Johnny Depp stellt ab Ende August im Schloss Benrath aus. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, was dort hängt, sondern ob der Hollywoodstar selbst auftaucht. Die Gerüchteküche brodelt, und ein Indiz deutet tatsächlich auf sein Kommen hin.
Kommt er oder kommt er nicht? Oh, Johnny. Glaubt der Mann etwa, mit seinem Publikum machen zu können, was er will? Wahrscheinlich kann er das sogar wirklich. Er kann ja nahezu alles, dieser Johnny Depp, geboren 1963 in Kentucky. Seit Langem ist er einer der berühmtesten Schauspieler auf diesem Planeten, was maßgeblich an seiner Rolle als Captain Jack Sparrow im fünfteiligen Kino-Blockbuster „Fluch der Karibik“ liegt. Darüber hinaus malt Johnny Depp. Und zwar nach eigener Aussage schon länger, als er sich als Schauspieler betätigt.
Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis er sich mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit gewagt hat. Seine erste Soloausstellung mit dem Titel „A Bunch of Stuff“ hatte er 2024 in New York. 2025 folgten Ausstellungen in London und Tokio. Als vierte Station folgt nun Benrath. Das liegt im Süden von Düsseldorf. Im dortigen Schloss, im 18. Jahrhundert als kurfürstliches Jagd- und Lustschloss erbaut, eröffnet am 30. August die Schau „The Art of Johnny Depp“. Zu sehen gibt es unter anderem Depps Serie „Bunnyman“. Sie kreist um eine hasenartige Figur, die sowohl Johnny als auch seinem Sohn Jack in Träumen begegnet sein soll.
Anfangs hieß es, der Hollywoodstar erscheine zur Eröffnung persönlich. Sofort hatte halb Düsseldorf Puls. Als Nächstes hieß es, das sei noch nicht sicher. Und danach sagten die Beteiligten, sie würden nichts mehr sagen. Die Zahl der Menschen, die Depps kreatives Schaffen unterstützen, ist beträchtlich. Die Agentur Creative Artists Agency mit Sitz in Los Angeles kümmert sich um seine Filmkarriere. Die Agentur Global Artist Management, ebenfalls in L. A., kümmert sich um seine künstlerischen Aktivitäten, und die Londoner Agentur „Pantheon Art“ ums Kunstmanagement. Weitere an der Benrather Schau Beteiligte: der in Paris lebende Kurator Marcus Schäfer, der als Initiator gilt. Die baden-württembergische Galerie Queens. Und der Benrather Schlossdirektor. Ehe alle durcheinanderreden, verordnet man sich wohl besser Schweigen.
Superstars, die Kunst machen, gibt es einige. Der Trend geht zum Zweittalent. Der Schauspieler Sylvester Stallone beispielsweise hat sich auf, wie soll man es nennen, plakatives Gekleckse verlegt. Rockstar Bryan Adams fotografiert, unter anderem Superstar-Kollegen, die sehen schließlich immer super aus. Sein Kollege Pete Doherty malt ebenfalls. Die Verheißung lautet: klingender Name, klingelnde Kasse. Im Fall von Johnny Depp geht der Trend zum Dritttalent. Depp macht auch Musik. 2015 gründete er zusammen mit dem Aerosmith-Gitarristen Joe Perry, Jahrgang 1950, und der Rockikone Alice Cooper, Jahrgang 1948, die Band Hollywood Vampires.
An alle, die erleben wollen, wie Captain Sparrow das Benrather Lustschloss kapert: Ein Indiz deutet auf sein leibhaftiges Kommen hin. Mit den Hollywood-Blutsaugern, dieser als „Supergroup“ gehandelten Bande von Superstars, welche Coverversionen von The Who, AC/DC oder auch David Bowie zum Besten gibt, tritt Depp am 28. August – zwei Tage vor der Vernissage – in der Kölner Lanxess-Arena auf.
Da passen 20.000 Menschen hinein. Konzerte dieser Größenordnung werden bis ins kleinste Detail vertraglich geregelt. Man darf also davon ausgehen, dass sich Depp auf der Bühne blicken lässt. Einfache Rechnung: Hat der Vampir-Kapitän erst einmal in Köln Anker gesetzt und Blut geleckt, schafft er auch noch die 40 Kilometer bis Benrath.
Unser Kolumnist Jan Weiler ist in den Sommerferien und meldet sich im September zurück. Bis dahin lesen Sie an dieser Stelle Geschichten aus dem Sommerloch.