Elektromobilität
Stand: 20.08.2026 18:25 Uhr
In Leipzig können Elektroautos jetzt direkt am Gehweg Strom tanken. Die Stadtwerke Leipzig haben zwei Standorte eröffnet. Die Steckdosen sind dabei nicht an einer klassischen Ladesäule ngwebracht, sondern stecken direkt an der Bordsteinkante.

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Bordsteinlader platzsparender als Ladesäulen
„Wie Sie sehen, sehen Sie nicht viel. Und das ist genau der Vorteil“, sagt der Projektingenieur bei den Stadtwerken Leipzig, Benjamin Engelmann. Er ist verantwortlich für die Ladeinfrastruktur von Elektroautos. Die neue Technik soll vor allem dort eingesetzt werden, wo für herkömmliche Ladesäulen nicht genug Platz vorhanden ist. Gerade im Leipziger Zentrum können laut Engelmann schmale Gehwege und Vorgaben für den Straßenraum die Suche nach geeigneten Standorten erschweren.
Engelmann erklärt, dass mit den Ladebordsteinen Standorte erschlossen werden können, an denen eine herkömmliche Ladesäule nicht genehmigungsfähig wäre. Die Ladebordsteine seien „schlanker unterwegs als die konventionellen Ladesäulen“.
Technisch unterscheide sich die Installation aber nicht von den Säulen: Auch für die Ladebordsteine ist ein Stromanschluss nötig. Von einem separaten Anschlussschrank aus führen die Leitungen unterirdisch zu den Ladepunkten.

Projektleiter Benjamin Engelmann hat für die Leipziger Stadtwerke testen lassen, ob die Ladebuchsen robust genug sind.
Praktischer gegen Vandalismus
Der Sprecher der Stadtwerke, Peter Kruscht, sagte MDR SACHSEN, an diesen Ladebordsteinen könne kein Kabel abgeschnitten werden. Das sei beim Thema Vandalismus eine positive Botschaft. Außerdem sei es kostengünstiger, die Geräte nachzujustieren.

Wasserablauf und Heizung gegen Regen und Schnee
Weil die Ladebuchse direkt im Boden ist, stellt sich die Frage, wie die Technik mit schlechtem Wetter zurechtkommt. Laut Engelmann wurden die Ladebordsteine umfangreich getestet. Das Gehäuse sei so robust, dass es auch das Überfahren mit einem Auto aushalten soll.
Für Regenwasser gibt es einen integrierten Ablauf. Zusätzlich ist eine kleine Heizung eingebaut. Sie soll im Winter die Abdeckung der Ladebuchse von Schnee und Frost freihalten helfen.

Laut Engelmann sind die Ladebuchsen wind- und wetterfest.
Vier Ladepunkte zunächst im Test
Die neuen Ladebordsteine am Alten Amtshof in der Nähe des Cityrings und in der Querstraße sind ein Pilotprojekt für drei Jahre. Ob weitere Standorte hinzukommen, hängt laut Benjamin Engelmann auch vom Ergebnis des Tests ab. Die Stadtwerke wollen prüfen, ob und wie die Leipziger die neue Technik annehmen.
Der Ausbau der normalen Ladesäulen soll trotzdem weitergehen. Gleichzeitig wollen die Stadtwerke auch größere Ladeanlagen mit mehreren Stellplätzen in der Innenstadt entwickeln.
MDR (kk)