Feuersalamander sind bescheidene Wesen. Ihnen reicht ein kühler Ort, etwas feuchter Untergrund und ein Holzelement, unter dem sie dem Licht entgehen können. Die Sporenschildkröte hingegen schätzt die hohen Temperaturen. Die einen leben in Deutschland, die anderen in der Sahel-Zone. Exemplare beider Arten gibt es im Augsburger Zoo. Für Direktor Philipp Wagner sind sie etwas ganz Besonderes – zusammen mit dem Himmelblauen Zwergtaggecko, dem Hardun und den Plumploris sogar die fünf „außergewöhnlichsten Bewohner“. Wie der neue Zoochef den Artenschutz vorantreiben will.

Feuersalamander

Die letzten Wochen waren hart für den Feuersalamander. Hitze und Trockenheit setzten dem Tier, das es kühl und feucht braucht, zu. Sein Hauptvorkommen liegt in Deutschland. Aktuell seien die Feuersalamander die mit am stärksten bedrohte Art in Deutschland, sagt Wagner. Zu den kritischen Temperaturen greift derzeit ein Hautpilz um sich, der ein Massensterben bei den schwarz-gelben Tieren auslöst. „Um sie zu schützen, hilft nur Ex-situ-Artenschutz“, erklärt Wagner. Der Augsburger Zoo erhält sie außerhalb ihres natürlichen Lebensraums, damit sie überleben können. Auch das ist die Idee des Zoos: Bei Besuchern populäre Tierarten wie Löwe, Giraffe oder Elefant finanzieren den Erhalt unscheinbarer Arten. Der Feuersalamander war bisher nur hinter den Kulissen. Aktuell laufen laut Wagner Planungen, sie auch für die Zoobesucher zugänglich zu machen.

Feuersalamander brauchen es auch im Augsburger Zoo kühl und feucht.

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Feuersalamander brauchen es auch im Augsburger Zoo kühl und feucht.
Foto: Marcus Merk

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Foto: Marcus Merk

Himmelblauer Zwergtaggecko

Auch der Himmelblaue Zwergtaggecko ist in freier Natur bedroht. Sein Verbreitungsgebiet ist in Tansania. Dort lebte er einst auf begrenztem Gebiet nur auf einer Baumart, der Pandanuspalme. Dann kam der Mensch. Wegen seiner außergewöhnlichen blauen Farbe entstand ein Markt für die männlichen Tiere. Die Folge: Alle Bäume wurden gefällt, die Tiere eingesammelt. Der Lebensraum war zerstört. Aktuell laufe ein Projekt, die seltenen Wälder in Tansania wieder aufzuforsten, sagt Wagner. In Zoos werden die seltenen Reptilien nachgezüchtet, auch im Augsburger Zoo gibt es eine Reservepopulation.

Der Himmelblaue Zwergtaggecko hat durch den Menschen wegen seiner außergewöhnlichen Farbe seinen natürlichen Lebensraum verloren.

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Der Himmelblaue Zwergtaggecko hat durch den Menschen wegen seiner außergewöhnlichen Farbe seinen natürlichen Lebensraum verloren.
Foto: Marcus Merk

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Der Himmelblaue Zwergtaggecko hat durch den Menschen wegen seiner außergewöhnlichen Farbe seinen natürlichen Lebensraum verloren.
Foto: Marcus Merk

Sporenschildkröte

Sie gehören zu den „Highlights“ für Zoochef Wagner. Die Sporenschildkröten Hella und Bella. Da sie eigentlich in der Sahel-Zone heimisch sind, haben sie die hohen Temperaturen zuletzt genossen. Wagner ist fasziniert von den Tieren. „Schildkröten gibt es seit 210 Millionen Jahren. Die haben die Dinosaurier kommen und gehen sehen.“ Hella und Bella registrieren jeden Besuch, kommen auf ihre Gäste zu. „Die Tiere haben Charakter“, sagt Wagner. Ihre Panzer seien voller Blutbahnen und Nerven. Streichelt man den Tieren über den „Rücken“, wackeln sie mit dem Hinterteil. „Die Panzer sind ein Erfolgsmodell der Evolution“, erklärt Wagner. Zumindest so lange, bis der Mensch kam. Inzwischen sind Schildkröten die am stärksten bedrohte Wirbeltiergruppe.

