40.000 Besucher, zwei Tage, zehn Bühnen und mehr als 100 Acts: Das MS Dockville 2026 verwandelte Hamburg-Wilhelmsburg erneut in einen besonderen Ort für Musik, Kunst und gemeinsames Festivalgefühl.
Text und Fotos von Lucie Fischer
Sommer, Glitzer und Festivalfieber beim Dockville 2026
Schon am Freitag zeigte sich das MS Dockville von seiner sommerlichsten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen füllte sich das Gelände schnell. Glitzer im Gesicht, bunte Outfits und jede Menge Vorfreude gehörten genauso zum Festivalbild wie die Musik. Überall standen Freundesgruppen zusammen, tauschten sich über die nächsten Acts aus und machten sich auf den Weg zu ihren Lieblingsbühnen. Vor den Bühnen wurde es schnell eng und von der ersten bis zur letzten Reihe wurde getanzt, gesungen und mitgeklatscht.
Für einen tanzbaren Start sorgten Zimmer90 mit ihrem Mix aus Indie-Pop und elektronischen Beats. Spätestens bei den bekannteren Songs sangen viele Fans jede Zeile mit, während sich vor der Bühne immer mehr Menschen versammelten. Die verträumten Sounds der Stuttgarter trafen dabei auf treibende Rhythmen und machten den Auftritt zu einem perfekten Festivalmoment.
Anschließend wurde es mit Blond deutlich wilder. Die Chemnitzer Band brachte ihren Mix aus Indie, Punk und Pop mit einer ordentlichen Portion Humor nach Wilhelmsburg. Die Crowd sprang, tanzte und feierte die Band mit lauten Rufen. Besonders schön war dabei, wie viele Fans nicht nur die Songs, sondern auch die kleinen humorvollen Momente zwischen den Liedern feierten.
Hamburger Heimspiel mit Gänsehaut
Den Abend auf der großen Bühne prägte schließlich Berq. Der Hamburger Sänger sorgte mit seiner melancholischen Stimme und seinen emotionalen Songs für Gänsehaut. Viele Fans sangen seine Texte mit und hielten während der ruhigeren Momente ihre Handys in die Luft. Gerade für einen Künstler aus Hamburg war der Auftritt auf dem Dockville ein besonderer Moment – und die Reaktion des Publikums zeigte deutlich, wie sehr er in seiner Heimat angekommen ist.
Doch damit war der Freitag noch nicht vorbei: Der lange angekündigte Secret Act wurde schließlich gelüftet. Nach drei Jahren Bühnenpause kehrte Paula Hartmann zurück und sorgte damit für eine der größten Überraschungen des Wochenendes. Als Hamburgerin war auch ihr Auftritt ein kleines Heimspiel. Mit vier Songs, darunter ihr neuer Titel „zwei Punkte“, feierte sie gemeinsam mit den Fans ihr Comeback. Die ersten Töne wurden bereits von lautem Jubel begleitet und spätestens beim letzten Song waren die Besucher direkt vor der Bühne völlig begeistert.
Neue Sounds, große Fanmomente beim Dockville 2026
Auch am Samstag blieb das Festivalgelände voll. Viele Besucherinnen nutzten den zweiten Tag, um neben ihren persönlichen Favoriten auch neue Künstlerinnen zu entdecken. Jonny Mahoro eröffnete mit seinem modernen Mix aus Alternative-Pop und R&B einen eher persönlichen Teil des Tages, bevor Baran Kok mit selbstbewusstem und provokantem Deutschrap für einen deutlichen Stilwechsel sorgte. Vor seiner Bühne wurde getanzt, während immer wieder neue Fans stehen blieben, um sich den Auftritt anzusehen.
Jolle brachte anschließend urbanen Pop, elektronische Sounds und melancholische R&B-Momente auf die Bühne. Bei Paris Paloma wurde es atmosphärischer: Ihre poetischen Texte und die Mischung aus Indie-Folk und Alternative-Pop sorgten für einen der ruhigeren, aber besonders intensiven Auftritte des Tages. Viele Fans lauschten gebannt und sangen die bekannten Passagen gemeinsam mit.
Von Rap bis Indie-Rock
Danach übernahm Bibiza und verwandelte das Gelände endgültig in eine große Party. Sein Mix aus Rap, Pop und Funk passte perfekt zur sommerlichen Festivalstimmung. Die Crowd hüpfte, sang und feierte den Wiener Musiker, während sich auch viele Menschen vor der Bühne einfanden, die ursprünglich gar nicht für ihn gekommen waren.
Mit Wolf Alice wurde es anschließend international. Die britische Band brachte ihren Alternative-Rock nach Hamburg und sorgte mit ihrem abwechslungsreichen Sound für einen weiteren Höhepunkt. Die Fans standen dicht gedrängt vor der Bühne und feierten die Band lautstark.
Ein Finale voller Emotionen
Zum großen Abschluss wartete schließlich Tom Odell. Der britische Singer-Songwriter sorgte mit seiner emotionalen Stimme für einen der wohl bewegendsten Momente des gesamten Wochenendes. Tausende Stimmen begleiteten seine Songs, während vor der Bühne immer wieder Menschen ihre Freunde umarmten oder die Handylichter einschalteten. Besonders bei „Heal“ wurde es noch einmal ganz besonders, als Odell Berq mit auf die Bühne holte. Zwei Hamburger Künstler gemeinsam vor dieser Kulisse – ein Moment, bei dem die Crowd noch einmal richtig laut wurde.
Doch das Dockville ist längst mehr als nur Musik. Kunstinstallationen, Workshops und kreative Orte gehören genauso zum Festival wie die Bühnen selbst und machen das Gelände jedes Jahr zu einer eigenen kleinen Welt.
Nach zwei Tagen endet das MS Dockville 2026 friedlich, bunt und mit jeder Menge Erinnerungen. Zwischen neuen Lieblingssongs, spontanen Fanmomenten, Hamburger Heimspielen und großen Namen zeigte das Festival einmal mehr, wie gut Musik und Gemeinschaft zusammenpassen. Und der Blick geht bereits nach vorne: 2027 feiert das MS Dockville seinen 20. Geburtstag, damit steht schon jetzt ein ganz besonderes Festivaljahr bevor.





































































