Eine belgische Universität hat den US-Forscher Nathan Cofnas suspendiert, der Plagiatsvorwürfe gegen den ehemaligen Cambridge-Professor Jason Arday erhoben hatte. Cofnas schrieb auf X: »Ich wurde gerade von der Universität Gent suspendiert. Sie werden mich mit ziemlicher Sicherheit feuern.«

Die Universität Gent teilte in einer Erklärung mit, sie habe eine »vorläufige disziplinarische Untersuchung« gegen einen Forscher eingeleitet, der in den Fall verwickelt ist. Die Universität habe ihn »als Vorsichtsmaßnahme« vom Dienst suspendiert. Den Namen Cofnas nannte sie dabei nicht.

Cofnas hatte die Universität Cambridge im Jahr 2024 wegen Rassismusvorwürfen verlassen müssen. Seine Vorwürfe gegen Arday wurden insbesondere von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen. Sie stilisierten Arday zum »Aushängeschild« für Programme in den
Bereichen Gleichstellung, Vielfalt und Inklusion (DEI). Solche DEI-Programme dienen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump und den Anhängern seiner Maga-Bewegung häufig als Begründung, gegen Bildungseinrichtungen und Unternehmen vorzugehen, die sie als politisch zu links betrachten.

Jüngster Schwarzer Professor in Cambridge

Im Fall Arday lautet der Vorwurf, Menschen würden nicht wegen ihrer fachlichen Eignung eingestellt, sondern allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer diskriminierten Minderheit. Dadurch würden etwa weiße Menschen benachteiligt. Kritiker sehen darin hingegen einen Vorwand, um Rassismus und andere Formen der Diskriminierung zu rechtfertigen.

Arday war 2023 mit nur 37 Jahren an die Eliteuniversität Cambridge
berufen worden – als jüngster Schwarzer Professor der Einrichtung überhaupt.
Seine Ernennung wurde als progressiver Meilenstein gefeiert. Ende Juli wurden
jedoch Plagiatsvorwürfe gegen Arday und Zweifel an seiner Lebensgeschichte
laut. Am 5. August trat er nach großer öffentlicher Kritik von seinem
Posten zurück. Neun Tage später wurde er tot
aufgefunden. 

Ardays Familie berichtete nach seinem Tod von einer »Mobbingkampagne«
gegen ihn. Der Kanzler der Cambridge Universität sprach von einer »rassistischen Hetzjagd« gegen den ehemaligen Professor.

Hier finden Sie Hilfe

Menschen, die Suizidgedanken haben, bekommen bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Hilfe – entweder unter www.telefonseelsorge.de oder unter den Telefonnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Anrufe bei der Telefonseelsorge sind anonym und kostenlos. Sie werden weder auf der Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis erfasst.

Weitere Hilfsangebote listet das Nationale Suizidpräventionsprogramm online auf.

Auch Angehörige von Menschen in psychischen Krisen können sich an die Telefonseelsorge wenden. Schriftliche und telefonische Beratung bietet zudem der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen an.