Duisburg war einst eine lebendige Kinostadt. An vielen Straßenecken, in Geschäftszeilen, in Wohnvierteln warfen Projektoren Filme auf Leinwände. Schriftzüge wie Europa, Skala, Atlantis, Universum oder Glück-Auf-Lichtspiele zierten die Fassaden. Doch ab den späten 60er-Jahren und verstärkt noch in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren rentierte sich das Geschäft für viele nicht mehr und zahlreiche Kinos schlossen ihre Türen. Sie wurden zu „Phantomkinos“. An diesem Tatbestand möchte das Team derKostenpflichtiger Inhalt Duisburger Filmwoche mit einem originellen Workshop anknüpfen, der am 1. und 2. Oktober, jeweils von 10 bis 17 Uhr stattfindet. Der Workshop heißt „Phantomkinos: Projektionen im Stadtraum“.

In dem Workshop soll zunächst an die vielen Duisburger Kinos erinnert werden, die heute, meist ohne lesbare Spuren zu hinterlassen, aus dem Stadtbild verschwunden sind. Die verschwundenen Kinos der Vergangenheit sollen in dem Workshop in einem Gedankenexperiment wiederbelebt werden.

Dabei soll es nicht um einen verklärenden Blick auf die Vergangenheit gehen. Vielmehr sollen Möglichkeiten durchdacht werden, wie eine Stadt mit einer lebendigen Kinokultur vitalisiert werden kann, schließlich ist das Kino „einer der wenigen klassenübergreifenden Freizeitorte, an dem einander fremde Menschen intime Momente im Schutz der Dunkelheit miteinander teilen“, wie es in der Einladung zum Workshop heißt.

Konkret möchte man Antworten auf Fragen haben wie: Was wünscht man sich für das Kino der Gegenwart? Welche Filme sollten dort laufen? Welche Bedürfnisse müsste ein Kino heute erfüllen, was bräuchte es neben einem Saal, einer Leinwand, einem Projektor? Welche Funktion sollte es für die Nachbarschaft erfüllen? Wie können Begegnungen entstehen? – Die Erkenntnisse, die sich aus Stehgreifgesprächen und kurzen Interviewsammlungen ergeben, sollen dokumentiert werden.

Zum Workshop eingeladen sind alle, die sich für Kino, Stadtgeschichte und „das Recht auf Stadt“ interessieren. Das Format soll im Umfeld des Jubiläumsjahrs der Duisburger Filmwoche (50 Jahre) mindestens drei Mal durchgeführt werden.

Die Teilnahme ist kostenlos. Referentinnen im Workshop sind Mirjam Baumert, Filmvermittlerin, und Hannah Straßheim, Projektassistenz. Veranstaltungsort ist die Volkshochschule, Steinsche Gasse 26.

Anmeldung bis zum 7. September unter: kontakt@duisburger-filmwoche