Eine Gottesanbeterin sitzt auf einer Pflanze vor blauem Himmel

Stand: 23.08.2026 • 10:28 Uhr

Lange galt sie hierzulande als Exotin, doch mittlerweile hat sich die Gottesanbeterin sprunghaft verbreitet – eine Folge des Klimawandels. Vor allem in zwei Regionen Deutschlands ist das Insekt zu finden.

In diesem Sommer wurden in Deutschland ungewöhnlich viele Gottesanbeterinnen registriert. Seit Anfang Juli wurden mehr als 15.000 Sichtungen des exotischen Insekts gemeldet, teilte der Naturschutzbund NABU mit. Das sei deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr.

Der NABU betreibt ein Online-Portal, auf dem Bürgerinnen und Bürger Sichtungen melden können. Wegen des besonderen Aussehens bestimmen auch Laien das Insekt fast immer richtig: 99,9 Prozent der Bilder seien korrekt.

„Klimawandel der entscheidende Faktor“

Lange kam die Gottesanbeterin vor allem am Kaiserstuhl bei Freiburg ganz im Süden Deutschlands vor. Inzwischen ist sie auch entlang des Rheins bis in die Kölner Gegend häufig zu finden. Eine davon getrennte Population breite sich in einem Gebiet zwischen Berlin und Thüringen aus, so der NABU.

Wärmere Temperaturen in Deutschland begünstigten die Tiere dadurch, dass die von den Weibchen abgelegten Ei-Pakete zur Entwicklung Wärme benötigten, so NABU-Experte Helge May. „Da ist der Klimawandel der entscheidende Faktor“.

Schneller als ein Wimpernschlag

Die Gottesanbeterin ist für ihr makaber anmutendes Paarungsverhalten berüchtigt: Rund ein Drittel der Männchen stirbt unmittelbar nach der Paarung – weil das Weibchen das kleinere Männchen frisst.

Das Insekt kann seiner Beute stundenlang auflauern. Der Fangschlag dauert 50 bis 60 Millisekunden – und ist damit etwa sechsmal schneller als ein Lidschlag des menschlichen Auges. Für Menschen ist die Gottesanbeterin ungefährlich.