
AUDIO: Theater im September 2026: Die Highlights in Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen (7 Min)
Empfehlung
Stand: 21.08.2026 16:41 Uhr
Auch im September 2026 können Sie in Sachsen wunderbares Theater erleben – überraschend, tiefsinnig und bildstark: In Dresden wird Oper im Miniaturformat gespielt und ein Krimiklassiker mit Puppen nachgestellt. In Leipzig wird mit Popkultur durch Erinnerungen gesurft. In Chemnitz, Zwickau und Dresden steht das Solo „Prima Facie“ über Gewalt gegen Frauen auf dem Spielplan. Unsere handverlesenen Tipps für unvergessliche Theatererlebnisse – inklusive Adressen und Terminen.
Schauspiel in Dresden, Chemnitz und Plauen: dreimal „Prima Facie“
Die Realität ist erschreckend. Die nackten Zahlen spiegeln es wider: Ungefähr jede dritte Frau in Deutschland hat schon einmal sexuelle Gewalt oder Übergriffigkeit erlebt. Neun von zehn von ihnen zeigen das nicht an – vermutlich, weil sie gar nicht erwarten, vor Gericht bestehen zu können. Immerhin reden wir inzwischen mehr über diese Schieflage. Das erklärt den Erfolg von Suzie Millers Text „Prima Facie“ – sowohl in den Buchhandlungen, als auch auf den deutschen Bühnen.

Die Chemnitzer Schauspielerin Cordula Hanns spielt überzeugend die toughe Anwältin.
Darin erzählt die Strafverteidigerin Tessa Ensler, wie ihre Gewissheiten in sich zusammengefallen sind. Als Anwältin hat sie sich auf Sexualdelikte spezialisiert und verteidigt dementsprechend vor allem Männer. Sie ist überzeugt vom Unschuldsgebot, sie liebt es, Aussagen und Beweise vor Gericht auseinanderzupflücken und dass sie vor allem wegen ihres Geschlechts engagiert wird, will sie hören. Doch dann dreht sich die Affäre und sie wird selbst zum Opfer einer Vergewaltigung. Dieses Erlebnis ändert Tessas Blick auf die Realität in den Gerichten.

Die Inszenierung von Dirk Löschner wird im September im Gerichtssaal gespielt.
In den Theatern kommt diese Geschichte oft als Solo-Abend auf die Bühnen. Die Schauspielerinnen nehmen alleine die ganze Bühne ein, bieten die ganze Wucht der Schauspielkunst, um die Protagonisten lebendig werden zu lassen, das Publikum in ihre Geschichte hineinzuziehen und zur Auseinandersetzung mit dem Thema zu bewegen. In Zwickau ist die Bühne allerdings nicht im Theater, sondern im Gerichtssaal.

Henriette Hölzl überzeugt mit körperlicher Glanzleistung.
Hier stellt Kristin Heil im Alleingang eine Verhandlung nach, „springt zwischen Richterinnen, Angeklagten sowie Kolleginnen und Kollegen gekonnt hin und her, was dem Abend eine stand-up-artige Dynamik gibt“, schreibt Maurice Querner in der „Freien Presse“. Ihre Chemnitzer Kollegin Cordula Hanns wirkt noch abgeklärter, überzeugt laut Querner als toughe Anwältin. In Dresden wird das Stück zur Sternstunde für Schauspielerin Henriette Hölzl: Laut Kritikerin Beate Baum in den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ sei ihre Interpretation mehr als ein Monolog, ihr Spiel „extrem körperlich“. Egal, wo, ein Besuch lohnt sich.
Weitere Informationen
„Prima Facie“ von Suzie Miller
Dauer: ca. 100 Minuten, keine Pause
Adresse:
Spinnbau
Altchemnitzer Straße 27
09120 Chemnitz
Termine:
17. September, 20 Uhr
Adresse:
Kleines Haus
Glacisstraße 28
01099 Dresden
Termine:
18. September, 19:30 Uhr
Adresse:
Landgericht Zwickau
Platz der Deutschen Einheit 1
08056 Zwickau
Termine:
28. bis 30. September, jeweils 18 Uhr
Figurentheater in Bautzen: „Mord im Orientexpress“ nach Agatha Christie
Mit Handleuchten und Megafon setzt sich der Zug auf der Bühne in Bewegung. Der Orientexpress ist unter Krimi-Fans legendär: Der belgische Detektiv Hercule Poirot ist an Bord, als der Luxuszug im Schnee stecken bleibt. So bekommt er mit, wie einer der Gäste erstochen wird, und übernimmt die Ermittlungen. Zwölf Stiche, zwölf Gäste, die zwar alle ein Alibi haben und gleichzeitig alle verdächtig wirken. Die Auflösung ist vielen wohlbekannt, denn der Roman von Agatha Christie ist Kultur und wurde bereits mehrfach verfilmt. Auch die Figurentheateradaption versucht gar nicht erst, mit Spannung zu punkten, mit einem Mysterium, das Schicht für Schicht enträtselt wird.

