Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj äußert sich zu möglichen Wahlen
Aktualisiert am 23.08.2026 – 10:31 UhrLesedauer: 24 Min.
Wolodymyr Selenskyj (Archivbild): Der ukrainische Präsident lehnt Wahlen in Kriegszeiten weiterhin ab. (Quelle: Mindaugas Kulbis/AP/dpa/dpa-bilder)
Selenskyj reagiert auf eine Forderung eines Ex-Ministers. Die Ukraine plant, die Rekrutierungsregeln zu ändern. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Selenskyj: Wahlen im Krieg würden die Ukraine „spalten“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Forderung von Ex-Verteidigungsminister Mychailo Fedorow nach Neuwahlen im Krieg zurückgewiesen. „Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen“, sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten. Er warnte vor einem „Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird“.
Wadephul macht Ukraine Hoffnung auf Patriot-Raketen
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere humanitäre Hilfe von 50 Millionen Euro zugesichert und ihr Hoffnung auf zusätzliche Mittel für die Luftverteidigung gemacht. Der CDU-Politiker versicherte, dass er weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Abwehrraketen zu bewegen. Auch einen weiteren Beitrag der Bundeswehr schloss er nicht aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) müsse „gemeinsam mit seinen Fachleuten in die Bestände gucken und schauen, ob noch etwas möglich ist“.
Dem Außenminister wurde bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt vor Augen geführt, wie wichtig die Luftabwehr angesichts zunehmender russischer Angriffe mit ballistischen Raketen ist. Während er zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Samstag an einem Veteranentreffen teilnahm, wurde ein nur 30 Kilometer entfernter Vorort von Kiew mit drei Raketen angegriffen. Zwei Menschen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Auch bei dem Veteranentreffen gingen auf den Handys die Sirenen an: Luftalarm.
„Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet“, sagte Wadephul. Und dieser Krieg werde nicht nur an der Front ausgetragen, sondern überall im Land. „Das macht auch deutlich, dass die praktische Unterstützung dieses Landes weiter notwendig ist.“
Ukraine: „Radikale Änderungen“ bei Mobilisierung geplant
Roman Kostenko, Sekretär des ukrainischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Verteidigung und Nachrichtendienste hat in der TV-Sendung Sendung „Welikyj Lwiw“ angekündigt, dass die ukrainischen Behörden „radikale“ Änderungen am Mobilisierungsprozess vorbereiten – unter anderem beim Einberufungsalter.
Die derzeitigen finanziellen Zulagen würden nicht dazu ausreichen, die Zahl der Vertragssoldaten zu erhöhen, so der Abgeordnete. Der Staat suche daher nach neuen Wegen, um Menschen für den Armeedienst zu gewinnen.

