Der Zoo Karlsruhe trauert um seinen Senioren-Kurzkrallenotter Torben: Der fast 16 Jahre alte Otter musste heute eingeschläfert werden, wie der Zoo via Facebook mitteilte. Zuvor hatte das Tier nur noch sehr schlecht gefressen. Bei einer eingehenden Untersuchung stellten die Zootierärzte massive Zahnprobleme sowie Veränderungen am Kiefer fest. Aufgrund dieser Befunde traf das Team die schwere Entscheidung, Torben zu erlösen und ihm weiteres Leiden zu ersparen.
Zoo Karlsruhe verliert Senioren-Otter Torben
Torben wurde im Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck geboren und lebte seit dem Jahr 2012 im Zoo Karlsruhe. Mit knapp 16 Jahren hatte er bereits ein für seine Art sehr hohes Alter erreicht – in freier Wildbahn werden Kurzkrallenotter meist etwa zehn bis 15 Jahre alt.
Wie der Zoo Karlsruhe weiter informiert, soll die Haltung dieser Tierart im Fächerstadt-Zoo auf jeden Fall fortgeführt werden. Aktuell lebt das neunjährige Weibchen Tabea zwar allein auf der Anlage, sie soll jedoch baldmöglichst wieder Gesellschaft bekommen. Da Kurzkrallenotter sehr soziale Tiere sind und gewöhnlich in Paaren oder Familiengruppen leben, ist das Zusammenleben mit Artgenossen für ihr Wohlbefinden besonders wichtig.
Verlust von Lebensräumen bedroht Kurzkrallenotter weltweit
Die Bemühungen um einen neuen Partner stehen auch im Kontext des Artenschutzes: Die Weltnaturschutzunion stuft den Kurzkrallenotter auf der Roten Liste gefährdeter Arten (IUCN Red List) als „gefährdet“ ein. Vor allem der Verlust geeigneter Lebensräume, die Verschmutzung der Gewässer sowie illegale Jagd setzen den Beständen in freier Natur stark zu.
Damit eine stabile und genetisch vielfältige Population in menschlicher Obhut erhalten bleibt, koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) die Haltung und Zucht in den teilnehmenden Zoos. In enger Abstimmung mit dem EEP wird nun nach einem passenden Partner für Tabea gesucht, damit im Zoo Karlsruhe bald wieder ein Otter-Pärchen zusammenleben kann.