Für beide Trainer war das DFB-Pokalspiel in der ersten Runde eine Art Reise in die Vergangenheit. Zwischen 2018 und 2021 hat Elversbergs Coach Vincent Wagner die U19 des MSV Duisburg trainiert, sein Kontrahent Dietmar Hirsch trainierte in der Saison 2013/14 in der 3. Liga die Saarländer. Der Fußballlehrer des Bundesliga-Aufsteigers wusste dementsprechend, worauf er sich einließ, als er mit seiner Mannschaft nach Wedau kam.
„Es war das erwartet schwere Spiel“, schnaufte Wagner dann hinterher auch durch. Erst in der 88. Minute und in der Nachspielzeit machten die Elversberger durch den Doppelpack des eingewechselten Francis Onyeka den Sieg klar. „Bis zur 55. Minute haben wir das erwachsen gespielt. Wenn wir das Spiel bis zum Ende so gestalten, sieht das schon nach Bundesliga aus“, lobte er auch den MSV. Denn die Zebras haben vor dem heimischen Publikum bis zum Ende gekämpft, gearbeitet und dagegengehalten.
Kein Klassenunterschied zu erkennen
Und dementsprechend nahm auch MSV-Trainer Dietmar Hirsch das Lob seines Kollegen dankend an: „Wenn er sagt, dass es nach Bundesliga aussah – ich glaube, wir haben da Paroli geboten, also haben wir wie ein Bundesligist gespielt.“ In der Tat war lange Zeit kein Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften zu sehen. Es war auch nur verdient, dass die Duisburger zehn Minuten nach der Halbzeitpause durch Lex-Tyger Lobinger den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt haben. „Sie haben ein wirklich geiles Tor geschossen“, zollte auch Wagner Respekt.
Auch Hirsch war voll des Lobes für seinen Angreifer: „Das ganze Spiel hat Tyger in seinen Aktionen diese Energie, Power und Mut gezeigt. Das war unfassbar gut. Deswegen ist er unser Top-Stürmer.“ Am Ende mussten die Duisburger nur ob der vergebenen Chancen von Symalla und Safi ein wenig hadern. Hirsch meinte: „Wenn wir in Führung gehen, dreht das Stadion komplett durch. Dann werden wir das auch hinten raus verteidigen. Dann fällt das 1:2 zu einem blöden Zeitpunkt.“ Aber: „Wenn ich Ergebnis und Leistung trenne, bin ich megastolz. Aus meiner aktiven Zeit weiß ich, dass du hier verlieren darfst, aber die Art und Weise entscheidend sind. Wenn du dann siehst, wie die Fans uns gefeiert haben, dann war die Leistung mega, aber das Ergebnis ärgerlich.“
Wagner wünscht MSV den Aufstieg
Zum Schluss seines Statements richtete Elversbergs Trainer Wagner noch einmal ein paar Worte an seinen Ex-Verein: „Ich wünsche dem MSV alles Gute. Ich weiß aus glücklicher Erfahrung, dass aufsteigen sehr kompliziert ist. Ich durfte in den vergangenen Jahren dabei sein mit sehr tollen Truppen, da haben wir es über die Linie geschoben bekommen.“ Vor dem Aufstieg mit Elversberg im vergangenen Mai ist Wagner im Jahr zuvor auch schon mit der U23 der TSG Hoffenheim in die 3. Liga aufgestiegen. „Das ist nicht so einfach, vor allem in dieser ausgeglichenen Dritten Liga. Ihr hattet den optimalen Start. Ich wünsche euch viel, viel Glück und Geduld.“