Jubelsprünge hatte das Werk von Deniz Aytekin in Düsseldorf nun wahrlich nicht ausgelöst. Denn für Drittligist Fortuna hätte es in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals etliche leichtere, vor allem aber attraktivere Gegner gegeben: Doch der ehemalige Schiedsrichter loste den Rheinländern ausgerechnet den SC Freiburg zu. Aus sportlicher Sicht war der letztjährige Europa-League-Finalist ein ganz dicker Brocken, dazu besaß er nicht die nötige Anziehungskraft, um dem Absteiger seine Arena zu füllen – und zu guter Letzt war Fortuna schon in der vergangenen Saison gegen die Breisgauer ausgeschieden.

Dasselbe Schicksal ereilte sie am Sonntagabend wieder, nur diesmal eben noch ein bisschen erwartbarer als im Oktober zurückliegenden Jahres: Nachdem der Bundesligist in der zweiten Hälfte zwischenzeitlich über die Düsseldorfer hinweggefegt war und auch sonst keinen allzu großen Aufwand betreiben musste, stand unter dem Strich eine deutliche 1:5-Pleite zu Buche. Und sie wäre sogar noch deutlich höher ausgefallen, hätte Louis Lord, der als Pokaltorhüter absprachegemäß anstelle des zuletzt arg wackligen Lasse Rieß zwischen die Pfosten gerückt war, insbesondere im ersten Durchgang nicht mehrere Male erstklassig gerettet.

Nach den Niederlagen beim SV Waldhof Mannheim (1:2) und gegen die U23 der TSG Hoffenheim (0:2) zum Start in die neue Drittliga-Saison war die Kritik an Trainer Alexander Ende innerhalb kürzester Zeit mächtig gewachsen. Ungeachtet des Ergebnisses wollten Fans und Verantwortliche gegen die Freiburger deshalb eine Reaktion sehen; sowohl vom Coach, der noch immer auf der Suche nach seiner Stammformation ist, als auch von der gesamten Mannschaft, die am vergangenen Wochenende auf ganzer Linie enttäuscht hatte.

Was seine Aufstellung anbelangte, nahm Ende sechs Änderungen vor: Lord rückte für Rieß ins Tor, Dominique Heintz ersetzte Felix Meiser, Sascha Risch übernahm für Steven van der Sloot die linke Abwehrseite, Marcel Benger spielte statt Elias Arden, Yassine Bouchama löste Jordi Paulina ab und Andreas Müller startete statt Jomaine Consbruch. Tatsächlich startete Fortuna druckvoll und mutig, stellte den Bundesligisten aber vor keinerlei größere Probleme. Auf der Gegenseite rückte Lord schnell in den Fokus, als er erst spektakulär gegen Matthias Ginter und dann gegen Yuito Suzuki rettete.

Zum Zeitpunkt der zweiten Parade lag die Ende-Truppe allerdings schon mit 0:1 hinten, weil sie nach etwas mehr als einer Viertelstunde zu früh abgeschaltet hatte. Benger verteidigte an der Grundlinie schwach gegen Patrick Osterhage, und Lucas Höler musste im Zentrum nur noch den Schlappen hinhalten. Nach dem Seitenwechsel hielt Lord ebenfalls, was zu halten war, selbst wenn er mit dem Ball am Fuß einige Unsicherheiten offenbarte. Die weiteren Gegentore – erst schlug Igor Matanovic zu, dann legten Lukas Kübler und Jordy Makengo nach – konnte allerdings auch der Keeper nicht verhindern. Der zwischenzeitliche Ehrentreffer von Fabian Schleusener hatte keinerlei Auswirkungen, ehe nochmal Matanovic den Schlusspunkt setzte.