Ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl unter AfD-Anhängern ist auch aus anderen Untersuchungen bekannt. Die Ursache-Wirkungs-Beziehung ist allerdings nicht eindeutig. Eine bundesweite Panelstudie, die Daten aus vier Befragungswellen auswertete, fand weder Hinweise darauf, dass wachsende Kriminalitätsfurcht die Unterstützung für die AfD erhöht, noch auf den umgekehrten Effekt. Als möglichen gemeinsamen Hintergrund nennen die Autoren bereits vorhandene autoritäre Einstellungen. Unbestritten ist: In ihrer politischen Kommunikation verbindet die AfD Themen wie Kriminalität und Sicherheit häufig mit Migration.

Nur bei CDU-Anhängern liegt Olympia vorn

Spannend ist auch ein Blick auf die Olympiafrage: 68 Prozent der befragten Berliner Wahlberechtigten lehnen der Forsa-Umfrage zufolge eine Bewerbung der Hauptstadt um die Olympischen Spiele ab. Lediglich 25 Prozent sprechen sich dafür aus, 7 Prozent äußern keine eindeutige Meinung. Nur unter den CDU-Anhängern überwiegt in der Stichprobe die Zustimmung: 52 Prozent von ihnen sind dafür, 44 Prozent dagegen. Bei den SPD-Anhängern überwiegt die Ablehnung mit 59 Prozent deutlich. Unter den Anhängern von Grünen, Linken und AfD sprechen sich jeweils zwischen 74 und 75 Prozent gegen die Bewerbung aus.

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Die Olympiafrage verläuft damit deutlich weniger entlang der üblichen politischen Lagergrenzen als die Enteignungsfrage. Grüne, Linke und AfD liegen bei ihrer Ablehnung nahezu gleichauf, während die CDU als einziges Lager mehr Zustimmung als Ablehnung verzeichnet. Auffällig ist auch der Abstand zwischen der SPD-Anhängerschaft und der SPD-geführten Sportverwaltung, die das Projekt gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner vorantreibt.

Der Senat wirbt damit, dass nach seinem Konzept „Berlin+“ 97 Prozent der benötigten Sportstätten bereits vorhanden seien. Er veranschlagt die Organisationskosten auf 4,82 Milliarden Euro und erwartet Einnahmen von 5,24 Milliarden Euro. Hinzu kämen laut bisheriger Planung Investitionen der öffentlichen Hand von rund 1,59 Milliarden Euro. Nicht enthalten sind bislang unter anderem die Kosten für Sicherheit, Verwaltung und weitere öffentliche Leistungen. Diese hat der Senat noch nicht beziffert.

Erst nach der Wahl, am 26. September, will der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden, ob Berlin, München oder die Region Köln-Rhein-Ruhr für Deutschland ins internationale Bewerbungsverfahren geht. Hamburg zog seine Bewerbung nach einem negativen Referendum zurück, während es in Berlin keine vorherige offizielle Abstimmung gibt. Das Abgeordnetenhaus billigte die Bewerbung mit Zweidrittelmehrheit. Olympia-Gegner sammeln deshalb Unterschriften für einen Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens.