Wer schon mal überflüssigen Pfunden den Kampf angesagt hat, dürfte die Empfehlung kennen: Wasser trinken beim Essen steigert die Sättigung und soll so auch den Abnehmprozess beschleunigen. Doch eine neue Studie stellt diese verbreitete Annahme nun infrage.
Hilft Wasser trinken beim Essen beim Abnehmen?
Durch Wasser trinken beim Essen soll sich der Magen physisch ausdehnen und eine Sättigung auslösen, sodass man bei den Mahlzeiten nicht zu viel isst. Doch eine Studie der Cornell-Universität fand in der Praxis keine Grundlage für diese Idee.
Für die Studie kombinierten die Forschenden Daten aus zwei früheren Laborexperimenten, insgesamt umfassten diese 86 Teilnehmer*innen. Diese durften dabei von einer Mahlzeit so viel essen, wie sie wollten. Dazu wurde Wasser serviert. Jeder Bissen und Schluck wurde währenddessen auf Video aufgenommen.
Topaktuell
Experiment zeigt: Wer mehr Wasser trinkt, isst auch mehr
Die Daten zeigten, dass eine höhere Wasseraufnahme mit einer größeren Nahrungsaufnahme bei einer Mahlzeit verbunden ist, nicht mit einer geringeren. „Insgesamt aßen die Menschen mehr, wenn sie mehr tranken, und wechselten häufiger zwischen Bissen und Schlucken“, schreiben die Forschenden in der Studie.
Paige Cunningham, Assistenzprofessorin am Fachbereich Ernährungswissenschaften des College of Human Ecology, liefert in einer offiziellen Mitteilung der Universität eine mögliche Erklärung für das Phänomen: „Es hält sich hartnäckig die Ansicht, dass Wasser sättigt. Doch Wasser verlässt den Magen schnell und sättigt daher wahrscheinlich nicht lange. Stattdessen könnte Wasser sogar die verzehrte Menge erhöhen: Es wirkt wie ein Gleitmittel, das das Essen beschleunigt, und verhindert einen trockenen Mund, was wiederum den Genuss der Speisen verlängern kann.“
Die Forschenden beanspruchen aber keine Allgemeingültigkeit für ihre These, dass Wasser trinken beim Essen zu höherer Nahrungsaufnahme führt. So räumt das Team ein, dass die getesteten Mahlzeiten nur aus einer geringen Auswahl bestanden, Beef Chili und Chicken Tikka Masala, und dass alle Studienteilnehmer*innen in einem kontrollierten Labor aßen. Das Team erhebt daher nicht den Anspruch, dass sich die gleichen Muster vollständig auf sehr unterschiedliche Lebensmittel oder auf das alltägliche Essen übertragen lassen.
Quelle: „Water intake, switching between bites and sips, and drinking behavior are associated with food intake across meals varying in spiciness: A secondary analysis of two randomized crossover studies“ (Appetite 2026), Cornell University
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