Ab September

Diese Werbung ist bald verboten

  • T-Online

23.08.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 2 Min.

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Putzmittel: Hersteller müssen explizit erklären, was bestimmte Werbebegriffe bedeuten. (Quelle: IMAGO/imago)

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Die EU verschärft die Regeln für umweltbezogene Werbeaussagen erheblich. Hersteller müssen künftig Farbe bekennen.

Begriffe wie „öko“, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“ stehen auf zahlreichen Verpackungen. Doch oft ist unklar, was genau damit gemeint ist. Das ändert sich nun. Denn ab dem 27. September 2026 gelten für solche Werbeaussagen deutlich strengere Regeln.

Grundlage ist die EU-Richtlinie (EU) 2024/825, auch „EmpCo“ genannt. In Deutschland wurden diese europaweiten Vorgaben unter anderem mit einer Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt. Ziel ist es, die trügerische, umwelt- oder klimabezogene Werbung (Greenwashing) einzudämmen und Verbraucher besser zu schützen.

Darum geht es konkret

Viele Unternehmen bewerben ihre Produkte wie Lebensmittel, Kleidung und Kosmetik mit Begriffen wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „vollständig recycelbar„. Einige Kunden gehen dann davon aus, dass die Ware in Bezug auf die Umwelt klare Vorteile gegenüber einem Konkurrenzprodukt hat. Häufig ist jedoch unklar, worauf die Hersteller ihre Werbeaussagen beziehen: das ganze Produkt, die Verpackung, die Inhaltsstoffe oder darauf, dass sie Ausgleichszahlungen für Klimaprojekte kaufen und somit die Umweltunverträglichkeit ihres Produkts oder ihrer Produktion kompensieren.

Mit der neuen EU-Richtlinie soll sich das nun ändern. Demnach sind künftig pauschale Umweltversprechen nicht mehr ohne eine entsprechende Erklärung gestattet. Die Erklärung kann dabei auf der Verpackung oder der Webseite erfolgen. Hinzu kommt, dass Hersteller ihre Aussagen obendrein noch konkretisieren und belegen müssen.

Anhand eines Beispiels wird deutlich, was die EU-Vorgabe genau vorsieht. Wasch- und Putzmittel oder Milch werden oft als „klimaneutral“ beworben. Diese Aussage beruht jedoch selten darauf, dass bei der Herstellung tatsächlich weniger CO2 ausgestoßen wurde. Stattdessen kauften die Hersteller sogenannte Kompensationszertifikate. Dabei handelt es sich um einen offiziellen Nachweis, dass durch die Investition in ein Klimaschutzprojekt Treibhausgasemissionen reduziert wurden. Mögliche Projekte sind etwas die Aufforstung oder der Moorschutz. Der Hersteller hat demnach nicht aktiv dazu beigetragen, dass sein eigener CO2-Ausstoß reduziert wurde. Er hat sich den Nachweis und somit das umweltfreundliche Image erkauft. Für Verbraucher wird das oftmals erst im Kleingedruckten erkennbar.

Kritiker sprechen in solchen Fällen von Greenwashing. Sie fügen zudem an, dass der freiwillige Kauf von Kompensationszertifikaten nicht ausreichend reguliert sei. Für Verbraucher ist es daher schwer nachvollziehbar, ob die Kompensationen tatsächlich stattfinden.