Das Theater Kokon aus Weimar ist zu Gast in Bautzen.
Erzählt wird die Geschichte im Rückblick in der Polizeischule, wobei die Inszenierung dem Slapstick nahekommt und mit Humor überzeugt: Die Fallakte wurde verlegt, mit Polylux werden beliebige Verbrecherfotos als Platzhalter vorgestellt und zu Flachfiguren verwandelt. „Das Wie muss über das Wer und Was triumphieren“, resümiert der Kritiker Michael Helbing in der „Thüringer Allgemeinen Zeitung“. „Die Antwort auf dieses Wie lautet: detailreich und aufwendig, mit vielen Mitteln, auf mehreren Ebenen.“ Die Inszenierung nutzt unterschiedliche Formen wie Schauspiel, Schattentheater und kleine Figuren – eine einfallsreiche Annäherung an den Krimiklassiker. Im September ist das Stück im Rahmen der Reihe „Puppen, Wein und Kerzenschein“ zu Gast in Bautzen.
Weitere Informationen
„Mord im Orientexpress“ nach Agatha Christie
Adresse:
Burgtheater
Ortenburg 7
02625 Bautzen
Dauer: 90 Minuten, keine Pause
Termine:
12. September, 19:30 Uhr
Tanztheater in Chemnitz: Festival „Tanz|Moderne|Tanz“
Chemnitz ist eine Tanzstadt. Dafür steht seit Jahren das Festival „Tanz|Moderne|Tanz“ und ab diesem Jahr auch das Choreografische Zentrum, wo das Festival organisiert werden soll, das aber auch professionelle Tanzende aller Stilrichtungen sowie Laien zusammenbringen soll – Kunst als Ausdruck der Demokratie. Das spiegelt sich im diesjährigen Festival-Programm wider: Zu Gast ist vertikaler Tanz als Mischung zwischen Ballett und Akrobatik. Ein anderes Ensemble bleibt hingegen ganz am Boden, kriecht und klettert übereinander. Die Company Chameleon macht die Straße zum Tanzboden und aus den vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten ein Spiel. Diese Verbindung zur Straße taucht mehrfach im Programm auf, wenn es um die Beziehung von Tanz und afrikanischer Diaspora geht, um Power Moves im Dance Battle oder nicht zuletzt im Hip-Hop-Wettbewerb. Vor allem aber stehen zahlreiche Workshops auf dem Plan, die alle Leute zum Tanzen einladen wollen. Außerdem wird der Versuch gestartet, die weltgrößte Ballettklasse abzuhalten.
Weitere Informationen
Das Festival „Tanz|Moderne|Tanz“ findet vom 16. bis zum 20. September an verschiedenen Orten in Chemnitz statt.
Mehr Informationen zum Programm finden Sie auf der Webseite des Festivals.
Figurentheater in Dresden: „Der Freischütz“ im Kleinformat
„Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber gehört zu den wichtigsten Stücken des deutschsprachigen Musiktheaters und ist eng mit der Region rund um Dresden und der Sächsischen Schweiz verbunden. Immerhin war der Komponist – der dieses Jahr 200 Jahre alt geworden wäre – während der Arbeit am Werk in Dresden angestellt und das Elbsandsteingebirge wurde zu einer wichtigen Inspiration. Deswegen steht die Oper regelmäßig im Sommer auf dem Spielplan der Felsenbühne Rathen, deren Felsen die perfekte Kulisse bieten. Wegen Sturmschäden musste die Vorstellung im August ausfallen, doch dafür gibt es nun einen Ausgleich.
Im Dresdner Carl-Maria-von-Weber-Museum wird das Stück als Tischtheater gespielt – eine Form, die im Bürgertum des 19. Jahrhunderts beliebt war, um großes Theater in die noblen Wohnzimmer zu holen. In den Räumen, in denen Weber sein bekanntestes Stück komponierte, lassen drei junge Spielende mit vollem Einsatz in einem opulenten Minitheater die Geschichte lebendig werden.
Weitere Informationen
„Freischütz – Tischtheater“
Ein Spiel nach der romantischen Oper von Carl Maria von Weber
Adresse:
Carl-Maria-von-Weber-Museum
Dresdner Straße 44
01326 Dresden
Dauer: 80 Minuten, keine Pause
Termine:
13. September, 15 Uhr
Musiktheater in Dresden: „Der Florentiner Hut“ in der Semper Zwei
Diese Oper sei ein guter Einstieg in das Musiktheater für Menschen, die sonst nicht viel Musiktheater sehen, meint der Kritiker Wolfram Quellmalz in den „Dresdner Neuesten Nachrichten„. Dabei wirkt die Handlung von „Der Florentiner Hut“ doch etwas aus der Zeit gefallen: Ein Pärchen sitzt im Gebüsch bei einem Anwesen, wo gerade eine Hochzeit vorbereitet wird. Dann frisst ein Pferd ihren Hut, was ein großes Drama bedeutet, denn jetzt könnte ihr Mann mitbekommen, dass sie ihm fremdgeht. Also versucht der Bräutigam, einen neuen Strohhut aufzutreiben, was für Verzögerungen bei der Heirat und einige Verdächtigungen sorgt.

