Am 24. August 1991 verabschiedete das ukrainische Parlament die Unabhängigkeit des Staates. Seitdem liegt auf diesem Datum der ukrainische Nationalfeiertag. In Mönchengladbach feierte der Verein „Sonnenblume – Ukraine Community” bereits einen Tag früher, um das Wochenende zu nutzen.

Die Konzertmuschel im Volksgarten ist mit gelben und blauen Ballons geschmückt, daneben hängt eine übergroße Flagge der Ukraine, die sich schnell als beliebtes Fotomotiv etabliert. Ab 12 Uhr können die Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Ständen handgemachte Puppen, Schmuck und traditionelle Kleidung kaufen. Für Kinder gibt es ein Zelt mit Ausmalbildern, Seifenblasen und Ballontieren. Eine Künstlerin präsentiert ihre Gemälde, die sich auf eindrucksvolle Weise mit dem Kontrast zwischen dem friedlichen Deutschland und der vom Krieg gezeichneten Ukraine beschäftigen.

Gemeinsam mit Olga Proshchaeva vom “Ukrainischen Kulturverein Heinsberg” eröffnet Natalia Petrova, die Vorsitzende von „Sonnenblume”, um 13 Uhr das Bühnenprogramm. Es ist die zweite Kooperation der Vereine. Im Mai hat es bereits ein gemeinsames Fest in Heinsberg gegeben. Als erste Gäste werden Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) und Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, begrüßt. Zuerst dürfen sie vom Korowaj kosten, einem verzierten Hefebrot, das als höchstes Symbol der Gastfreundschaft gilt.

Heinrichs findet es schade, dass die Menschen in Deutschland die Ukraine seit Jahren hauptsächlich mit dem russischen Angriffskrieg in Verbindung bringen. Das heutige Fest, so seine Hoffnung, soll Mönchengladbachern auch das Land und sein kulturelles Erbe näherbringen. Steinmetz, der als Honorarkonsul selbst schon mehrfach vor Ort war, sieht die Feier auch als Gelegenheit für einen Blick nach vorne. Schließlich hätten die Menschen am Niederrhein große Solidarität mit der Ukraine gezeigt und besonders die Städtepartnerschaft zwischen Mönchengladbach und Poltawa festige sich immer weiter.

Im Anschluss wird es musikalisch im Volksgarten. Neben zwei Opernsängern steht auch der Damenchor von „Sonnenblume” auf der Bühne. Besonders freut sich das Publikum jedoch über den Nachwuchs. Drei fünfjährige Mädchen, die seit drei Jahren in Deutschland leben, haben mit ihrer Trainerin eine Choreografie zu moderner ukrainischer Musik einstudiert. Petrova erklärt, dass „Sonnenblume” den Kindern einerseits ermöglichen will, sich möglichst gut in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, andererseits aber auch dafür sorgen will, dass sie mit der ukrainischen Kultur verbunden bleiben.