Wochenlange Trockenheit und historisch niedrige Wasserstände in Lech und Wertach haben deutliche Auswirkungen auf die Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke in Augsburg. Wie die Lechwerke (LEW) auf Anfrage mitteilen, stand den Turbinen weniger Wasser zur Verfügung als in Jahren mit durchschnittlichen Niederschlägen. Die LEW betreiben das Kraftwerk in Inningen. Üblicherweise produziert dieses 12,1 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Für dieses Jahr rechnet die LEW mit einem spürbaren Rückgang. Das Kraftwerk der Stadtwerke (SWA) am Hochablass ist ebenfalls betroffen.
Wie berichtet, hat es auch in Augsburg zuletzt deutlich zu wenig geregnet. Lech und Wertach führen entsprechend zu wenig (und zu warmes) Wasser, was Fische massiv in die Bredouille bringt. Aber auch LEW und SWA müssen sich anpassen. „Über alle LEW-Wasserkraftwerke betrachtet, lag die Stromerzeugung während der bisherigen Trockenperiode rund 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel“, sagt Sprecherin Tatjana Vinkovic. „Auch das Kraftwerk Inningen verzeichnet ähnlich niedrige Erzeugungsmengen.“
Niedrigwasser in Augsburger Flüssen: Wasserkraft-Stromerzeugung geht zurück
In einem durchschnittlichen Jahr erzeugt das Inninger Kraftwerk demnach rechnerisch den Jahresstrombedarf von 3900 Haushalten. Für eine Gesamtbilanz für das laufende Jahre sei es noch zu früh. Grundsätzlich gelte: „Unsere Anlagen erzeugen jeweils so viel Strom, wie die aktuelle Wasserführung unter Einhaltung aller wasserrechtlichen und ökologischen Vorgaben zulässt“, sagt Vinkovic. Sie betont, dass sich durch die geringere Wasserkraft-Stromerzeugung für die Versorgungssicherheit keine Einschränkungen ergäben. „Geringere Erzeugungsmengen aus Wasserkraft werden im Gesamtsystem durch andere Erzeugungsarten und den Strommarkt ausgeglichen.“
Stromerzeugung aus Wasserkraftwerk am Hochablass erfährt Rückgang um ein Drittel
Beim Kraftwerk im Hochablass-Wehr beziffert die zuständige SWA den Rückgang durch Niedrigwasser in den Sommermonaten im Vergleich zu 2023 und 2024 auf rund ein Drittel. Es handelt es sich laut Sprecher Jürgen Fergg um ein „Restwasser-Kraftwerk“. Das heiße, wenn alle anderen Abnehmer bedient seien, nur dann werde mit der verbleibenden Wassermenge Strom erzeugt. Abnehmer seien etwa die Stadtbäche, die Kanu-Strecke, künftig die Fischaufstiegsanlage, aber auch die Wassermenge, die grundsätzlich im Fluss verbleiben müsse.
2023 lieferten die zwei Turbinen am Hochablass etwa 13 Millionen kWh, 2024 rund 14,1 Millionen kWh. 2025 waren es wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten deutlich weniger. In einem „normalen“ Jahr könnten laut Fergg umgerechnet rund 5000 Haushalte versorgt werden. Niemand beziehe aber speziell Strom aus dem Hochablass-Kraftwerk. Der Strom werde ins öffentliche Netz eingespeist.