Artenschutz im Augsburger Zoo: Sporenschildkröten Hella und Bella lieben die Hitze

Auch wenn Hella und Bella relativ harmlos wirken, die Tiere haben eine enorme Kraft. Da auch für Sporenschildkröten die Temperaturen in der Sahel-Zone zu heiß werden können, bauen sie eigene Gangsysteme in bis zu vier Metern Tiefe.

Der Augsburger Zoodirektor Philipp Wagner mit einer der Sporenschildkröten.

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Der Augsburger Zoodirektor Philipp Wagner mit einer der Sporenschildkröten.
Foto: Marcus Merk

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Der Augsburger Zoodirektor Philipp Wagner mit einer der Sporenschildkröten.
Foto: Marcus Merk

Hardun

Wagner hat vor seiner Zeit als Augsburger Zoodirektor als Wissenschaftler gearbeitet. Seine Forschungsreisen führten in nach Sambia, Zentralasien und in den Nahen Osten. Zum Hardun – einer sandfarbenen Echse – hat er deshalb eine ganz besondere Beziehung. Er hat die Tiere in Israel untersucht und den Gattungsnamen beschrieben. Für einen Biologen ein besonderes Ereignis. Dass die Tiere auch im Augsburger Zoo leben, hat aber nichts mit Wagner zu tun. „Die waren schon zuvor da“, sagt er und lacht.

Zum Hardun hat Zoodirektor Philipp Wagner eine ganz besondere Beziehung.

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Zum Hardun hat Zoodirektor Philipp Wagner eine ganz besondere Beziehung.
Foto: Marcus Merk

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Zum Hardun hat Zoodirektor Philipp Wagner eine ganz besondere Beziehung.
Foto: Marcus Merk

Bengal-Plumplori

Ebenfalls vor Wagners Beginn waren die nachtaktiven Plumploris da. Ihr Lebensraum ist in Südostasien. Sie gehören zu den wenigen Säugetierarten, die giftig sind. Die Giftdrüsen befinden sich auf den Arminnenseiten. Die Tiere lecken das Sekret ab und benetzen ihre Zähne damit. Komme es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei männlichen Tieren, können diese tödlich enden. Im Augsburger Zoo leben derzeit fünf Plumploris. Eines der Tiere ist Lisa. Sie stammt aus einer Beschlagnahmung aus dem illegalen Plumplori-Handel in Deutschland. Der Augsburger Zoo habe sie in einem fürchterlichen gesundheitlichen Zustand aufgenommen, sagt Wagner. „Die Tierarztkosten lagen bei 20.000 Euro.“

Augsburger Zoo unterstützt Projekte vor Ort, aber betreibt auch Ex-Situ-Artenschutz

Wagner ist dies wichtig zu betonen. Der Zoo unterstütze jedes Jahr mit rund 450.000 Euro Artenschutzprojekte vor Ort, etwa den Plumplori e.V., der sich in Bangladesch für den Schutz der Tiere einsetzt. Aber noch wichtiger sei der Ex-situ-Artenschutz, so Wagner. Tiere, die in ihrem Lebensraum aktuell keine Überlebenschance haben und dafür im Zoo – vorübergehend oder langfristig ein Zuhause finden. Lisa hat nach ihrer Genesung Nachwuchs im Augsburger Zoo bekommen.

Das Plumploriweibchen Lisa mit dem Nachwuchs.

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Das Plumploriweibchen Lisa mit dem Nachwuchs.
Foto: Marcus Merk

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Das Plumploriweibchen Lisa mit dem Nachwuchs.
Foto: Marcus Merk