Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat wegen fehlerhafter Schutzplatten in Polizeiwesten Vorwürfe gegen den Hersteller Rheinmetall erhoben. »Es ist ein absolut nicht hinnehmbarer Qualitätsmangel bei einem Produkt der Firma Rheinmetall«, sagte Spranger. Sie sprach von einem »skandalösen Vorgang«. Mehr als 5.200 Schutzplatten in Schutzwesten gegen Schüsse hätten ihre Wirkung vor Ablauf der zehnjährigen Herstellergarantie teilweise verloren. Die Westen waren im Jahr 2017 angeschafft worden.
Bei Prüfungen und Kontrollbeschüssen kam es demnach zu Durchschüssen. Das sei »ein Versagen von Rheinmetall«. Die Rüstungsfirma, die in den vergangenen Jahren von öffentlichen Aufträgen stark profitiert und hohe Gewinne gemacht habe, müsse den Schaden unverzüglich ausgleichen, sagte Spranger. Dazu werde sie sich mit den Zuständigen bei Rheinmetall treffen, um die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen zu untermauern.
Für den Übergang hat die Berliner Polizei laut Spranger 2.000 neue Schutzplatten für 1,2 Millionen Euro bestellt. Sie sollen auch gegen Beschuss mit Sturmgewehren wie Kalaschnikows sicher sein.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Rheinmetall seine Produktionskapazitäten stark ausgeweitet, der Aktienkurs des Rüstungskonzerns stieg in den vergangenen vier Jahren um mehr als 1.200 Prozent. Rheinmetall-Chef Armin Papperger rechnet erst zwischen 2035 und 2040 mit einem Abflauen der derzeit steigenden Umsätze. Im zweiten Quartal 2026 steigerte sich der Betriebsgewinn auf 562 Millionen Euro.
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