man ein Leben in Benediktbeuren retten, denn die Versorgung funktioniert bayernweit“, sagt der Pressesprecher des Bayerischen Roten Kreuzes Patric Nohe. Das Bayerische Rote Kreuz koordiniert die Blutkonserven in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kliniken. Obwohl es laut Nohe seit dem Ende der Corona-Pandemie keinen Notstand mehr in Bayern gab, kann sich die Lage innerhalb weniger Wochen verschärfen. Die Versorgung mit Blutkonserven läuft bei der Wertachklinik mittlerweile über die Uniklinik Augsburg. Aktuell berichtet diese, die Situation sei stabil, aber angespannt: „Insbesondere bei Erythrozytenkonzentraten der Blutgruppe null besteht weiterhin ein hoher Bedarf“, so die Uniklinik.

Ein Mangel entsteht oft im Laufe der Ferien, denn die Haltbarkeit der Blutkonserven ist mit 42 Tagen verhältnismäßig kurz und die Anzahl an Spendern schrumpft. „Hier erleben wir die Folgen des demografischen Wandels, es gibt allgemein einen kleineren Spenderkreis“, berichtet Patric Nohe. Grundsätzlich sei die Spendenbereitschaft in Bayern aber etwas höher als in anderen Teilen Deutschlands. Laut Wertachklinik habe die Versorgung über die Uniklinik zu keinen nennenswerten Veränderungen geführt.

Sinkende Blutspenden zum Ende der Ferien erwartet

Je weiter die Sommerferien voranschreiten, desto weniger Spenden gibt es in der Regel. Die Uniklinik Augsburg appelliert deshalb an alle Menschen, die für eine Blutspende infrage kommen, die Blutspendemöglichkeiten in Augsburg und der Region gerade während der Ferienzeit wahrzunehmen. Zuletzt hatte es Mitte Juli einen Engpass in der Uniklinik Augsburg gegeben, der mit einem internen Spendenaufruf von Mitarbeitenden behoben werden konnte.

Innerhalb von zwei Wochen seien 54 Blutspenden gewonnen worden, rund 70 Prozent davon entfielen auf die besonders benötigte Blutgruppe null. Sollte es zu einer größeren Knappheit bei der Uniklinik Augsburg kommen, geht zunächst eine Lieferanfrage bei Blutspendediensten wie dem Bayerischen Roten Kreuz heraus. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, Transfusionen zu priorisieren oder als letztes Mittel planbare Eingriffe zu verschieben.