DFB-Pokal

Stand: 22.08.2026 18:15 Uhr

Werder Bremen ist in der ersten Runde des DFB-Pokals nicht gestolpert. Der Fußball-Bundesligist setzte sich am Samstag im Millerntorstadion gegen den gastgebenden Oberligisten Lüneburger SK Hansa mit 3:0 (1:0) durch. Rückkehrer Niclas Füllkrug steuerte einen Treffer zum Erfolg bei.

von Christian Görtzen

Es war eine stimmungsvolle Angelegenheit im Stadion des Zweitligisten FC St. Pauli, das mit 29.330 Zuschauern ausverkauft war. Knapp 20.000 Werder-Fans und etwa 10.000 Lüneburger hatten es gefüllt. Und beide Fan-Lager feierten nach dem Schlusspfiff ihre Teams – auf der einen Seite für den Einzug in die zweite Runde, die am 5. September (18 Uhr) in der Sportschau ausgelost wird, und auf der anderen Seite für einen leidenschaftlichen Auftritt des Fünftligisten.

Ich habe wahnsinnig viel Liebe bekommen – unfassbar!

Niclas Füllkrug

„Es war vielleicht nicht mein bestes Spiel, aber ich bin froh, dass ich am Ende noch getroffen habe“, sagte Füllkrug nach der Partie im Interview mit dem NDR. „Wir haben es relativ solide ohne irgendwelche Drucksituationen überstanden. Trotzdem müssen wir das eine oder andere Mal einfach viel klarer sein.“

Kein geeignetes Stadion in Lüneburg für den DFB-Pokal

Im Ligaalltag trägt der LSK seine Heimspiele auf der Sportanlage des Nachbarclubs VfL Lüneburg aus. Die ist für ein Pokalspiel dieser Größenordnung aber zu klein. Der Lüneburger SK Hansa will am „Bilmer Berg“ seine neue Heimspielstätte finden, der Baubeginn ist für 2028 geplant.

Das Aufeinandertreffen mit Werder war für den LSK das vierte DFB-Pokalspiel in seiner Vereinsgeschichte. 1992 gab es ein 0:3 gegen den Karlsruher SC, 2008 ein 0:5 gegen den VfB Stuttgart und 2017 ein 1:3 gegen Mainz 05.

Trotz des sehr respektablen Ergebnisses war LSK-Torwart Arne Exner nicht zufrieden: „Erst einmal überwiegt jetzt die Enttäuschung. Aber wenn man das Revue passieren und es sacken lässt, dann wird sicherlich der Stolz überwiegen.“ Er sprach von einem verdienten Sieg der Bremer. „Wir haben aber alles reingeschmissen, wir können uns nichts vorwerfen lassen und können erhobenen Hauptes herausgehen.“

Werder-Startelf mit Reis und Füllkrug

Daniel Thioune hatte die jüngst verpflichteten Ludovit Reis und Rückkehrer Füllkrug direkt für die Startelf nominiert. Letzterem hatte der Werder-Coach im Vorfeld des ersten Pflichtspiels der Saison großes Lob gezollt: „Der Junge hat Bock, der hat Energie, Selbstvertrauen ohne Ende. Das könnte man in Flaschen abfüllen und verkaufen. Da haben wir einen gefunden, der uns aus unser vermeintlichen Lethargie, in der wir uns Monate bewegt haben, herausziehen will.“

Eren Dinkci, der wie Füllkrug auf Leihbasis an die Weser zurückgekehrt ist, fiel dagegen aufgrund von muskulären Probleme aus.

Stage köpft Bremen früh in Führung – LSK leidenschaftlich

Ex-HSV-Profi Reis hatte bereits nach 23 Sekunden eine gute Chance zur Führung, sein Schuss ging aber über das Gehäuse des Fünftligisten. Das Ziel der Lüneburger, hinten möglichst lange die Null zu halten, erfüllte sich nicht. Nach einer Ecke von Olivier Deman köpfte der dänische Nationalspieler Jens Stage in der elften Minute zum 1:0 für Bremen ein.

Der DFB Pokal steht im Stadion auf einer Säule.

