Erstmals seit über zehn Jahren
„Chaos“: Russland zieht offenbar alle Schiffe aus dem Mittelmeer ab
23.08.2026 – 09:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Russische Marineübung „Ocean-2024“ (Archivbild): Aktuell gibt es keine russischen Schiffe mehr im Mittelmeer. (Quelle: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa/dpa-bilder)
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Russland hat seine letzten Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen. Der Schutz der Schattenflotte, fehlende Versorgungsschiffe und die Folgen des Ukraine-Kriegs bringen Moskaus Marine zunehmend unter Druck.
Russland hat offenbar erstmals seit mehr als zehn Jahren keine dauerhaft im Mittelmeer stationierten Kriegsschiffe mehr. Die seit 2013 bestehende Einsatzgruppe sei bereits im Juni abgezogen worden, berichtet der „Telegraph“ unter Berufung auf westliche Vertreter. „Seit Juni ist dort nichts mehr“, sagte ein Nato-Vertreter der Zeitung. Das sei „ziemlich bedeutsam“, weil Russland damit vorerst eine wichtige militärische Präsenz in der Region aufgegeben haben könnte.
Ein wichtiger Grund soll der wachsende Schutzbedarf der russischen Schattenflotte sein. Mit diesen Tankern exportiert Russland trotz westlicher Sanktionen weiterhin Öl. Mehrere Nato-Staaten haben solche Schiffe zuletzt kontrolliert oder festgesetzt und damit den Druck auf Moskau erhöht.
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Russland soll deshalb Kriegsschiffe in andere Seegebiete verlegt haben. Im Ärmelkanal patrouilliere derzeit die Fregatte „Neustrashimy“, die dort russische Schiffe begleiten soll. „Die Nato hat Russland vor ein Dilemma gestellt“, sagte eine diplomatische Quelle dem „Telegraph“. Dadurch entstehe nun „eine Lücke im Mittelmeer“.
Hinzu kommen dem Bericht zufolge erhebliche logistische Probleme. So sollen Versorgungstanker für längere Einsätze fehlen, zugleich hat vor allem die Schwarzmeerflotte im Krieg gegen die Ukraine Verluste erlitten. Ein Nato-Vertreter beschrieb den Zustand der russischen Überwasserflotte gegenüber dem „Telegraph“ drastisch: „Es ist ein Chaos.“
Auch die russische Militärpräsenz in Syrien soll neu geordnet werden. Nach Angaben des „Telegraph“ sollen der Marinestützpunkt Tartus und der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in den kommenden Monaten teilweise in gemeinsame syrisch-russische Ausbildungszentren umgewandelt werden. Gleichzeitig prüfe Moskau andere Standorte in der Region und wolle seine Präsenz in Libyen ausbauen. Im Hafen von Tobruk nutzt Russland dem Bericht zufolge bereits logistische Einrichtungen; zudem seien Infrastrukturprojekte an mehreren libyschen Luftwaffenstützpunkten geplant.
