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Es ist kurz vor 21 Uhr am Donnerstagabend. Alexandra Popp (35) springt singend vor der Haupttribüne im Stadion Rote Erde mit ihren neuen Teamkolleginnen auf und nieder. Kurz zuvor hatte die Olympiasiegerin ihr erstes Drittligaspiel bestritten, mit Borussia Dortmund die Bielefelder Arminia 3:0 bezwungen, dabei selbst zwei Tore erzielt und die Popp-Euphorie noch weiter gesteigert.
Mehr zum ThemaViele BVB-Fans tragen Popp-Trikots
Um 17.06 Uhr kommt Popp an diesem Tag im Schatten des Signal-Iduna-Parks an, stiefelt Richtung Kabine. Der BILD-Reporter wartet schon: „Das sieht nach Vorfreude aus, Alex.“ Popp grinsend: „Ja, natürlich.“ Zeitgleich drängen sich die ersten Zuschauer am noch verschlossenen Eingangstor. Auffällig: Viele tragen schon das BVB-Trikot mit der Nummer 11 und „Popp“ auf dem Rücken. „Poppi war schon immer mein Idol, und ich bin schon lange BVB-Fan. Als sie gesagt hat, dass sie zu uns wechselt, dachte ich nur: Wow! Jetzt sind ihre Spiele viel näher bei uns“, freut sich die 15-jährige Nina Rennebaum aus Menden.

Popp kommt knapp zwei Stunden vor dem Spiel im Stadion an
Foto: Teresa Kröger
Popp-Shirt unter den Top Zehn beim BVB
Mit ihrem Popp-Trikot liegt sie voll im Trend. Am Fanartikel-Truck weht der Dress mit der 11, eine junge Frau fragt nach ihrer Größe. Er verkaufe kaum etwas öfter als dieses Shirt, sagt der Mann hinter dem Tresen. Tatsächlich liegt der Flock von Popp aktuell in den Top Zehn der gefragtesten Dortmunder Trikots – vor dem einen oder anderen Stammspieler des Männer-Teams.

Viele Dortmunder Fans kamen im Popp-Trikot
Foto: Teresa Kröger
Über 4500 Zuschauer in der 3. Liga
Immer mehr Fans strömen nach Toröffnung in die Rote Erde, diesem urigen Stadion mit den vielen Stehplätzen, in dem es nach Bratwurst und Bier riecht. Über 4500 sind es am Ende. Das übertreffen nur zwei Bundesligisten in ihren Stamm-Heimstadien: Union Berlin und der Hamburger SV. Rund 1700 von den Besuchern haben Dauerkarten. „4500 in der Regionalliga – Hut ab! Davon können sich einige eine Scheibe abschneiden. Zu wissen, dass sie alle nur für uns da sind, ist toll“, sagt Popp später.

Popp schwört ihr neues Team vor dem Spiel in der Kabine ein
Foto: Borussia Dortmund
So schwor Popp das Team in der Kabine ein
Doch während sich die letzten Happen Wurst und Schlucke Bier in den Kehlen der Fans verschwinden, schwört die Stürmerin ihre Teamkolleginnen in der Kabine auf das erste Liga-Spiel mit ihrem Herzensverein ein. „Wie es geht, haben wir Samstag gezeigt: Mit Geschlossenheit als Team, viel Kommunikation, Spielfreude, Mut und ein Stück weit Gelassenheit“, erinnert Popp an den Testspiel-Sieg gegen den italienischen Meister AS Rom (1:0) – und führt fort: „Wir sind Borussia Dortmund. Und wenn wir erfolgreich sein wollen, heißt es malochen. Wenn Borussia Dortmund für etwas steht, dann ist es malochen.“

Popp köpft das 1:0 für Dortmund
Foto: Teresa Kröger
Anstoß direkt aufs Tor
Dann führt sie den BVB als Kapitänin auf das Feld, im Kreis der Spielerinnen ruft die „Heja“, die Kolleginnen antworten: „BVB.“ Währenddessen gibt Kult-Stadionsprecher Danny Fritz die Aufstellung durch. Beim Namen Popp brandet der lauteste Applaus auf. Und der wird noch lauter, als die Angreiferin den Anstoß frech direkt aufs Tor zimmert. Aber vorbei.

