Bielefeld-Heepen. Für Heeper gehört er genau so fest zum Jahresverlauf wie Weihnachten und Ostern: der Heeper Ting. Einmal im Jahr wird der Ortskern nicht nur zum Schauplatz eines bunten Volksfests, sondern auch zu einem Ort für unzählige Begegnungen, Treffen und Wiedersehen. „Ob es Fußballer sind, Leute vom Schützenverein oder ehemalige Klassenkameraden, alle treffen sich auf dem Ting für ein fröhliches Getränk“, sagt Jürgen Utecht, Vorsitzender der ausrichtenden Interessen- und Werbegemeinschaft Heepen. Und auch mancher Heeper, der inzwischen anderswo lebt, kommt eigens für das traditionsreiche Fest zurück.

„Wichtig ist, dass man sich trifft“, sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Elke Grünewald. Genau das ist seit Jahrzehnten der Kern des Heeper Tings. Vom 4. bis 6. September wird im Ortskern zum 46. Mal gefeiert – mit Musik, Kirmes, Flohmarkt, Kunsthandwerk, Vereinen, Essen und Getränken und einem verkaufsoffenen Sonntag. Das Grundrezept wird dabei bewusst nicht neu erfunden.

„Von der Systematik ist alles unverändert geblieben“, sagt Holger Bittner vom Heeper Bezirksamt. „Es ist ein bewährtes Konzept.“ Sabine Utecht, Geschäftsführerin der Interessen- und Werbegemeinschaft, formuliert es grundsätzlicher: „Der Ting ist kein abgehobenes Stadtteilfest, sondern ein Fest von Bürgern für Bürger. Und genau dieses Lokalkolorit wollen wir behalten.“

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Bühne für Musiker aus Heepen, Bielefeld und der Region

Das zeigt sich auch beim Programm: Traditionell übernehmen die Musikensembles des Gymnasiums Heepen am Freitag ab 17.30 Uhr den Auftakt, um 18 Uhr eröffnen Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher und Jürgen Utecht offiziell das Fest. Über das Wochenende reicht das Programm dann von „Patchwork Noise“ und den „Soul Rebels“ über die „Burning Guitars“ bis zur Kinderrockband „Randale“.

Dazu kommen Chöre, Tanzgruppen und weitere Akteure aus dem Stadtbezirk. Eine Band hebt Sabine Utecht allerdings besonders hervor: „The Gate“. Die jungen Bielefelder spielen am Sonntag um 18.30 Uhr. Die Musiker haben sich an der Musik- und Kunstschule kennengelernt und ihre Band gegründet, aufgetreten sind sie bereits beim Lakeside-Festival und beim Heeper Sommer.

Und dort haben sie offenbar nachhaltig Eindruck hinterlassen. „Die sind wirklich gut drauf“, sagt Utecht. Die Band sei motiviert, verfüge bereits über ein ordentliches Repertoire und könne problemlos eine Stunde füllen. „Das hat mich wirklich überzeugt.“ Umso mehr freue sie sich, dass der Ting solchen jungen Musikern eine Bühne bieten könne. Große Namen braucht es nach Ansicht der Veranstalter ohnehin nicht. „Es kommt auch auf die Mischung an“, sagt Sternbacher. Entscheidend sei, Musiker aus Heepen und der Region zusammenzubringen, mit denen das Publikum etwas anfangen könne. „Und außerdem“, fügt er grinsend hinzu: „Roland Kaiser hatte keine Zeit.“

Publikumsmagnet ist der Flohmarkt mit 360 Ständen


Beim Ting-Flohmarkt in Bielefeld-Heepen drängen sich die Menschen und suchen nach Schnäppchen. - © Mike-Dennis Mller / www.mdm.photo

Beim Ting-Flohmarkt in Bielefeld-Heepen drängen sich die Menschen und suchen nach Schnäppchen.
| © Mike-Dennis Mller / www.mdm.photo

Mindestens so wichtig wie die Bühne ist aber alles, was sich drumherum abspielt. Auf der Jahnwiese präsentieren sich zahlreiche Vereine und Organisationen aus dem Stadtbezirk – von Schützen und Imkern über Sozialverbände bis zum Verein „Spielwiese“. Auf dem Schulhof der ehemaligen Tieplatzschule läuft zudem an allen drei Tagen die Kirmes. Zu den größten Publikumsmagneten gehört seit Jahren der Flohmarkt. I

nsgesamt gibt es am Samstag und Sonntag 360 Stände, jeweils rund 180 pro Tag. Kommerzielle Händler bleiben außen vor, der Ting hält bewusst an einem klassischen Floh- und Trödelmarkt fest. Daneben lockt der Kunst- und Kreativmarkt mit Schmuck, Kerzen, Holzarbeiten, Makramee und jeder Menge Handarbeiten. Für einige Besucher offenbar die erste Gelegenheit, sich mit Weihnachtsgeschenken einzudecken. „Was hier an Wollsocken durchgeht, ist schon sensationell“, sagt Bittner.


Die Eröffnung des Heeper Ting findet traditionell auf dem Platz vor dem Bezirksamt statt. - © BARBARA FRANKE

Die Eröffnung des Heeper Ting findet traditionell auf dem Platz vor dem Bezirksamt statt.
| © BARBARA FRANKE

Auch kulinarisch wird wieder einiges geboten. Bratwurst und Crêpes bleiben gesetzt, dazu gibt es unter anderem holländische Pommes, Pasta aus dem Parmesanlaib, Wraps und Bowls. Neu dabei ist ein Fischfeinkost-Stand. Und der im vergangenen Jahr gut angenommene Cocktailstand bekommt diesmal einen besser sichtbaren Platz. Bier, Wein, Aperitifs und alkoholfreie Getränke gibt es natürlich ebenfalls.

Verkaufsoffener Sonntag gehört dazu

Für die Geschäftsleute im Ortskern ist besonders der Sonntag wichtig. Von 13 bis 18 Uhr öffnen die Heeper Geschäfte. Für die Werbegemeinschaft sei der Ting ihr „Schlachtschiff“, sagt Jürgen Utecht, mit der wichtigste Termin im Jahr. Sternbacher sieht den verkaufsoffenen Sonntag als festen Bestandteil des Festes: „Die Geschäfte sind eine Stärke des Ortskerns und gehörten deshalb selbstverständlich dazu.“

Und so soll es auch bei der 46. Auflage des Ting vor allem um das gehen, was Heepen ausmacht: Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt und Freude daran, drei Tage lang miteinander ihren Ting zu feiern.

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