Stand: 21.08.2026 11:09 Uhr
Der Lüneburger SK Hansa trifft in der ersten Runde des DFB Pokals auf Bundesligist Werder Bremen. Auch wenn die Rollen klar verteilt sind: Verstecken will sich der LSK nicht und hat einen Trumpf in der Hinterhand.
Für den Lüneburger SK ist es das Highlight in der 125-jährigen Vereinsgeschichte. Am Samstag (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) tritt er in der erste Runde des DFB-Pokals gegen Bundesligist Werder Bremen an. Anstelle von rund 200 Zuschauern erwarten den Oberligisten jetzt knapp 30.000 Fans im ausverkauften Millerntor-Stadion vom FC St. Pauli. Ein eigenes Stadion hat der LSK nämlich gar nicht.
Lüneburger SK geht selbstbewusst in Partie gegen Bremen
Aus sportlicher Sicht gilt der LSK als klarer Außenseiter, immerhin trennen die Mannschaften fünf Ligen. Trainer Tarek Gibbah, der hauptberuflich der Polizeisprecher der Polizeiinspektion Heidekreis ist, geht die Partie aber nicht ohne Ambitionen an. „Also ich habe keine Lust, dass wir aus dem Stadion geschossen werden. Ich glaube, es kann in alle Richtungen gehen. Außer ein klarer Sieg für uns, darauf würde ich nicht setzen“, sagt Gibbah. „Ich glaube, je länger es 0:0 steht, desto nervöser wird dann vielleicht auch Werder.“
LSK-Keeper Exner: Ein Elfmeterkiller
Sollte der LSK die Partie über 120 Minuten offenhalten und die Entscheidung im Elfmeterschießen erzwingen können, dürften die Chancen steigen – denn dann hat der LSK mit Arne Exner einen Elfmeterkiller in der Hinterhand. Der Schlussmann hat im Finale des Niedersachsenpokals gegen Bersenbrück drei Elfer gehalten und wurde somit zum Matchwinner. „Ich bin eher der, der sich nicht unbedingt in den Vordergrund stellt. Ich bin froh, dass ich meinen Anteil leisten konnte und es dann am Ende geklappt hat“, sagt der 30-Jährige. Trotz aller Bescheidenheit ist eine solche Quote im Elfmeterschießen alles andere als durchschnittlich. Sein Rezept? „Ich glaube, es ist viel Erfahrung. Wir sind viele Videoanalyse von mir durchgegangen, um zu schauen, was man verbessern kann. Man muss bei sich selbst bleiben, sich selbst vertrauen und das ist dann auch der Schlüssel zum Ziel.“
DFB-Pokal hat auch wirtschaftlichen Reiz
Für Lüneburg hat die Partie aber nicht nur einen sportliche Reiz, sondern ist auch aus wirtschaftlicher Perspektive nicht unwichtig. Unter anderem auch deshalb, weil ab 2028 das erste eigene Stadion gebaut werden soll. „Selbstverständlich ist das Wirtschaftliche auch ein großer Faktor, aber ich glaube, dass wir die sportliche Herausforderung noch höher hängen. Dass wir jetzt am Millerntor spielen und da etwas hängen bleibt, ist für uns als Amateurverein aber natürlich super“, sagt LSK-Vorstand Raphael Marquardt. Anpfiff der Partie ist am Samstag (22. August) um 15.30 Uhr. Der Lüneburger SK wird von knapp 9.000 Fans begleitet.

Das Lüneburger Kontingent von 9.000 Tickets war binnen 45 Minuten ausverkauft. Das DFB-Pokalspiel findet 22. August in Hamburg statt.

Amateurfußball
Für die Amateur-Clubs winken Duelle mit Meister Bayern München, Borussia Dortmund oder dem VfB Stuttgart. Der NDR zeigt die Landespokalfinals im Livestream.

Außenseiter hofft auf Sensation
Die Amateurkicker holten im Landespokal-Finale einen 0:3-Rückstand auf. Am Samstag soll Bremen im DFB-Pokal die Mentalität des LSK zu spüren bekommen.