In dieser kurzweiligen Oper dreht sich alles um diesen Hut.
Die Oper von Komponist Nino Rota überzeugt mit Situationskomik und Wortwitz, aber auch mit musikalischer Brillanz und Vielfalt sowie viel Tempo. Auch die Inszenierung an der Dresdner Semperoper überzeugt mit viel Handwerk: Die Ausstattung ist in Schwarz und Weiß gehalten, alles ist mit Hutschachteln vollgestellt, die immer neue Räume bilden. Die Ensemble-Mitglieder können glänzen mit Charakterdarstellungen und musikalischer Energie. „Alles in allem also ein vergnügliches, nicht unbedingt tiefsinniges, aber sehr unterhaltsames und kurzweiliges Opernereignis“, urteilt MDR KLASSIK-Opernkritiker Michael Ernst.
Weitere Informationen
„Der Florentiner Hut“
Oper von Nino Rota
Adresse:
Semperoper
Theaterplatz 2
01067 Dresden
Dauer: 135 Minuten, eine Pause
Termine:
3. September, 19 Uhr
Tanzperformance in Leipzig: „Tune Back (Time)“ im Lofft
Wie aus dem Nichts tauchen im Kopf Fetzen eines Klangs oder einer Melodie auf. Sie ist verbunden mit einem seltsamen, oft melancholischen Gefühl. Manchmal dauert es eine Weile, bis die Erinnerung klar wird, die mit diesem einen Song verbunden ist. Die sächsische Performance-Crew Go Plastic Company hat sich mit solchen Erlebnissen beschäftigt und will zeigen, wie Popkultur sich in persönliche Erinnerungen einschreibt. Das Stück „Tune Back (Time)“ soll wie eine Landschaft sein, eine Aneinanderreihung von Sounds und Bildern. Dabei will sich die Gruppe nicht einfach in der Vergangenheit verlieren, sondern beweisen, wie Erinnerungen auch die Zukunft bestimmen können.

