Ein 36-Jähriger ist im Bahnhof Hamburg-Harburg in den Gleisbereich gefallen. Unbekannte Reisende halfen ihm zurück auf den Bahnsteig. Ähnliche Vorfälle gab es zuletzt mehrfach.
Ein stark alkoholisierter Mann ist am frühen Sonntagmorgen am Bahnhof Hamburg-Harburg in den Gleisbereich gestürzt und später in ein Krankenhaus gebracht worden. Der 36-Jährige habe unter anderem eine Kopfplatzwunde sowie Schmerzen an Beinen und Händen erlitten, teilte die Bundespolizei mit.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand hielt sich der Mann am 23. August gegen 3.54 Uhr im Bereich von Gleis 11 auf. Zu dieser Zeit herrschte den Angaben zufolge regulärer Zugbetrieb. Ein 37 Jahre alter Reisender bemerkte die Gefahr und verständigte die Polizei über eine Notrufsäule.
Die Auswertung von Videoaufnahmen und die Befragung des Zeugen ergaben laut Bundespolizei, dass der 36-Jährige zunächst auf einer Bank am Bahnsteig geschlafen hatte. Nach dem Aufwachen sei er in Richtung des Gleises getorkelt und ohne Fremdeinwirkung hineingestürzt. Beim Versuch, den Gleisbereich selbstständig zu verlassen, sei er erneut zurückgefallen. Unbekannte Reisende halfen ihm schließlich heraus.
Eine Streife der Bundespolizei stellte den Angaben zufolge fest, dass der stark alkoholisierte Mann nicht mehr allein gehen konnte, und nahm ihn in Gewahrsam. Wegen seiner Verletzungen wurde eine Rettungswagenbesatzung gerufen, die ihn in ein Krankenhaus brachte. Weitere Angaben zu seinem Gesundheitszustand machte die Bundespolizei nicht.
In Hamburg kam es in der Vergangenheit mehrfach zu ähnlichen Stürzen in Gleisbereiche. Im Februar 2026 fiel ein 20-Jähriger am S-Bahnhof Neuwiedenthal nach Angaben der Bundespolizei ohne Fremdeinwirkung auf die Abdeckung einer Stromschiene. Eine Zeugin alarmierte den Notruf und half ihm aus dem Gleis. Der Mann blieb unverletzt. Nach Darstellung der Bundespolizei führte die Stromschiene 1200 Volt, eine Berührung sei lebensgefährlich.
Mit Armbruch ins Krankenhaus
Im November 2025 wurde ein 45 Jahre alter Mann im Hamburger Hauptbahnhof schwer verletzt. Laut Bundespolizei war er in der Nacht torkelnd vom Bahnsteig ins Gleis gestürzt und anschließend von einer einfahrenden S-Bahn überrollt worden. Die Feuerwehr befreite ihn, indem sie die S-Bahn zurückschob. Der Mann kam unter anderem mit einem Armbruch ins Krankenhaus.
Auch am S-Bahnhof Hammerbrook ereignete sich im Februar 2025 ein schwerer Zwischenfall. Nach Angaben der Bundespolizei fiel ein offensichtlich alkoholisierter 53-Jähriger gegen 2.30 Uhr ins Gleis und blieb dort liegen. Als später eine S-Bahn einfuhr, konnte der Triebfahrzeugführer trotz einer Schnellbremsung nicht mehr rechtzeitig anhalten. Der Zug kam über dem Mann zum Stehen. Einsatzkräfte schoben die Bahn zur Bergung zurück. Der 53-Jährige wurde laut Bundespolizei mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Hinweise auf Fremdverschulden lagen dem damaligen Ermittlungsstand zufolge nicht vor.
Die Bundespolizei warnte auch nach dem Vorfall in Hamburg-Harburg vor leichtsinnigem Verhalten an Bahnanlagen. Im Gleisbereich bestehe Lebensgefahr. Nach ihren allgemeinen Sicherheitshinweisen können Züge Hindernissen nicht ausweichen, haben lange Bremswege und sind teilweise erst spät zu hören. Helfer sollten sich bei einem Notfall nicht selbst in Gefahr bringen, sondern die Polizei alarmieren.
dfe