Seit 2003 wählen Experten und Expertinnen einen Schmetterling des Jahres, um auf die Gefährdung und Bedeutung der Schmetterlinge hinzuweisen. In diesem Jahr wurde der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gewählt, der durch intensive Wiesennutzung sowie aufgrund seines besonderen und komplexen Lebenszyklus gefährdet ist. Der Schmetterling findet ein fast einzigartiges Umfeld in den Schmutterwiesen des Naturparks Augsburg Westliche Wälder.

Gebietsbetreuung setzt sich für Wiesenknopf-Ameisenbläuling ein

Bereits seit vielen Jahren setzt sich die Gebietsbetreuung des Naturparks für den Erhalt der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ein. Auch die noch seltenere Schwesterart, der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ist dabei im Fokus. „Wir suchen nach Vorkommen des Falters und treten mit Landwirten und Landwirtinnen in Kontakt. Eine Möglichkeit, den Lebensraum der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge zu erhalten, ist eine Nutzungspause von Anfang Juni bis Ende August.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf Großem Wiesenknopf bei der Eiablage.

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Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf Großem Wiesenknopf bei der Eiablage.
Foto: Carolin Rolle

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Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf Großem Wiesenknopf bei der Eiablage.
Foto: Carolin Rolle

Eine weitere Möglichkeit ist das Belassen von ein bis zwei Meter großen Saumstreifen, die die Wiesennutzung und den Schutz der Bläulinge ermöglichen“, erläutert Eva Liebig, Gebietsbetreuerin im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder.

Schmetterling imitiert Duft der Ameisen zur Tarnung

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist stark auf die Pflanze Großer Wiesenknopf und die Ameisenart Rote Knotenameise spezialisiert. Von Anfang Juli bis Mitte August nutzt der Wiesenknopf-Ameisenbläuling den Großen Wiesenknopf als Nahrungspflanze, zur Paarung und schließlich zur Eiablage.

Ab Ende Juli schlüpft die Jungraupe und bohrt sich in den Blütenstand ein, bis sie sich satt gefressen zu Boden fallen lässt. Dort wird sie von der Wirtsameise ins Ameisennest getragen, wo sie sich von den Ameisenlarven ernährt und als Puppe überwintert. Dies gelingt durch die Fähigkeit, den Duft der Wirtsameise nachzuahmen. Sobald der Schmetterling aus der Puppe schlüpft, fällt die Tarnmaske und der Schmetterling muss schnell aus dem Ameisennest fliehen. (AZ)