Das Lofft ist ein wichtiger Ort in Leipzig für Performance- und Tanz-Theater.
Weitere Informationen
„Tune Back (Time)“ von und mit Go Plastic Company
Adresse:
Lofft
Spinnereistraße 7, Halle 7
04179 Leipzig
Dauer: 60 Minuten, eine Pause
Termine:
4. September, 20 Uhr
5. September, 20 Uhr
6. September, 18 Uhr
Hinweis:
Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn bietet das Lofft und die Company ein gemeinsames Warm-Up an.
FÜR KURZENTSCHLOSSENE:
Schauspiel in Dresden: „Die Sirenen des Odysseus“ im Bärenzwinger
Das Kino dieser Tage zeigt es: Homers „Odyssee“ ist bis heute ein Stoff, an dem sich große Geschichtenerzähler und -erzählerinnen messen können. Doch was wäre eigentlich gewesen, wenn Shakespeare, der vielleicht wichtigste englische Theaterdichter, sich von der sagenhaften Reise des Königs von Ithaka hätte inspirieren lassen? Diese Frage beantwortet in diesem Jahr das Sommertheater im Dresdner Bärenzwinger. Einmal mehr nimmt sich der Theatermacher Peter Förster ein Stück Weltliteratur und setzt es im Stile des Theaters der Shakespeare-Zeit um – bei dem Sprache und Schauspiel opulente Ausstattung ersetzen.
Dieses Jahr erzählt er eine Episode aus dem berühmten Epos von Homer: Auf seiner absurd langen Reise vom zerstörten Troja ins heimatliche Ithaka kommt Odysseus auch durch das Gebiet der Sirenen – Meereswesen, die Reisende mit ihrem Gesang betören und in den Abgrund locken. Seiner Crew rät der Kriegsheld, sich die Ohren zu verstopfen. Doch selbst lässt er sich an den Mast binden, um dem sagenhaften Gesang zu lauschen. Ab da nimmt das Unheil seinen Lauf. Und im Stück geht es dann um die griechischen Götter, die Wahrheit und den Wert der Familie.
Weitere Informationen
„Die Sirenen des Odysseus – Ein Shakespeare auf hoher See“
Adresse:
Bärenzwinger
Brühlscher Garten 1
01067 Dresden
Dauer: 130 Minuten, eine Pause
Termine:
Bis zum 13. September, immer dienstags bis sonntags (außer am 21. August), jeweils 20 Uhr
Figurentheater in Leipzig: „Farm der Tiere“ im Westflügel
Ja, alle Tiere sind gleich. Aber manche Tiere, die sind gleicher. Dieser Gedanke, der in keiner Sprache existieren kann, hat die Erzählung „Die Farm der Tiere“ von George Orwell zum Klassiker gemacht. Mit Mitteln der klassischen Tierfabel hat der britische Schriftsteller die Geschichte der russischen Revolution, der Sünden des Kommunismus und des Stalin-Terrors beleuchtet. Auf einem Bauernhof verstehen die Tiere nicht mehr, warum die Menschen denn die Macht haben sollten. Also begehren sie auf und stürzen die Herrschaft der Menschen unter Führung der Schweine, allen voran Napoleon. So beginnt das freie Leben der Tiere, selbstbestimmt und selbstverwaltet. Doch dann gibt es immer mehr Regeln, bis die Schweine plötzlich mit den Menschen zusammensitzen und sich seltsam ähneln.

Die Inszenierung am Leipziger Figurentheaterzentrum lebt auch von viel Musik.
Am Westflügel, dem Leipziger Zentrum für Figurentheater, kommt der Klassiker überraschend opulent auf die Bühne. Das Duo Wilde und Vogel hat befreundete Theaterschaffende versammelt und nutzt zahlreiche Darstellungsformen und Techniken, um die Fabel zum Leben zu erwecken. Dabei setzt die Inszenierung nicht einfach auf überwältigende Bilder, sondern zeigt, wie sie sich dem Stoff nähern, und wie sie langsam selbst zu Tieren werden. Es sei „eine beeindruckende kollektive Viecherei“, berichtet der Kritiker Steffen Georgi in der „Leipziger Volkszeitung„. Die Inszenierung werde „kongenial musikalisch“ begleitet und überzeuge mit „künstlerischer Konsequenz“.
Weitere Informationen
„Farm der Tiere“ nach George Orwell
Adresse:
Westflügel Leipzig
Hähnelstraße 27
04177 Leipzig
Dauer: 180 Minuten, eine Pause
Termine:
27. bis 29. August, jeweils 20 Uhr
30. August, 18 Uhr
Musical in Dresden: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ vor Schloss Übigau
Es ist vielleicht eines der berühmtesten Bilder, die in Deutschland entstanden sind: Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Ein Mann steht auf den zerklüfteten Felsen des Elbsandsteingebirges, den Blick vom Maler und dem Publikum abgewandt, und blickt über die Nebel, die tief über den Felsen hängen. Was er denkt, können die Betrachtenden nur erraten und ihre eigenen Gedanken über die ungewisse Zukunft hineinlegen. Das Jubiläum des 250. Geburtstages des Künstlers vor zwei Jahren hat dem Gemälde noch einmal mehr zu Popularität verholfen. So wurde es auch zur Grundlage für ein neues Musical in Dresden mit Musik der Band Silbermond, die ja wie das Bild ihre Wurzeln in der Region haben.