Die Spielpaarungen und Ergebnisse im DFB-Pokal der Saison 2026/2027 im Überblick.

Zwar hatte kurz darauf Füllkrug eine gute Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen (13.), doch danach taten sich die Grün-Weißen doch recht schwer gegen den Fünftligisten. Das Team von LSK-Trainer Tarek Gibbah machte es nun aber auch gut, es stand kompakt in der Defensive, kämpfte leidenschaftlich und bot dem Bundesligisten wenig an. Der knappe 0:1-Pausenrückstand war ein großer Erfolg für die Niedersachsen.

Erstes Tor nach der Rückkehr: Füllkrug trifft vom Punkt

Der Wiederanpfiff von Schiedsrichterin Fabienne Michel verzögerte sich. Ein Loch im Tornetz musste erst einmal mit Klebeband geflickt werden. Sieben Minuten nach Wiederbeginn jubelte der Werder-Anhang dem zurückgekehrten Füllkrug zu. Der hatte per Foulelfmeter für das beruhigende 2:0 gesorgt (53.). Den Strafstoß herausgeholt hatte Stage nach einer starken Balleroberung, die in der Oberliga nicht allzu häufig zu sehen sein dürfte. Wenig später war für Füllkrug der Arbeitstag beendet, Thioune nahm nach einer Stunde aus der Partie und brachte Cedric Itten für ihn.

Reis erhöht für Werder auf 3:0

In der 74. Minute wäre beinahe noch einmal Spannung in die Partie gekommen. Der erst 19 Jahre alte LSK-Spieler Nevio Scheuer fasste sich ein Herz und zog aus 20 Metern in halbrechter Position einfach einmal ab. Sein Schuss flog knapp am linken oberen Torwinkel vorbei.

Nur wenig später beseitigte Reis mit dem 3:0 die letzten Zweifel am Weiterkommen, sein Schuss wurde noch abgefälscht und war dadurch für Lüneburgs Keeper Exner nicht zu halten. Dabei beließ es der Erstligist dann.

Bremen startet am nächsten Sonntag (30. August, 15.30 Uhr im NDR Livecenter) beim SC Freiburg in die neue Bundesliga-Saison.

Ende

22.08.2026
15:30 Uhr

Aufstellung

A. Exner – N. Hübner, Wilson, T. Muhlack, R. Thinius (62. N. Tappe) – J. Gründker (79. S. Wolk), L. Perera – L. Borges (62. B. Weishaupt), N. Scheuer (79. M. Ratzeburg), M. Kunze – T. Dörr (57. M. Meyer)

A. Schlager – O. Deman, M. Friedl, A. Pieper, M. Schmetgens – S. Lynen (46. Chuki) – L. Reis, J. Stage (84. S. Musah) – S. Mbangula (46. P. Erevbenagie), N. Füllkrug (60. C. Itten), J. Njinmah (73. M. Grüll)

Tore

  • 0:1 J. Stage (11.)
  • 0:2 N. Füllkrug (53.)
  • 0:3 L. Reis (76.)

Weitere Daten zum Spiel

Fußball, DFB-Pokal (M)

Ergebnisse

Niclas Füllkrug

Der Bundesligist leiht den Mittelstürmer für ein Jahr von West Ham United aus. Füllkrug hat Lust auf Bremen und die Bundesliga.

HSV-Star Ludovit Reis.

Bundesliga

Es ist ein Transfer mit Brisanz: Nach dem Abgang von Romano Schmid soll die Lücke im Werder-Mittelfeld ausgerechnet ein ehemaliger Hamburger stopfen. Reis kommt ablösefrei an die Weser.

Karim Coulibaly von Werder Bremen

Werder gibt Abwehr-Talent ab

Der 19-Jährige kehrt dem Fußball-Bundesligisten nach nur einer Bundesliga-Saison den Rücken. Für Geschäftsführer Fritz ein Wechsel aus „wirtschaftlicher Verantwortung“.

Ein Entwurf des geplanten Stadions in Lüneburg

Am neuen „Sportpark Bilmer Berg“ sollen außerdem zwei weitere Fußballplätze und eine Halle für Kampfsport entstehen.