Ihr Haus wurde schnell evakuiert, ein Teil davon abgerissen. Nun durchsuchten die Mieter der Holstenstraße 197 die Trümmer – um zu bergen, was der Bagger nicht zerstörte.

23. August 2026, 17:39 Uhr

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Artikelzusammenfassung

Zwischen Schutt, Staub und Atemmasken versuchen die Bewohner der Holstenstraße 197 in Hamburg, ihr abrupt zerbrochenes Zuhause Stück für Stück zurückzuscrollen. Nachdem das Haus Ende Juli wegen massiver statischer Verschiebungen in Windeseile geräumt und teils abgerissen wurde, suchen elf Mieter nun auf der Baustelle nach Relikten ihres alten Lebens – Schlafsack, Kochbuch, Teppich, Decke, Fotos, Kassetten –, als wäre das Trümmerfeld ein sehr persönliches Archiv im Crash-Modus. Richard von der Schulenburg beschreibt die Bergung als Knochenarbeit und zugleich als eine Art kollektive Traumaverarbeitung, während Annie Rahn um anvertraute Möbelstücke bangt, Marijke Hankel sich an dem wiedergefundenen Kochbuch ihrer Großmutter festhält und Vladimir Petrovic Gutierrez Lopez in Teppich, Decke und dem vermissten Foto seiner Oma die ganze Wucht von Exil, Familie und Erinnerung verdichtet sieht. Der Text zoomt dabei klug vom einzelnen Fundstück auf größere Fragen von Verlust, Fürsorge und Zugehörigkeit, ohne ins Sentimentale abzurutschen – eher leise, präzise und mit jener bitteren Ironie, dass ausgerechnet Kinder in solchen Ausnahmezuständen oft den klarsten Sound liefern. Am Ende bleibt ein kleines, fast trotziges Signal der Hoffnung: Vier Tage später tauchen Richards Kassetten tatsächlich wieder auf.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.

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Ein Dienstag Mitte August, unweit der S-Bahnstation Holstenstraße in Hamburg: Auf einer Baustelle haben Arbeiter einen weißen Sichtschutzzaun aufgestellt. Dahinter liegt ein Trümmerfeld. Elf Menschen in blauen Overalls und Atemschutzmasken gehen darin umher. Ihr Miethaus in der Holstenstraße 197 war Ende Juli in kürzester Zeit wegen schwerer statischer Verschiebungen evakuiert und dann teilweise abgerissen worden. Nun suchen sie im Schutt nach ihren Habseligkeiten.

Still gehen sie ihrer Arbeit nach. Mit Hacken und Schaufeln knien sie im Schutt, fast wie Archäologen, und arbeiten sich langsam vor. Manchmal hält jemand den Schnipsel einer Zeitschrift hoch und schaut sich nach den anderen um. Erkennt ihn niemand, verschwindet er wieder im Schutt.