Bei einem Unfall beim Schlittschuhlaufen hat der junge Caspar seinen Bruder verloren.
Das Stück von Intendant Christian Kühn hat durchaus Anspruch, denn es wird nicht nur der Lebensweg des Malers erzählt, inklusive traumatischer Kindheitserlebnisse, sondern auch eine Geschichte der Gegenwart, etwa von einem Aktivisten, der Friedrichs berühmtestes Gemälde im Museum durch eine Kopie ersetzt. Jede dieser Figuren hat auch ein Gesangssolo mit einer Nummer von dem Silbermond-Album „Leichtes Gepäck“ und alle können stimmlich überzeugen, schreibt der Kritiker Christian Ruf in den „Dresdner Neuesten Nachrichten„. Er ist ganz angetan von dem Blick der Regie für Details und davon, dass es nicht nur leichte Sommerkost sei, „aber der Spaß kommt nicht zu kurz“.
Weitere Informationen
„Der Wanderer über dem Nebelmeer“
Musical von Christian Kühn
Adresse:
Elbschloss Übigau
Rethelstraße 47
01139 Dresden
Dauer: 150 Minuten, eine Pause
Termine:
Im August immer donnerstags bis dienstags, jeweils 19:30 Uhr
Schauspiel in Leipzig: „Der Raub der Sabinerinnen“ vom Frauenzimmertheater
Das war nicht in Ordnung: Kurz nach der Gründung der Stadt Rom, so geht die Sage, hatte der Gründer Romulus Sorgen, dass dem jungen Ort die Frauen ausgehen. Also suchte er den Austausch mit den Gemeinden im Umland. Doch alle sagten ihm ab, sie wollten ihre Frauen selbst behalten und Rom nicht helfen. Kurzerhand entschieden sich die Römer, die Sabiner zu überfallen und deren Frauen zu entführen. Es sollen wohl mehr als 30 gewesen sein. Es kam in der Folge zum Krieg und später zur Vereinigung der beiden Stämme. Diese fragwürdige Geschichte war in der Kunst immer wieder eine wichtige Inspiration.
Auch die Brüder Franz und Paul von Schönthan haben den Mythos für ein Stück genutzt. In ihrem Schwank geht es jedoch nicht um die Sage selbst, sondern um einen Mann, der die Geschichte für ein eigenes Stück genutzt hat. Der Direktor des Vergnügungstheaters will es aufführen, doch dem Mann, dem Gymnasialprofessor, ist sein Stück etwas peinlich. Vor allem will er nicht, dass seine Frau davon erfährt – dass das nicht gelingt, ist ja fast schon klar. Das Leipziger Frauenzimmertheater hat das Stück für sein Sommertheater in Wagners Hof gewählt. Dabei betonen sie, dass der Schwank vor allem unterhalten soll, hinter dem Witz aber menschliche Eigenheiten verdeutlicht werden.
Weitere Informationen
„Der Raub der Sabinerinnen“
Schwank von Franz und Paul von Schönthan
Adresse:
Wagners Hof
Richard-Wagner-Platz 1
04109 Leipzig
Termine:
26. und 27. August, jeweils 20:30 Uhr
Musiktheater in Chemnitz: „Don Giovanni“ von Mozart
Die Oper „Don Giovanni“ von Lorenzo da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart gilt als eins der besten Werke des Kanons: eine spannende Geschichte, die ideal in Text und Musik erzählt wird. Der Lebenszweck von Don Giovanni liegt darin, möglichst viele Frauen rumzukriegen, seien es edle oder einfache Damen. Dass er dafür auch bereit ist, über Leichen zu gehen, hatte er gerade erst bewiesen. Die Verantwortung will er dafür nicht übernehmen und ihn zur Rechenschaft zu ziehen, fällt schwer, bis das Opfer selbst es übernimmt.
Auch der ausgezeichnete Regisseur Dennis Krauß verlässt sich ganz auf die Musik und die Geschichte. Das Ensemble ist mit anspielungsreich farbigen Kostümen gekleidet. Die Bühne ist schlicht gehalten: Rot ist die bestimmende Farbe, die Handlung wird auf Treppen erzählt. MDR KULTUR-Kritiker Michael Ernst ist vom Konzept überzeugt und auch von den sängerischen Leistungen des Ensembles.

Weitere Informationen
„Don Giovanni“ von W.A. Mozart
Adresse:
Opernhaus
Theaterplatz 2
09111 Chemnitz
Dauer: 165 Minuten, eine Pause
Termine:
23. August, 18 Uhr
