Bald 30 Jahren fahren Konfirmanden, Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus Augsburg und dem Umland ins Konfi-Camp nach Italien. Das zehntägige Camp, das auch in diesem Sommer zweimal stattfindet, soll Gemeinschaft fördern und den Glauben stärken. Das Camp wird von den jungen Menschen als so positiv erlebt, dass viele wiederkommen wollen und teils noch Jahre danach als Ehrenamtliche mit anpacken. So wie Thore Eifler, der Urlaub nimmt und sich zwei Wochen in seinem Job freistellen lässt, damit er im Konfi-Camp dabei sein kann, oder Jolina Cestonaro, die sich vor über zehn Jahren im Camp taufen ließ. Das Konfi-Camp – eine Geschichte in Zahlen.

1998 fand das erste Camp in Grado an der italienischen Adria statt, in das junge evangelische Kinder aus Augsburg und der Region fuhren. Das Angebot für ist keinen Pflicht – es wird aber Jahr für Jahr von zahlreichen Jugendlichen wahrgenommen. Etwa von Tobias, 13, aus Kriegshaber, der im ersten Camp des Jahres dabei war. Er sagt: „Das Konfi-Camp war sehr cool. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und man hat gemerkt, dass Kirche nicht nur Gottesdienst sein muss. Bei den Andachten gab es coole Musik und sie waren speziell auf Jugendliche ausgerichtet.“

700 Personen sind dieses Jahr bei beiden Terminen mit von der Partie. Pro Camp sind etwa 350 Menschen vor Ort. Der Großteil sind die „Konfis“ (im ersten Camp 180), wie sie genannt werden. Dann gibt es eine Gruppe der „Vertiefenden“ (im ersten Camp 50), die bereits als Konfirmand das Konfi-Camp besuchten, für einen Einsatz als Ehrenamtlicher aber noch zu jung sind. „Sie dürfen eine halbe Stunde länger aufbleiben und haben ein eigenes Programm“, betont der ehrenamtliche Mitarbeiter Philip Flat. Daneben gibt es zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort, die den Rahmen und die Inhalte für das Camp schaffen.

Für viele Teilnehmer ist es das Besondere am Konfi-Camp: Zehn Tage lang Gemeinschaft erleben.

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Für viele Teilnehmer ist es das Besondere am Konfi-Camp: Zehn Tage lang Gemeinschaft erleben.
Foto: Dekanat / Lucie Holl

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Für viele Teilnehmer ist es das Besondere am Konfi-Camp: Zehn Tage lang Gemeinschaft erleben.
Foto: Dekanat / Lucie Holl

2 bis 3 Einheiten aus dem Konfirmandenunterricht erhalten die Konfis innerhalb der Zusammenschlüsse ihrer Kirchengemeinden pro Tag. Die sieben Augsburger Kirchengemeinden sind dort etwa unter dem Namen „Wilde 7“ untergebracht. Es bleibe genug Zeit, dass die Jugendlichen an den Pool oder Strand gehen, sich kreativ oder sportlich betätigen oder einfach eine Pause einlegen. Nach dem Abendessen gibt es Programm und eine kurze Abendandacht. Besondere Höhepunkte sind der Taufgottesdienst und der Abendmahlsgottesdienst. Der 13-jährige Tobias fand es „toll“, bei der Taufe von anderen „Konfis“ dabei sein zu können. Daneben hätten ihm besonders die Standpartys gefallen, weil man da am stärksten gemerkt habe, dass sie eine Gemeinschaft sind und jeder habe mittanzen konnte. „Und auch das Abendprogramm war super, bei dem auch Konfis auf die Bühne geholt wurden.“

Im Konfi-Camp lassen sich Konfirmanden bei einem feierlichen Taufgottesdienst taufen

3 bis 7 Personen würden mindestens pro Camp getauft. Jolina Cestonaro ist 25 Jahre alt und ließ sich 2014 im Konfi-Camp taufen. Dies sei ein „einschneidendes Erlebnis“ für sie gewesen. „Ich wurde dreimal in der Adria untergetaucht. Es war so toll hier Teil der Gemeinde zu werden.“ Das Konfi-Camp ließ sie seither nicht mehr los, sie war im August das 13. Mal mit dabei und arbeitet als Ehrenamtliche mit. Philip Flat, 24, ist ebenfalls Wiederholungstäter. Einmal wurde er dazu ausgewählt, einen Täufling zu begleiten. Auch das habe er, der die Taufkerze für den Jugendlichen bastelte, als besonderes Erlebnis empfunden. Ein großes Team ehrenamtlicher Helfer arbeitet in der Küche.

405 Kilogramm Nudeln werden in den beiden Camps verbraucht, 360 Kilo Müsli und 9000 Liter Wasser. Das Küchen-Team gebe sich viel Mühe und versuche stets, Verbesserungen vorzunehmen, erklärt Thore Eifler, der das Team im ersten Camp des Sommers leitete. „Seit letztem Jahr backen wir beispielsweise auch unser Brot selbst, ein Sauerteigbrot, weil uns das italienische Brot nicht so gut geschmeckt hat.“

2024 wurde ein Förderverein gegründet, der sich für den Erhalt des Konfi-Camps einsetzt

1 Förderverein hat sich 2024 gegründet. Sowohl die Gründungsmitglieder als auch alle anderen Mitglieder möchten sich dafür einsetzen, dass das Konfi-Camp erhalten bleibt, betont Christine Weiner: „Wir wollen damit auch unser Netzwerk ausbauen.“ Es gebe eine Vielzahl von ehemaligen Teilnehmern und auch Firmen, die das Camp unterstützen. „Etwa das Busunternehmen Ludwig Tours, die die Konfis seit 1998 nach Grado und wieder zurückbringen. Die Busfahrer sind inzwischen zu großen Fans des Konfi-Camps geworden.“

20 Tonnen Material werden pro Jahr mit dem Lkw hin- und hergefahren, damit das Camp aufgebaut werden kann. 68 Acht-Mann-Zelte müssen transportiert werden. Viele Menschen packen mit an, damit es Jahr für Jahr stattfinden kann. Mit Erfolg. „Ich glaube, das Konfi-Camp war ein Erlebnis, an das ich mich noch sehr lange erinnern werde“, urteilt Tobias nach seinem Aufenthalt im Camp.