Im vergangenen Jahr hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) das Radhauptnetz in allen zehn Düsseldorfer Stadtbezirken getestet. So auch im Stadtbezirk 7 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath, Knittkuhl). Die Ergebnisse waren ernüchternd. An vielen Stellen ist es für Radfahrer schwierig und gefährlich, zu fahren. Insgesamt 18 Mängelpunkte wurden entlang der Hauptachsen für Radfahrer erfasst. Kritisiert wurde beispielsweise, dass an der Bergischen Landstraße keine Abbiegespur in Höhe der Blanckertzstraße existiert und gar kein Radweg an der Ludenbergstraße zwischen Staufenplatz und Auf der Haardt vorhanden ist.
Die Bezirksvertretung 7 hat deshalb im März die Verwaltung gebeten, die Mängelpunkte „zu prüfen, zu priorisieren in der Mängelabstellung und die Umsetzung nach kurzfristig, mittelfristig und langfristig darzustellen.“
Die Ergebnisse hierzu hat die Verwaltung der Bezirksvertretung in ihrer jüngsten Sitzung vorgestellt. Sie teilt mit, dass die vom ADFC identifizierten Mängel „sich in weiten Teilen mit bereits bekannten Defiziten des Radhauptnetzes sowie mit Hinweisen aus Politik und Bürgerschaft und den fachlichen Erkenntnissen der Verwaltung“ decken. Wie gewünscht, hat die Verwaltung geprüft, welche Problemstellen kurzfristig beseitigt werden können. Maßgeblich für die Einstufung sind die jeweiligen Rahmenbedingungen – insbesondere Flächenverfügbarkeit, Verkehrsführung, rechtliche Vorgaben sowie personelle und finanzielle Ressourcen. „Eine unmittelbare und vollständige Übernahme aller Vorschläge ist daher nicht in allen Fällen möglich“, teilt die Verwaltung mit.
Kurzfristig umsetzbar seien aber kleinere Anpassungen. Das betrifft beispielsweise das Drängelgitter am Zamenhofweg an der Einfahrt zum Siedlerweg, das der ADFC entfernt haben will. Oder die Märkische Straße bis Pilgerweg, hier wünscht sich der ADFC die Umwandlung in eine Fahrradstraße. „Mittelfristig werden Abschnitte mit Mindestbreitenunterschreitungen oder straßenraumbedingten Einschränkungen im Rahmen künftiger Planungen angegangen“, kündigt die Verwaltung an. Das könnte beispielsweise die Morper Straße von der Heyestraße bis zur Brücke betreffen, wo der Radstreifen schmal und ungeschützt ist.
„Langfristig eingestuft sind Maßnahmen mit erheblichem Planungsaufwand oder Abhängigkeit von übergeordneten Entscheidungen – darunter insbesondere Bereiche, welche im Zusammenhang mit dem Glasmacherviertel stehen“, erläutert die Verwaltung. Sie will die Bezirksvertretung 7 an den Projekten beteiligen, sobald ein hinreichend konkreter Planungs- oder Umsetzungsstand erreicht wird.