Wenn die Badeseen und Freibäder Karlsruhes an heißen Sommertagen zu voll sind, weichen viele Menschen gerne an die grünen Ufer der Alb aus. Doch das Baden in dem idyllischen Fluss, der sich auf einer Länge von rund 23 Kilometer durch Karlsruhe schlängelt, kann unsichtbare Gefahren bergen.

Krankheitserreger stellen Gefahr für Mensch und Tier dar

Der Grund: Anhaltende Trockenheit, Niedrigwasser, hohe Temperaturen und menschliche Einflüsse setzen dem Gewässer gerade im Hochsommer stark zu. Dann kann sich die Konzentration von Krankheitserregern und Keimen im Wasser stark erhöhen.

Das soll einer jungen Frau im Vorjahr zum Verhängnis geworden sein: Sie zog sich durch das Baden in der Alb mutmaßlich eine Lebensmittelvergiftung zu – aber auch Kinder und Hunde, die das Wasser beim Spielen leicht verschlucken könnten, sind besonders gefährdet.

„Baden in der Alb erfolgt immer auf eigenes Risiko“

Aus diesem Grund hat das städtische Umweltamt Karlsruhe in den vergangenen Sommern regelmäßig Warnungen vor dem Planschen in der Alb bei verschlechterter Wasserqualität ausgegeben.

Die Alb ist kein ausgewiesenes Badegewässer - daher gilt: Baden auf eigene Gefahr.

Icon vergrößern

Die Alb ist kein ausgewiesenes Badegewässer – daher gilt: Baden auf eigene Gefahr.
Foto: Verena Müller-Witt

Schließen

Icon Schließen

Icon vergrößern

Icon verkleinern

Icon Pfeil bewegen

Die Alb ist kein ausgewiesenes Badegewässer – daher gilt: Baden auf eigene Gefahr.
Foto: Verena Müller-Witt

Doch es gibt ein Problem: Weil die Alb kein ausgewiesenes Badegewässer ist, erfolgt eben jene Überwachung der Wasserqualität nur unregelmäßig. Das erklärt das Umweltamt gegenüber ka-news. Auf die Frage, ob es sinnvoll wäre, solche Kontrollen zumindest in den Sommermonaten einzuführen, heißt es: „Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung, dies zu tun. Baden in der Alb erfolgt immer auf eigenes Risiko.“

Und weil die Alb ein Fließgewässer ist, könne sich die Badequalität zudem auch immer kurzfristig ändern, so das Umweltamt. Dafür verantwortlich seien Einflüsse wie Starkregen, hohe Temperaturen, niedrige Wasserstände oder Einleitungen. „Eine Echtzeitüberwachung wäre daher mit verhältnismäßigen Mitteln nicht möglich.“

5 Tipps zum Prüfen der Wasserqualität in der Alb

Wer auf das Baden in der Alb dennoch nicht ganz verzichten möchte, könne laut dem Umweltamt vor dem Sprung ins kühle Nass selbst auf einige Anzeichen achten, die auf eine möglicherweise verschlechterte Wasserqualität hindeuten könnten:

  • auffällige Verfärbungen oder Schaumbildung
  • unangenehme Gerüche
  • sehr niedrige Wasserstände
  • starke Algenbildung
  • tote Fische oder andere Tiere im Wasser

Maßnahmen von Behörden – aber auch Badegäste können mithelfen

„In solchen Fällen sollte auf das Baden verzichtet und möglichst die zuständige Behörde informiert werden“, erklärt das Umweltamt gegenüber ka-news. Sollte sich eine konkrete Gesundheitsgefährdung bestätigen, können diese dann im Einzelfall weitere Maßnahmen ergreifen.

Die Alb sollte auch von den Badenden geschützt werden.

Icon vergrößern

Die Alb sollte auch von den Badenden geschützt werden.
Foto: Verena Müller-Witt

Schließen

Icon Schließen

Icon vergrößern

Icon verkleinern

Icon Pfeil bewegen

Die Alb sollte auch von den Badenden geschützt werden.
Foto: Verena Müller-Witt

Und auch die Badegäste selbst können etwas zum Schutz des Flusses beitragen: „Generell hilft ein rücksichtsvolles Verhalten dabei, die Alb zu schützen – etwa indem kein Müll hinterlassen wird, sensible Uferbereiche geschont und Tiere sowie Pflanzen nicht gestört werden“, so das Umweltamt abschließend.

Welche Badeorte im Landkreis sind ausgewiesen?

  • Dettenheim-Liedolsheim – Baggersee
  • Dettenheim-Rußheim – Baggersee „Pfander“
  • Eggenstein-Leopoldshafen – Baggersee
  • Eggenstein-Leopoldshafen – Baggersee „Giesen“
  • Ettlingen-Bruchhausen – Baggersee „Buchtzig“
  • Karlsruhe – Baggersee Grötzingen
  • Linkenheim-Hochstetten – Baggersee „Streitköpflesee“
  • Linkenheim-Hochstetten – Baggersee
  • Philippsburg-Huttenheim – Hardtsee „Bruhrain“
  • Rheinstetten- Forchheim – Baggersee „Epplesee“
  • Rheinstetten-Neuburgweier – Baggersee „Ferma See“
  • Stutensee-Blankenloch – Baggersee
  • Stutensee-Spöck – Baggersee
  • Stutensee-Staffort – Baggersee
  • Weingarten – Baggersee