Newsblog zur US-Politik
Verhandlungen gescheitert: Kanada belegt USA mit Strafzöllen
Aktualisiert am 22.08.2026 – 18:35 UhrLesedauer: 15 Min.
Mark Carney (l.) und Donald Trump im Weißen Haus: Kanada reagiert auf US-Zölle mit eigenen Gebühren. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)
Trump attackiert einen ehemaligen engen Vertrauten. Kanada belegt die USA mit Strafzöllen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Verhandlungen gescheitert: Kanada belegt USA mit Strafzöllen
Nach den geplatzten Zollverhandlungen mit den USA hat Kanadas Premierminister Mark Carney Gegenzölle ab dem 8. September angekündigt. Die Maßnahmen würden sich auf Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren, teilte Carney mit. „Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren.“
Zuvor waren Verhandlungen zwischen den beiden Ländern ohne Einigung zu Ende gegangen. Damit erheben die USA einen Zoll von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar. Die Zölle betreffen unter anderem Wein, Hockeyschläger, Möbel sowie Milchprodukte. Carney hatte bereits mitgeteilt, dass Kanada die Zölle in gleicher Höhe erwidern werde.
Trump geht auf Ex-Vertrauten los
Donald Trump hat seinen ehemaligen Vertrauten Tucker Carlson scharf kritisiert. Bei Truth Social schrieb Trump über den ehemaligen Fox-Journalisten: „Niemand interessiert sich für ihn, er hat einen sehr niedrigen IQ.“ Trump spekulierte, Carlson wolle in die Politik, müsse aber in seinen Augen zuvor einen Wissenstest absolvieren. „Er hätte keine Chance. Tucker ist und war schon immer ein Loser.“ Trumps Beitrag endet mit den Worten: „Gepriesen sei Allah!“

Tucker Carlson (r.) mit Donald Trump: Lange waren sie enge Verbündete. (Quelle: Carlos Barria)
Jahrelang war Carlson einer der engsten Verbündeten Trumps. Im Zuge des Kriegs im Iran hatte sich der Journalist allerdings immer weiter distanziert. Als Trump sich in einem Post mit Jesus verglich, bezeichnete Carlson den US-Präsidenten als „böse“.
Keine Einigung zwischen den USA und Kanada
Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada haben beide Seiten keine Einigung finden können. Dies gab in der Nacht zum Samstag der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer unmittelbar vor Auslaufen einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Mit den Verhandlungen zwischen beiden Ländern sollte eigentlich das Inkrafttreten von neuen US-Zöllen in Höhe von 50 Prozent für bestimmte kanadische Produkte um Mitternacht Ortszeit (6 Uhr MESZ) verhindert werden.
Bundesrichterin kippt Visa-Regelung
Eine US-Bundesrichterin hat die von der Regierung unter Präsident Donald Trump verhängte Aussetzung der Erteilung von Einwanderungsvisa an Staatsangehörige aus 75 Ländern gekippt. Die im Januar vom Außenministerium verkündete Regelung sei „offensichtlich rechtswidrig“ und überschreite die gesetzlichen Befugnisse von Außenminister Marco Rubio, erklärte US-Bundesrichterin Jeannette A. Vargas in Manhattan am Freitag (Ortszeit). Die Richtlinie verbiete die Erteilung von Visa kategorisch aufgrund der Staatsangehörigkeit und setze damit geltendes Recht außer Kraft.
