
Hilfsgüterverladung des DRK. Foto: DRK
Humanitäre Helfer leben immer gefährlicher
Gladbeck – 20.08.2026 – Humanitäre Helferinnen und Helfer setzen sich weltweit für Menschen in Not ein. Doch ihre Arbeit wird immer gefährlicher. Angriffe, Entführungen und tödliche Gewalt nehmen zu.
Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August fordert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) deshalb mehr Schutz für Helfende. Gleichzeitig verlangt das DRK die konsequente Einhaltung des humanitären Völkerrechts.
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387 Helfende starben im Jahr 2024
Die Zahlen der Aid Worker Security Database zeigen die dramatische Entwicklung. Im Jahr 2024 starben weltweit 387 humanitäre Helferinnen und Helfer durch Gewalt. Das war der höchste Wert seit Beginn der Erfassung.
Auch 2025 blieb die Zahl hoch. Rund 350 Helfende verloren ihr Leben. Besonders gefährdet sind lokale Mitarbeitende und Freiwillige. Sie leisten einen großen Teil der Hilfe direkt vor Ort.
DRK: Helfende dürfen niemals zum Ziel werden
DRK-Generalsekretär Christian Reuter fordert einen besseren Schutz der Helfenden.
„Humanitäre Helferinnen und Helfer, die Verwundete versorgen, Lebensmittel verteilen oder Familien in größter Not beistehen, dürfen niemals zum Ziel werden.“
Das humanitäre Völkerrecht schützt humanitäres Personal. Daher fordert das DRK alle Konfliktparteien auf, diese Regeln einzuhalten. Auch Verstöße müssten aufgeklärt werden. Verantwortliche müssten zudem zur Rechenschaft gezogen werden.
Auch das Rote Kreuz ist betroffen
Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung erlebt die Gefahren selbst. Im Jahr 2025 starben mindestens 31 Mitarbeitende und Freiwillige bei ihrer humanitären Arbeit.
Im Jahr 2026 sind bereits 21 Todesfälle bekannt. Viele der Betroffenen trugen das Zeichen des Roten Kreuzes oder des Roten Halbmonds. Andere arbeiteten in gekennzeichneten Fahrzeugen oder Einrichtungen.
Diese Schutzzeichen müssen laut DRK jederzeit respektiert werden.
Ohne sicheren Zugang kommt Hilfe nicht an
Humanitäre Helfende gehen oft dorthin, wo die Not besonders groß ist. Dafür brauchen sie sichere Arbeitsbedingungen.
Angriffe auf Helfende gefährden deshalb nicht nur einzelne Menschen. Sie können ganze Bevölkerungsgruppen von lebenswichtiger Hilfe abschneiden.
Das DRK fordert deshalb einen sicheren und ungehinderten Zugang zu Menschen in Not. Gleichzeitig müsse der Schutz von Mitarbeitenden und Freiwilligen gewährleistet sein.
Lokale Strukturen sind besonders wichtig
Das DRK arbeitet gemeinsam mit seinen Schwestergesellschaften weltweit. Die Hilfe richtet sich allein nach dem Maß der Not.
Dabei spielen lokale Strukturen eine wichtige Rolle. Nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften sind oft schon vor einer Krise vor Ort.
Sie bleiben häufig auch dann bei der Bevölkerung, wenn andere internationale Organisationen ihre Arbeit wegen der Sicherheitslage einschränken müssen. Deshalb fordert das DRK, diese lokalen Strukturen langfristig zu stärken und zu schützen.
Humanitäre Hilfe steht unter finanziellem Druck
Neben der Sicherheitslage gibt es ein weiteres Problem. Die humanitäre Hilfe steht finanziell unter Druck.
Weltweit sind mindestens rund 240 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig sollen die deutschen Mittel für humanitäre Hilfe nach den aktuellen Haushaltsplanungen auch 2027 auf einem niedrigen Niveau bleiben.
Das DRK fordert deshalb eine verlässliche Finanzierung. Nur so können Hilfsorganisationen Menschen in Krisen dauerhaft unterstützen.
Welttag erinnert an getötete Helfende
Der Welttag der humanitären Hilfe findet jedes Jahr am 19. August statt. Er erinnert an das weltweite Engagement für Menschen in Not. Gleichzeitig gedenkt er der Helfenden, die bei ihrer Arbeit ihr Leben verloren haben.
Der Gedenktag geht auf den Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad zurück. Am 19. August 2003 starben dabei 22 Menschen.
Das DRK verbindet den Gedenktag mit einem klaren Appell: Wer Hilfe leistet, muss geschützt werden. Nur dann kann humanitäre Hilfe auch die Menschen erreichen, die sie dringend brauchen.