Operation „Ostschild“
Hier baut die Bundeswehr Panzersperren an russischer Grenze
23.08.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Bundeswehr hilft bei der Befestigung von Polens Ostgrenze. (Archivfoto) (Quelle: —/Polnische Streitkräfte/dpa/dpa-bilder)
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Polen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad. Um die Grenze zu sichern, helfen auch deutsche Soldaten.
Militärlastwagen rollen über schmale Straßen zwischen Feldern und stillen Dörfern. Am Rand einer regennassen Fläche stehen Reihen massiver Betonhindernisse. Nur wenige Kilometer entfernt beginnt die russische Exklave Kaliningrad. Hier, nahe der Ortschaft Budry, in diesem früheren Sumpfgebiet im Nordosten Polens, befestigen polnische und deutsche Soldaten gemeinsam die Nato-Ostflanke, die Grenze des Bündnisgebiets zu Russland und Belarus.
Seit rund fünf Wochen graben Pioniere der Bundeswehr und der polnischen Streitkräfte Gräben, verlegen Stacheldraht und setzen Panzersperren in die Landschaft. „Heute, genau jetzt, ist es an der Zeit, diese Lücken zu schließen“, sagt vor Ort der deutsche Major Martin, dessen Nachname ungenannt bleiben soll. Bundeswehr-Soldat Jakob spricht von einer „riesigen logistischen Herausforderung“.
- „Operation Ostschild“: Deutsche Soldaten bauen Panzersperre an russischer Grenze
Für die Bundeswehr ist die Beteiligung am polnischen Verteidigungseinsatz namens „Ostschild“ inzwischen eine offizielle Mission. Polen hatte das Großprojekt 2024 als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine gestartet. Umgerechnet rund zehn Milliarden Euro sind dafür nach Angaben des polnischen Verteidigungsministeriums vorgesehen. Insgesamt gibt Warschau mittlerweile etwa fünf Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Verteidigung aus.
Verschiedene Arbeiten der Bundeswehr
Der „Ostschild“ soll die 210 Kilometer lange Grenze zu Russland und die 418 Kilometer lange Grenze zu Belarus mit einem mehrschichtigen System sichern: Befestigungen und Materialdepots gehören ebenso dazu wie klassische, elektronische und satellitengestützte Aufklärung sowie Drohnenabwehr.
Die Bundeswehr trägt mit Pionierarbeiten im Norden Polens und im strategisch wichtigen Suwalki-Korridor bei: dem schmalen Landstrich, der Polen und die baltischen Nato-Staaten verbindet. Das Gebiet ist eingeklemmt zwischen der russischen Exklave Kaliningrad auf der einen Seite und dem Staatsgebiet von Russlands Verbündetem Belarus auf der anderen.

Bundeswehrsoldat in Polen: Deutschland ist dort im Einsatz. (Quelle: IMAGO/Dominika Zarzycka/imago)
Der Suwalki-Korridor gilt daher als die Gegend, in der Russland nach Einschätzung der Nato mit hoher Wahrscheinlichkeit einen möglichen Angriff auf das Gebiet des Verteidigungsbündnisses beginnen würde.
Nach Bundeswehr-Angaben bauen deutsche Soldaten gemeinsam mit polnischen Kräften Panzerabwehrgräben, Draht- und Bausperren, Feldbefestigungen und Kampfstände. Die Kontingentführung der deutschen Pioniere traf im Juni ein, die Hauptkräfte folgten Anfang Juli.
Entsendung 2025 angekündigt
Schon im Dezember 2025 hatte das Bundesverteidigungsministerium eine mittlere zweistellige Zahl Soldatinnen und Soldaten für den „Ostschild“ angekündigt. Damals hieß es, ein Bundestagsmandat sei nicht nötig, weil es sich nicht um einen bewaffneten Auslandseinsatz im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes handle. Die laufende Unterstützungsphase ist nach Bundeswehr-Angaben zunächst bis Oktober vorgesehen und kann verlängert werden.
