Die Festivals am Airport Weeze sind auch optisch immer ein großes Spektakel. Tausende Fans in verrückten Outfits sind unterwegs, die Videoshows sorgen für beeindruckende Bühnenbilder, hinzu kommen Feuerwerk, Drohnenshow oder atemberaubende Effekte bei den Auftritten. Das liefert Eindrücke und Motive, die für jeden Fotografen ein Fest sind. Kein Wunder also, dass auch das Festivalteam auf die Kraft der Bilder setzt und mit einem eigenen Team bei Parookaville und San Hejmo unterwegs ist. Gleichzeitig sind die Mega-Events aber auch ein idealer Rahmen, um Studierenden einen ganz plastischen Einblick in die Arbeit von Fotografen und Videografen bei einem Festival zu geben.
Studenten und Studentinnen der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) aus dem dualen Bachelor-Studiengang Foto & Film waren hautnah dabei. Die Studierenden arbeiteten in diesem Jahr als Teil der offiziellen Medienteams bei Parookaville und San Hejmo.
Die Kooperation geht auf die Initiative von Studiengangsleiter Prof. Stefan Finger zurück. Bereits während seines Studiums arbeitete er mit dem heutigen Director of Marketing von Parookaville und San Hejmo zusammen. Zudem studierte Finger mit Bernd Dicks, einem der Gründer der Festivals, an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Wir sprechen regelmäßig Unternehmen an und fragen, ob sie sich vorstellen können, dual Studierende aufzunehmen. Unser Studiengang ist noch vergleichsweise jung und in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Aus diesem direkten Austausch ist schließlich auch die Idee für die Kooperation entstanden“, erklärt Finger. „Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr neben vier Fotografinnen und Fotografen erstmals auch zwei Filmer und Filmerinnen für das Mediateam entsenden durften“, ergänzt der Studiengangsleiter.
Stefan Finger begleitete die Studierenden gemeinsam mit Dozent Patrice Kunte während des gesamten Festivaleinsatzes fachlich: „Ein Festival dieser Größenordnung ist ein außergewöhnlicher Lernort. Hier entstehen Bilder für die unmittelbare Veröffentlichung. Die Studierenden müssen Motive bewusst auswählen, unter Zeitdruck Entscheidungen treffen und professionell arbeiten. Genau diese Bedingungen fördern einen fotografischen Blick und eine Arbeitsweise, wie sie später im Berufsalltag gefragt sind.“
Louis Kaiser war bereits im vergangenen Jahr im Zuge seines Studiums bei Parookaville zu Gast, diesmal war er mit seiner Kamera bei San Hejmo im Einsatz: „Für mich war die Arbeit im Team und die Schnelligkeit das Wichtigste, was ich gelernt habe. Bei so einer großen Veranstaltung arbeiten viele Leute gleichzeitig an unterschiedlichen Dingen und man muss sich einfach sehr gut absprechen und den Überblick behalten. Letztes Jahr war ich auch schon dabei und merke, dass ich mich durch den ersten Einsatz und das Studium bereits weiterentwickelt habe.“
Auch Sophie Borchard war bereits im vergangenen Jahr ein Teil des San Hejmo-Teams und auch diesmal wieder mit dabei: „Für mich war der eindrucksvollste Moment, bei der Mainstage im Bühnengraben zu stehen und in die Menge zu gucken, die total Bock auf den nächsten Künstler hat – dessen Musik man ja sogar im Zweifel selber feiert. Das ist schon ein ziemlich surreales Gefühl.“
Vor der Kamera der Studierenden standen dieses Jahr nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler wie Jason Derulo, Bebe Rexha, Marteria, SDP oder Alle Farben. Das bedeutete, unter professionellen Bedingungen Künstlerinnen und Künstler zu begleiten, die sonst meist nur erfahrenen Festivalfotografinnen und -fotografen vor die Kamera kommen. Für die angehenden Foto- und Videografen ist das einer der ersten realen Produktionseinsätze unter den Bedingungen der professionellen Medienbranche.
„Der Bachelorstudiengang Foto & Film an der FHM verbindet ein Hochschulstudium mit einer Tätigkeit in einem Praxisunternehmen“, heißt es von Seiten der Fachhochschule in Bielefeld. Die Studierenden sammeln während des gesamten Studiums Berufserfahrung und wenden ihr Wissen unmittelbar in realen Produktionen an. Ergänzt wird das Studium, das größtenteils online stattfindet und deshalb ortsunabhängig studiert werden kann, durch regelmäßige Praxisphasen und Praxisprojekte in Präsenz. Der Einsatz bei den Festivals zählt dabei zu den größten Projekten des Studiengangs.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Hochschule das Festival medienseitig begleitet. Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit wurde die Kooperation erneut fortgesetzt.
Stefan Finger sieht in der erneuten Beauftragung eine besondere Anerkennung der Arbeit seiner Studierenden: „Was kann es für ein besseres Kompliment geben, als für einen solchen Auftrag wieder angefragt zu werden? Das zeigt das große Vertrauen, das unsere Praxispartner in die Qualität unserer Lehre und unserer Studierenden setzen.“
Im Oktober soll der Studiengang erneut starten – Bewerbungen sind noch bis spätestens zum 31. August möglich.