Der SC Supercup jubelt nach dem Gewinn des Supercups.

Stand: 22.08.2026 • 19:53 Uhr

Das mit Spannung erwartete Supercup-Duell zwischen dem SC Magdeburg und den Füchsen Berlin wurde am Ende zur Machtdemonstration. Der SCM dominierte gegen den Vizemeister quasi nach Belieben – und schloss damit auch die letzte Titellücke unter Trainer Bennet Wiegert.

Der deutsche Meister setzt sich am Samstag (22. August) im Münchner SAP Garden mit 38:31 (20:15) gegen den Pokalsieger durch und sendete damit vor dem Bundesliga-Start in der kommenden Woche das erste Statement. Gleichzeitig beendete der SCM eine 25 Jahre währende Durststrecke und gewann im vierten Anlauf unter Trainer Wiegert erstmals den Supercup.

Wiegert: „Wir sind ready“

„Ich freue mich wirklich, weil wir oft jetzt hier standen und das Ding 25 Jahre nicht mehr holen konnten. Und deswegen fühlt es sich gerade verdammt gut an“, sagte der 44-Jährige im Anschluss bei Dyn: „Ich habe ab der ersten Minute gemerkt, dass wir ready sind. Leidenschaft und Einstellung haben heute bei uns absolut gestimmt.“

Das galt nicht zuletzt für Gisli Kristjansson, der dem Spiel mit einer makellosen Wurfquote (neun Treffer aus neun Versuchen) seinen Stempel aufdrückte. „Wir waren in allen Bereichen souverän und haben uns sehr wenig Fehler erlaubt“, erklärte der isländische Spielmacher hinterher. Doch nicht nur aufgrund der Weltklasseleistung Kristjanssons war dieser Triumph mehr als verdient.

Magdeburgs Spielmacher Gisli Kristjansson präsentierte sich schon im ersten Pflichtspiel der neuen Saison in blendender Verfassung.

SCM agiert traumhaft sicher

70 Tage nach dem verlorenen Champions-League-Halbfinale unterstrich Magdeburg schon nach wenigen Minuten die Kräftverhältnisse an diesem Abend. Während Keeper Matej Mandic nach fünf Minuten schon auf drei Paraden kam, erzielte Albin Lagergren die erste Zwei-Tore-Führung (3:1). Die Füchse gerieten schon früh unter Zugzwang, kamen aber kaum einmal ins Tempospiel, weil der SCM im Rückzugsverhalten glänzte und mit seiner offensiven Deckung wenig zuließ.

Bezeichnend: Welthandballer Mathias Gidsel brauchte bis zur zehnten Minuten für seinen ersten Treffer zum 4:5, ehe Magdeburg die Aufholjagd umgehend im Keim erstickte. Vor allem am Kreis agierten die Sachsen-Anhalter traumwandlerisch sicher: 17 der ersten 19 Versuche landeten im Tor. Kapitän Magnus Saugstrup und Kristjansson harmonierten dabei prächtig, Letzterer traf nach 25 Minuten zum 17:10. Angeführt vom stärken werdenden Gidsel (zehn am Treffer am Ende) konnten die Füchse den Schaden bis zur Pause zwar in Grenzen halten, der Traum vom Titel-Hattrick war da aber schon in weite Ferne gerückt.

Auch Welthandballer Mathias Gidsel konnte den SCM im Supercup nicht stoppen.

Magdeburg dominiert auch nach der Pause

Dabei zeigten die Füchse, die im Sommer mit Torwart Dejan Milosavljev und Rückraumspieler Lasse Andersson zwei prägende Figuren verloren hatten, keineswegs ein schlechtes Spiel. Nur war der SCM in den entscheidenden Momenten schlicht die bessere Mannschaft. Während sich die Berliner fast jedes Tor hart erkämpfen mussten, fand Magdeburg im Positionsangriff fast immer die passende Lösung: Saugstrup traf nach 38 Minuten erstmals zur Acht-Tore-Führung, kurz darauf erhöhte Lagergren aus dem Rückraum auf 30:21.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ging es für die Füchse nur noch um Schadensbegrenzung. Allerdings präsentierte sich SCM-Neuzugang Dominik Kuzmanovic im Tor ähnlich stark wie seiner kroatischer Landsmann Mandic, sodass die Berliner nie näher als auf fünf Tore herankamen. Magdeburg spielte die Partie dagegen mit der nötigen Seriösität zu Ende und sammelte jede Menge Selbstvertrauen für den Liga-Auftakt am nächsten Sonntag beim VfL Gummersbach.

Liga-Kracher SCM vs. Füchse Berlin live im MDR

Die Füchse landen dagegen schon früh auf dem Boden der Tatsachen, haben in zwölf Tagen (3. September, 20:15 Uhr live im MDR FERNSEHEN) aber bereits die Chance zur Revanche, wenn es in der Liga zum nächsten Duell mit dem SCM kommt.

Mitteldeutscher Rundfunk