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Tasja Hauk studiert an der LMU Biologie – außerdem ist sie Sängerin, Schauspielerin und produziert eigene Filme | © Angela M. Schlabitz

Wenn Tasja Hauk über die Filmfestspiele in Cannes spricht, dann hört sich das an wie Hochleistungssport. Sogar die Schrittanzahl kennt die LMU-Studentin mittlerweile auswendig: 20.000 bis 30.000. Täglich. Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker, um 7:00 Uhr startet der Verkauf für die Kinotickets, um 8:00 Uhr das erste Panel, dann ein Meeting nach dem anderen. Abends geht´s kurz zurück ins Hotel, High Heels an, Müdigkeit aus: Red Carpet, Social Media, Partys, Networking, um drei Uhr nachts ins Bett fallen, zehn Tage lang, immer wieder. “Du musst in dieser Industrie 200 Prozent geben”, sagt Hauk dazu.

Die 32-Jährige ist neben ihrem Biologie-Studium als Schauspielerin, Sängerin und Produzentin in München tätig. Dieses Jahr hat sie ihren ersten Animations-Kurzfilm “Breath of Life” mit ihrer Produktionsfirma Wintersgate Entertainment fertiggestellt und dafür nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch die Musik komponiert, Regie geführt und im Schnitt gearbeitet. Gerade arbeitet sie an ihrem ersten Feature-Film: Eine Buchverfilmung über einen syrischen Flüchtling, der sich wünscht in Deutschland für seine Musik bekannt zu werden – und nicht für seine Fluchtgeschichte. Nebenbei hat Hauk noch einen Werkstudentenjob, schreibt an ihrer Bachelorarbeit und kümmert sich mit ihrem Mann um zwei Hunde. “Wir sind teilweise schon am Rand des Wahnsinns hier”, sagt sie. “Aber ich bin kein Mensch, der aufgibt.” Die LMU-Studentin will es in der der Film- und Entertainment-Branche schaffen, egal wie viel Arbeit das bedeutet und egal, wie schwer dieser Weg ist. Schließlich geht es hier um ihren Kindheitstraum.

Mit fünf Jahren schreibt Hauk in ein Freundschaftsbuch, dass sie Schauspielerin werden will, mit sieben liest sie zum ersten Mal Shakespeare, mit zehn fängt sie an im Chor der bayerischen Staatsoper zu singen. Dann mit 25 arbeitet sie an ersten Filmproduktionen mit, bei “Sturm der Liebe” und “Aktenzeichen XY”. Später auch bei “Girl You Know It´s True”, dem Film von Simon Verhoeven über das Pop-Duo Milli Vanilli, hat Hauk einen kurzen Auftritt. “Ich habe gemerkt, dass ich die Arbeit einfach liebe.” Also schreibt sie nachts an Pitch-Decks, macht sich tagsüber Gedanken um forensische Anthropologie und bewirbt sich nebenbei um Akkreditierungen bei den Filmfestspielen in Cannes oder der Berlinale.

Vieles, was ich an der LMU gelernt habe, kommt auch in meiner Kunst wieder vor.”

Tasja Hauk, studiert Biologie an der LMU

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