
Ukraine trifft Russland inzwischen auch im Alltag. Benzin wird knapp.
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Die Ukraine trifft Russland laut Sicherheitsexperte Nico Lange zunehmend auch abseits der Front – etwa durch Angriffe auf Raffinerien und Logistikzentren.
Besonders die Treibstoffknappheit setzt die russische Bevölkerung unter Druck: Laut Lange gibt es derzeit an vielen Tankstellen kein Benzin.
Während Russland weiter Wohngebiete angreife, konzentriere sich die Ukraine auf Infrastruktur wie Ölraffinerien und Logistikzentren, sagt Lange.
Die Ukraine trifft Russland inzwischen nicht mehr nur an der Front, sondern zunehmend auch im Alltag. Das sagte Nico Lange, Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Lange gilt als langjähriger Osteuropa- und Sicherheitsexperte und beschäftigt sich seit Jahren mit Russlands Krieg gegen die Ukraine.
Der Krieg habe sich nach seiner Einschätzung zu einem Konflikt entwickelt, der zunehmend aus der Distanz geführt werde. Russland komme an den Frontabschnitten im Osten und Süden kaum voran und setze stattdessen verstärkt auf Raketenangriffe. Gleichzeitig verursacht die Ukraine mit weitreichenden Waffen immer größere Probleme tief im russischen Hinterland. „An 70 Prozent der Tankstellen gibt es in Russland aktuell kein Benzin“, sagte Lange dem Handelsblatt.
Besonders die Treibstoffknappheit sorge für Unmut in der Bevölkerung. „Hunderte Drohnen sind in Moskau gelandet, eine Raffinerie ist in Flammen aufgegangen. Die Probleme lassen sich nicht mehr verstecken“, so Lange. Viele Russen seien über Jahre weitgehend verschont geblieben, nun komme der Krieg aber zunehmend auch in den Großstädten an. „Am meisten genervt sind die Russen davon, dass sie kein Benzin mehr bekommen.“
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Angriffe auf Raffinerien und Logistikzentren
Ein Schwerpunkt der ukrainischen Angriffe liegt nach Angaben des Experten auf der russischen Logistik. So seien zuletzt mehrfach Lager des Onlinehändlers Wildberries attackiert worden. Das Unternehmen verfüge über eines der wichtigsten Logistiknetzwerke des Landes und werde auch genutzt, um Drohnenteile und Sensoren innerhalb Russlands zu transportieren. Aus ukrainischer Sicht seien solche Einrichtungen daher legitime militärische Ziele.
Lange betonte zugleich einen grundlegenden Unterschied zwischen den Kriegsparteien. Während Russland „ballistische Raketen in Wohnblöcke“ schieße und Menschen töte, konzentriere sich die Ukraine auf Ölraffinerien und Logistikzentren wie Wildberries. „Die Ukraine greift Ölraffinerien und die Logistik von Wildberries an. Das ist ein Unterschied“, sagte der Experte.
sr