Nach dem Auswärtssieg am vergangenen Spieltag bei Turbine Potsdam (4:1) galt das Duell mit dem SC Sand als erster Maßstab dafür, wo die Borussia in dieser Saison leistungsmäßig einzuordnen ist. Immerhin spielte Sand in der Vorsaison um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mit und wurde erst am vorletzten Spieltag von einem Aufstiegsplatz verdrängt. Am Ende reichte es nur zum undankbaren dritten Rang – dem ersten Nichtaufstiegsplatz. Im Sommer folgte ein größerer Umbruch. Trotzdem ist Sand auch in dieser Saison zu den besseren Teams der Liga zu zählen. Und letztlich erwies sich Sand als zu stark für die Borussia, auch wenn der Sieg mit 2:1 knapp ausfiel.
„Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht und waren in vielen Phasen die bessere Mannschaft. Zwei unnötige Gegentore – ein Eigentor und ein Gegentreffer nach einer Ecke – haben uns letztlich das Spiel gekostet“, sagte Trainer Jonas Spengler hinterher.
Borussias Frauen erwischten einen unglücklichen Start und verhalfen Sand durch ein kurioses Eigentor zur 1:0-Führung: In der 15. Minute traf Pija Reininger aus spitzem Winkel den Pfosten. Beim anschließenden Versuch, den Abpraller zu klären, rutschte Miriam Arici aus und beförderte den Ball ins eigene Tor.
Sand erhöht früh auf 2:0 gegen Borussia
Borussia hatte kurz darauf die Chance zum Ausgleich: Sands Torhüterin Lucie Schlime lenkte eine Direktabnahme von Alina Abdii nach Zuspiel von Imke Kessels jedoch mit den Fingerspitzen an die Latte. Borussia arbeitete sich ins Spiel, kassierte in der 26. Minute aber bereits den zweiten Gegentreffer. Nach einer Ecke landete der Ball über Umwege bei der freistehenden Reininger, die ihn aus kurzer Distanz mit der Hacke zum 2:0 ins rechte Eck setzte.
In der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs wurde Borussia stärker und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Lily Jones-Badoie setzte eine Hereingabe von Kessels am ersten Pfosten knapp neben das Tor. In der 39. Minute scheiterte Miriam Arici nach einem Steckpass von Abdii aus sieben Metern an Schlime.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Borussia bemüht, den Rückstand zu verkürzen. In der 58. Minute konnte Sand eine Hereingabe von Imke Kessels nicht entscheidend klären, doch Jones-Badoie setzte den Ball über den Kasten. Auf der Gegenseite verhinderte Sam Drissen im letzten Moment, dass die einschussbereite Reininger eine scharfe Hereingabe von Melissa Ugochukwu verwerten konnte.
Anschlusstreffer fällt zu spät für die Borussia
Borussia war bemüht, fand aber in Sands kompakter Defensive zu selten die nötigen Räume. Erst in der 87. Minute fiel der Anschlusstreffer. Nach einem Steilpass von Suus van der Drift auf Mia Giesen ließ Schlime deren Schuss aus 15 Metern zur Seite abprallen. Elize Celissen setzte nach und staubte zum 1:2 unter die Latte ab. Fortan drängte Borussia auf den Ausgleich, der jedoch nicht mehr fiel. Zweimal ergab sich für Giesen noch die große Chance zum 2:2, doch beide Male blieb sie ungenutzt.
„Uns haben zudem der letzte Punch und vielleicht auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt, um das Spiel noch zu drehen. Nach dem späten Anschlusstreffer wurde es zwar noch einmal spannend, aber am Ende hat es leider nicht gereicht. Gegen Jena und Sand haben wir gegen zwei Topteams gut gespielt. Jetzt müssen wir uns für solche Leistungen aber auch belohnen“, sagte Trainer Spengler.