Das Gartenamt bietet bei der Pflanzentauschbörse am Samstag, 26. September, 12 bis 15 Uhr, im VHS-Biogarten im Südpark erstmals seltene heimische Wildpflanzen aus eigener Anzucht an. Insgesamt stehen rund 250 Pflanzen fünf gefährdeter Arten zum Verkauf. Ziel der Aktion ist es, bedrohte heimische Pflanzenarten dauerhaft in privaten Gärten und auf Balkonen zu etablieren und so einen Beitrag zu ihrem Erhalt im Stadtgebiet zu leisten, teilte die Stadt jetzt mit.

Die Pflanzen wurden auf dem Betriebshof des Gartenamtes herangezogen. Angeboten werden der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), der Langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia), der Breitblättrige Thymian (Thymus pulegioides), die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) sowie das Kleine Mädesüß (Filipendula vulgaris). Die mehrjährigen Stauden sind an heimische Standorte angepasst und bieten mit ihren blauen, rosa oder weißen Blüten eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten.

Grundlage für die Auswahl der Arten ist eine wissenschaftliche Auswertung des Düsseldorfer Pflanzenbestands durch den Botaniker Ulf Schmitz von der Heinrich-Heine-Universität. Schmitz hat die gesamte verfügbare botanische Literatur über die Flora Düsseldorfs ausgewertet. So ist eine Florenliste mit mehr als 1600 Pflanzenarten entstanden, die auch Grundlage für das Biodiversitätskonzept ist. Das Ergebnis zeigt, dass zahlreiche heimische Arten inzwischen selten geworden oder ganz aus dem Stadtgebiet verschwunden sind.

So gilt beispielsweise das Kleine Mädesüß in Düsseldorf mittlerweile als ausgestorben. Durch die Anzucht im Gartenamt soll die Art nun wieder in die Stadt zurückkehren. Die Idee dahinter: Werden die Pflanzen in möglichst vielen Gärten kultiviert, entstehen zusätzliche Bestände außerhalb ihrer ursprünglichen Lebensräume. Von dort aus können sie sich über Samen auch wieder an geeigneten Standorten im Stadtgebiet ansiedeln.

„Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Verkauf der seltenen Wildstauden möchten wir Bürgerinnen und Bürger dazu einladen, selbst Teil des Artenschutzes zu werden. Jeder naturnah bepflanzte Garten kann dazu beitragen, bedrohten Arten eine Zukunft zu geben und die Vielfalt der heimischen Flora in Düsseldorf langfristig zu sichern“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.

Mit der Aktion knüpft das Gartenamt zudem an die bundesweite Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ an. Das Projekt wirbt dafür, private Gärten, Balkone sowie öffentliche Grünflächen mit heimischen Wildpflanzen naturnah zu gestalten und so neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Der Ansatz ergänzt den klassischen botanischen Artenschutz, der sich vor allem auf die Wiederansiedlung in Naturschutzgebieten konzentriert.

Gartenamtsleiterin Doris Törkel erklärt: „Mit der Anzucht der Roten-Liste-Arten schaffen wir eine Sicherheitskopie der Düsseldorfer Flora. Die Pflanzen bleiben nicht auf den Betriebshof beschränkt, sondern gelangen in viele Gärten der Stadt. Dort können sie sich etablieren und im Idealfall von selbst weiter ausbreiten. So wird Artenschutz zu einer Gemeinschaftsaufgabe, an der jede und jeder mitwirken kann.“