Schwarte-Invest steigt auf 3,397 Millionen Euro
Noch befindet sich die „Love for beer GmbH“ in Gründung. Währenddessen wird Schwarte gerade entkernt. Bild: Neue Gladbecker Zeitung

Konkrete Zahlen liegen jetzt vor

Gladbeck – 22.08.2026 – Die Kosten rund um den Kauf und die Sanierung des ehemaligen Schwartehauses in Gladbeck steigen weiter. Inzwischen liegen konkrete Zahlen vor. Danach summieren sich Kauf, Sanierung und weitere Ausgaben auf rund 3,397 Millionen Euro.

Dabei muss die Neue Gladbecker Zeitung eine frühere Angabe korrigieren. Für den Kauf des ehemaligen Kirschfink-Getränkemarktes hatte die NGZ zunächst einen zu hohen Kaufpreis genannt. Dafür bitten wir um Entschuldigung.

Der Kaufpreis lag tatsächlich bei 124.400 Euro. Dazu kamen Grunderwerbsteuer und Notarkosten in Höhe von insgesamt 9.655 Euro. Damit kostete die Immobilie die Stadt Gladbeck rund 134.055 Euro.

An der Gesamtsumme für das Schwarte-Projekt ändert diese Korrektur jedoch nichts.

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Schwarte-Kauf kostet rund 1,467 Millionen Euro

Für den Kauf des Schwartehauses zahlte die Stadt Gladbeck rund 1,3 Millionen Euro. Dazu kamen weitere Kosten.

Maklergebühren, Grunderwerbsteuer und Notarkosten schlagen zusammen mit rund 167.000 Euro zu Buche.

Damit liegt der Schwarte-Kauf insgesamt bei etwa 1,467 Millionen Euro.

Sanierung kostet weitere 1,44 Millionen Euro

Auch bei der Sanierung stehen inzwischen konkrete Zahlen fest. Die bereits begonnene Sanierung des Schwartehauses kostet rund 1,44 Millionen Euro.

Die Stadt hat den Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben. Die Vergabe erfolgte nach einer beschränkten Ausschreibung. Dabei lagen drei Angebote vor.

Nach den vorliegenden Informationen gibt es im Internet keine eigene Webseite des Unternehmens. Auch öffentlich auffindbare Referenzen sind nicht bekannt.

Stadt finanziert auch die Innenausstattung

Besonders interessant ist zudem die Finanzierung der Innenausstattung. Die Stadt Gladbeck übernimmt dafür über einen Kredit an den Pächter: rund 356.000 Euro.

Der Pächter soll diesen Betrag über die 15-jährige Pachtzeit zurückzahlen. Dafür steigt die vereinbarte Quadratmetermiete.

Der aktuelle Zinssatz liegt bei 4,5 Prozent. Selbst bei einem Zinssatz von nur drei Prozent wären für Zins und Tilgung rund 2.400 Euro im Monat fällig.

Dieser Betrag kommt zusätzlich zur vereinbarten Pacht hinzu.

Wer trägt das Risiko?

Damit stellt sich eine wichtige Frage: Was passiert, wenn der Pächter den Pachtvertrag nicht mehr bedienen kann?

Müsste die Stadt dann die Pacht senken? Und wäre eine solche Entscheidung tatsächlich ein „Geschäft der laufenden Verwaltung“? Oder müsste der Stadtrat darüber entscheiden?

Diese Fragen sind bislang offen.

Schwarte-Projekt kostet 3,397 Millionen Euro

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Schwarte-Kauf: rund 1,467 Millionen Euro
  • Kirschfink-Kauf: rund 134.000 Euro
  • Sanierung: rund 1,44 Millionen Euro
  • Kredit für die Innenausstattung: 356.000 Euro
  • Gesamtsumme: rund 3,397 Millionen Euro

Damit liegt das Projekt bereits bei fast 3,4 Millionen Euro.

Stadt Gladbeck trägt nach dieser Darstellung das wirtschaftliche Risiko

Nach den vorliegenden Angaben trägt der Pächter nur ein begrenztes eigenes Risiko. Als Sicherheit steht demnach lediglich die GmbH-Einlage von 25.000 Euro.

Das wirtschaftliche Risiko liegt damit nach dieser Darstellung weitgehend bei der Stadt Gladbeck und somit bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Die Stadt ist ohnehin hoch verschuldet. Gleichzeitig steigen die Belastungen weiter. Deshalb stellt sich die Frage, ob ein solches Projekt langfristig wirtschaftlich vertretbar ist.

Alle Fraktionen stimmten dem Schwarte-Kauf zu

Der Kauf des Schwartehauses erfolgte bereits im Jahr 2023. Damals war der Gladbecker Stadtrat noch anders zusammengesetzt.

Alle Fraktionen stimmten dem Kaufprojekt zu.

Inzwischen regt sich jedoch Widerstand. Vor allem zwei kleinere Fraktionen stellen Fragen zum Projekt.

Die BiG soll eine Sondersitzung des Stadtrates zur Causa Schwarte beantragt haben. Die PfG – Politik für Gladbeck will zudem, dass sich der Rat im öffentlichen Teil seiner nächsten Sitzung mit der Schwarte-Angelegenheit befasst.

Schwarte-Kosten werfen viele Fragen auf

Die neuen Zahlen geben dem Projekt eine andere Dimension. Kauf, Sanierung und Innenausstattung summieren sich bereits auf rund 3,4 Millionen Euro.

Nun müssen die Verantwortlichen erklären, wie sich die Kosten entwickeln können. Zudem braucht es Antworten auf die Fragen zur Finanzierung und zum Risiko für die Stadt.

Auch die übrigen Fraktionen und Ratsmitglieder müssen sich mit den Zahlen auseinandersetzen. Schließlich geht es um viel Geld der Stadt Gladbeck.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist deshalb vor allem eines wichtig: Transparenz über Kosten, Risiken und mögliche Folgekosten.

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