Der KSC wurde beim Drittligisten Preußen Münster seiner Favoritenrolle gerecht. Nach einem Rückstand drehten die Karlsruher die Partie, gewannen verdient mit 2:1, erreichten so die nächste Runde im DFB Pokal. Als Erfolgsprämie kassierten die Fächerstädter stolze 211.886 Euro.
Wanitzek und Jung schießen KSC in nächste Pokalrunde
Die „Oldies“ im KSC-Teams ballerten die Badener in die nächste Pokalrunde. Die Routiniers Marvin Wanitzek (33) und Sebastian Jung (36) trafen beim 2:1 Sieg des KSC in Münster. Dieser verdiente Erfolg wurde mit großem Willen erarbeitet.
Die Blau Weißen in Halbzeit eins? Na ja… Mehr schwach als stark. In Halbzeit zwei: eine Leistungssteigerung. Auf Seiten der Badener nun mehr Tempo, mehr Durchsetzungsvermögen, mehr Torgefährlichkeit und Treffsicherheit. Das waren die Erfolgsgaranten im ausverkauften Preußenstadion, vor rund 2000 KSC Fans.
KSC erlebt Schreckmoment durch Verletzung von Pinto Pedrosa
Die Partie begann mit einem Scheckmoment für den KSC. Rafael Pinto Pedrosa war umgeknickt, hatte Probleme am rechten Sprunggelenk, musste zur Behandlung vom Feld.
Aber: Der gebürtige Pforzheimer machte weiter, mit schmerzverzerrtem Gesicht.
In dieser Phase Glück für den KSC, dass Münsters Felix Higl den Ball nach einer Hereingabe im Strafraum nicht richtig traf.
Münster attackierte früh, der KSC war auf der Suche nach Lösungen in der Offensive. Nach 15 Minuten: Kein Torschuss, 54 Prozent Ballbesitz, 47 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Die Gastgeber setzten immer wieder Nadelstiche in der Offensive, ohne echte Torgefahr auszustrahlen.
Aber auch die Fächerstädter hatten Probleme, Torchancen zu kreieren. Die Durchschlagskraft fehlte.
Aufreger in den Strafräumen gab es nicht. Bis zur 28. Minute. Dann hatte Charalambos Makridis eine gute Gelegenheit. Keeper Hans Christian Bernat klärte zur Ecke. Der Drittligist hatte in diesen Minuten mehr vom Spiel.
Ndikom bringt Münster mit 1:0 in Führung
Die Führung war die Folge dieser Überlegenheit. Christoph Kobald klärte nicht konsequent im Mittelfeld. Drei, vier KSC´ler danach mit schlechtem Zweikampfverhalten. Erstmals in dieser Partie fehlte in der Abwehr die Konsequenz. Rückzug und zuschauen, anstatt zu attackieren und stören. Die Karlsruher agierten ganz einfach – schlampig. Aus 17 Metern traf Montell Ndikom zum 1:0. (35.).
Kurz vor den Halbzeitpfiff dann doch noch ein KSC-Torschuss, von Moritz Broschinski. Insgesamt zwei Abschlüsse in den ersten 45 Minuten – das war wenig. Es fehlte in Halbzeit eins die Torgefahr. Die Ideen im Offensivspiel. Trainer Maximilian Senft bekannte: „In der ersten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten mit den Preußen. Man muss aber auch anerkennen: Münster hat ein sehr gutes Spiel gemacht und es uns schwer gemacht.“ Sein Team habe Probleme gehabt, „die richtige Balance zu finden.“
Louey Ben Farhat bringt Schwung ins Karlsruher Spiel
Nach dem Seitenwechsel kam Louey Ben Farhat kam Noel Eichinger ins Spiel. Farhat belebte die Partie, hatte – nach einem von Kapitän Wanitzek schnell ausgeführten Freistoß – freie Schussbahn, verzog knapp. Doch in Summe war die Passgenauigkeit in dieser Phase nicht gut genug, gegen tief verteidigende Münsteraner. Der KSC wurde stetig besser, erspielte sich Chancen. Nach Hereingabe von Pedrosa fehlten Broschinski Zentimeter zum Ausgleich.
Die Karlsruher hatten nun alles Griff. Angriff auf Angriff rollte in Richtung Münsteraner Tor. Ben Farhats Schuss wurde von Gastgeber Keeper Morten Behrens gerade noch pariert.
Der Drittligist kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. „Nach der sehr schwierigen ersten Halbzeit, war es in der zweiten Halbzeit Powerplay von uns. Da haben wir das besser aufs Feld gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Entscheidend war, dass die Jungs, die etwas mehr Erfahrung haben, vorangegangen sind, dazu der Glaube an uns und Qualität von der Bank. Unsere Einwechselspieler haben einen sehr, sehr guten Job gemacht“.
Kobald spielt nach Kopfverletzung weiter
Nach einem heftigen Zusammenprall von Christoph Kobald mit Felix Higl musste „Kobi“ am Kopf behandelt werden. Kurz schütteln, danach ging’s weiter mit Kopfverband. In Minute 69 der verdiente Ausgleich. Wanitzek kam zentral aus 28 Metern zu Schuss. Die Kugel zappelte in Netz. Jetzt nagelten die Badener die Preußen in deren Hälfte fest. Die Fächerstädter agierten zielstrebiger und ließen defensiv fast nichts zu. Die Badener gewannen nahezu alle zweiten Bälle.
Und: Sie nutzen einen der Chancen. Das 2:1 in der 81. Minute – absolut verdient. Danyal Zor hatte auf Broschinski gespielt, der köpfte in den Strafraum – Sebastian Jung war zur Stelle, hämmerte die Kugel zur Führung ins Netz. Aufatmen bei den Badenern. Senft war erleichtert: „Wir sind natürlich sehr froh, in die zweite DFB Pokalrunde eingezogen zu sein“. „Turban-Mann“ Kobald war selbstbewusst: „Wir haben nie gezweifelt“, sagte er, klar sei, „dass, wenn wir auf dem Platz stehen, dann wollen wir immer gewinnen. Nach der Pause haben wir das gezeigt, Gas gegeben, haben uns Chancen herausgespielt und sind drangeblieben, daher sind wird am Ende als verdienter Sieger vom Platz gegangen“.
Jung bringt KSC nach Rückstand zurück ins Spiel
Torschütze Jung strahlte nach dem Schlusspfiff: „Wir wussten, dass so eine Situation auftreten kann, dass wir mal in Rückstand geraten. Trotzdem haben wir weiter an uns geglaubt. In der zweiten Halbzeit haben wir einen draufgelegt und Münster fast gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte kommen lassen.“ Daher habe der KSC Möglichkeiten bekommen. „Mit einem guten Fernschuss von „Wanne“ gelang der Ausgleich.“ Zu seinem Treffer: „Ich hatte das Glück, richtig zu stehen und den Ball aus fünf, sechs Metern über die Linie zu drücken. Ich freue mich, dass wir uns belohnt haben und eine Runde weiter sind!“.