Popp bejubelt das 2:0
Foto: Teresa Kröger
Popp spielt auf der Zehn
Das Spiel ist zäh, Bielefeld verteidigt gut, Dortmund vergibt Chancen, die fast alle von Popp eingeleitet werden. Sie spielt auf der Zehn, hat viele Ballkontakte, spielt schlaue Pässe. „Alex war manchmal zu tief, weil sie Bälle haben wollte. Das verstehe ich, aber wir wollen sie in der Box haben“, sagt BVB-Trainer Markus Högner.

Viele wünschen sich ein Trikot von Popp
Foto: Teresa Kröger
Doppelpack im ersten Spiel
Genau dort bekommt er seinen Top-Zugang dann doppelt. Zweimal schraubt sich Popp hoch. Zweimal köpft sie ein. Nach dem 2:0 jubelt sie ebenso inbrünstig wie in der Bundesliga oder Champions League. „Das war eine Befreiung. 1:0 ist immer ein gefährliches Ergebnis, das kann nach hinten losgehen“, sagt Popp nach dem „Geduldsspiel“, wie sie resümiert.

Auf ihrem linken Schuh ist der Name von Popps Hund Patch gedruckt
Foto: Teresa Kröger
„Alex feuert zwei Torpedos ab“
Im Mannschaftskreis nach dem Spiel sagt Trainer Högner: „Das war wie zu erwarten kein Selbstläufer. Wir sind aber geduldig geblieben und Poppi hat dann zwei Torpedos abgefeuert. Glückwunsch zum Auftaktsieg, Mädels! Samstag und Sonntag ist frei.“ Den Medien sagt er: „Alex ist die Unterschiedsspielerin. Ihre Lufthoheit ist außergewöhnlich, wie auch ihre Qualität insgesamt.“

Anstehen für Selfies mit und Autogramme von Popp
Foto: Teresa Kröger
Interviews auf Englisch
Popp selbst war recht zufrieden mit sich. „Ich hatte viele Aktionen, habe den Ball gut behauptet und Pässe gespielt, mit denen Bielefeld nicht gerechnet hat“, sagt sie – und wiederholt ihre Aussagen auf Englisch. Denn unter der stattlichen Zahl von 45 Journalisten sind auch The Athletic aus England, die New York Times und UOL aus Brasilien.

Kurz vor 22 Uhr ist der erste Drittliga-Tag für Popp vorbei
Foto: Teresa Kröger
Viele Freunde und Familie im Stadion
Und auf Popp wartet noch eine dritte Halbzeit. Kurz begrüßt sie Familie und Freunde, die wie aus dem Ruhrgebiet stammen. „Es sind so viele im Stadion. Die mehr als 300 Kilometer nach Wolfsburg zu fahren, war nicht immer so einfach. Schön, jetzt alle bei sich zu haben. Auch das macht es besonders“, sagt die gebürtige Gevelsbergerin, die den Namen ihres Hundes Patch auf den Fußballschuhen trägt und nun schnell zu ihren Fans lief.
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Quelle: BILD / instagram@vfbkrieschow21.08.2026
Trikot bekommt Popps Bruder
Selfies und Autogramme im Akkord. Nur die jungen Mädels mit den Schildern, auf denen sich das Trikot von Popp wünschen, muss die Ex-Nationalspielerin enttäuschen. Als Drittligist hat der BVB für jede Spielerin nur zwei Shirts pro Saison geplant. „Wir dürfen das Trikot also nicht weggeben. Aber am Saisonende bekommt es mein Bruder“, sagt Popp, bevor sie kurz vor 22 Uhr in die Kabine geschickt wird. Denn sonst hätte die Popp-Mania in Dortmund gar kein Ende …