
Die letzte Chance, den deutschen Medaillenspiegel bei der Heim-WM noch einmal aufzubessern, haben die Para-Dressurreiterinnen genutzt. Nach Team-Silber am Freitagabend sicherte sich Deutschland am letzten Wettkampftag in den abschließenden Küren noch einmal drei Medaillen: einmal Silber und zweimal Bronze.
Von Lisette Robiné (Aachen)
Regine Mispelkamp holte mit 78,185 Prozent in ihrer Kür in Grade V Silber, Helen Brandt (78,005 Prozent) Bronze in Grade IV. Heidemarie Dresing sammelte ihre dritte WM-Medaille in Aachen ein. Am Ende wurde es in der Kür-Wertung die Bronzemedaille für die 71-Jährige.
Bronze-Gewinnerin Helen Brandt: „Ich hab ihn tanzen lassen“
Für Helen Brandt war es ihr WM-Debüt, dementsprechend glücklich war sie über ihre zweite Medaille in Aachen: „Ich bin völlig überwältigt, unfassbar dankbar und happy. Ich kann das noch gar nicht glauben und in Worte fassen.“
Helen und ihr gerade einmal achtjähriger Wallach „Willi“ seien am Sonntag wirklich „angekommen“, so WDR-Para-Expertin Gianna Regenbrecht nach den drei Tagen WM. Auch Brandt bestätigte diesen Eindruck: „Ich habe es wirklich genossen. Ich bin reingekommen und merkte: Er liebt diese Atmosphäre“.
Mit rockiger Musik konnte sie die Richter und das Publikum von sich und Willi überzeugen. Nach der Grußaufstellung folgten jede Menge Applaus, Freudentränen und 78,005 Prozent in der Wertung.
Damit beendet die 30-Jährige ihr WM-Debüt mit einer weiteren Medaille: „Ich bin unfassbar happy. Dass es jetzt noch die Medaille wirklich geworden ist, ist die Krönung von allem.“
Mispelkamp holt Silber in Grade V
„Mein Pferd liebt seine Musik und er wird immer stolzer und größer. Es macht so viel Spaß, dieses Pferd da drin präsentieren zu dürfen“, schwärmte Mispelkamp, die deutsche Para-Reiterin aus Grade V, über ihren Highlander Delight’s. Ein besonderes Highlight ihrer Kür: die Galoppade von „Lights“ mit der sie sich aufs Treppchen „galoppierte“.
Ja, das ist so sein Highlight. Der nimmt dich mit und du denkst dir: Wow, nur Fliegen ist schöner.
Regine Mispelkamp über „Lights“ Galoppade
Am Ende standen 78,185 Prozent an der Tafel und die Silbermedaille hing um ihren Hals.
Gold, Silber, Bronze bei der Heim-WM für Dresing
„Nur“ Bronze war es am Ende für Dresing, die Para-Dressurreiterin aus Rheda-Wiedenbrück. Mit 80,807 Prozent lag sie gerade einmal 0,64 Prozent hinter der Silbermedaillen Gewinnerin aus England. Damit machte sie den Medaillensatz komplett. Gold und Bronze im Einzel und die Silbermedaille mit der deutschen Equipe. Auch Bundestrainerin Fütterer war sehr zufrieden mit den „deutschen Mädels“: „Wir haben jetzt sieben Medaillen, also das war wirklich der Hammer. Das war einfach ein Wahnsinns-Championat“.
Eine weitere Belohnung für die starken Leistungen: Deutschland hat sich souverän für die Paralympischen Spiele qualifiziert. Damit setzen die Para-Reiterinnen einen erfolgreichen Schlusspunkt unter die Heim-WM in Aachen.
Quelle:
Sendung: wdr.de, Mispelkamp: „Nur fliegen ist schöner“, 23.08.2026, 18:18 Uhr