Wenn Maren Ueltgesforth zu Pinsel und Acrylfarbe greift, kommt es ihr auf ein Wechselspiel an. Die Moerserin wählt als Basis für ihre Bilder stets Motive aus der Natur. Dann lässt sie sich von der Dynamik, die entsteht, antreiben, bis ihr die Bilder gefallen. Einige ihrer Gemälde kann man sich jetzt im Rheinberger Stadthaus-Foyer anschauen. Und man darf sagen: Der kreative Austausch mit der Natur ist äußerst gelungen, die Bilder sind farblich stark, haben Struktur und eine tiefe Wärme. Sehr schön.

Maren Ueltgesforth gehört zu einer kleinen Gruppe, die sich die Ausstellungsräume im Stadthaus teilt. Bis zum 18. September präsentiert das „Moerser Kunstquartett“ ganz verschiedene Werke. Es handelt sich um eine lose Vereinigung, die es seit 2013 gibt und zu der neben Ueltgesforth auch Petra Klein (Fotokunst), Helga Springstein und Helmut Klein (Fotografie) gehören. In der Konstellation stellen die vier Künstler erstmals aus. Sie verfolgen auch völlig verschiedene Ansätze – eine inhaltliche Klammer in den Werken, eine gemeinsame Überschrift zu der Ausstellung sucht man vergeblich.

Helmut Klein betreibt klassische Fotografie. Einmal hat er seine Frau Petra in einem völlig dunklen Raum vor einer Wand fotografiert. Mit dem Ergebnis, dass die Dame total verschwommen und kaum noch als Person zu erkennen ist. Ein starkes Foto ist dabei entstanden. Dass es auf Acrylglas gezogen ist und einen feinen Glanz in sich trägt, verstärkt den Reiz noch. Im krassen Gegensatz dazu hat Helmut Klein einen Hinterhof in Luxemburg abgelichtet: so gestochen scharf, dass es fast unwirklich aussieht. Auch eine tolle Aufnahme.

Petra Klein fotografiert ebenso wie ihr Mann. Doch sie überschreitet Grenzen, belässt es nicht bei der reinen Fotografie. Mit Doppelbelichtungen oder Nachbearbeitungen am Computer entsteht etwas Neues. Am besten wird das bei der kleinen Bilderserie „Dreamland“ deutlich. Mehrere Werke im Format 60 Mal 80 Zentimeter sollen zum Ausdruck bringen, dass sich die Natur nicht so leicht aus der Fassung bringen lässt und übermächtig ist: allen Widrigkeiten zum Trotz. Spaß machen auch ihre Museumsbilder: Petra Klein fotografiert gerne Menschen in Museen, die sich die Bilder an den Wänden anschauen. „Ich liebe es, wenn die Bilder ganz ungestellt sind“, sagt die Moerserin, die oft und gern mit ihrem Mann in Museen unterwegs ist.

Eindrucksvoll runden die Bilder von Helga Springstein den künstlerischen Viersprung im Rheinberger Stadthaus ab. Ihr Bild „Das gelbe Segel“ etwa lässt bei aller Abstraktion auch ohne Kenntnis des Titels erahnen, dass sich ein Segelschiff vor einer grauen Häuserwand bewegt. Die verschiedenen Ebenen in oftmals dezenter Farbgebung lassen eine ganz eigene Handschrift in ihren Bildern erkennen.

In der Ausstellung des Quartetts lässt sich viel entdecken. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Stadthauses zu sehen.