
AUDIO: Psilocybin erzeugt neue Strukturen im Gehirn (1 Min)
Wirkstoff der Magic Mushrooms
Stand: 24.08.2026 11:56 Uhr
Dass Rauschmittel das Gehirn durcheinanderbringen können, ist allgemein bekannt. Eine Studie aus Australien, wo Psilocybin eine Therapiezulassung besitzt, zeigt nun: Die Drogen sorgen auch für eine neue Ordnung.
Von Cannabis über Opioide bis zu Psilocybin – in der Medizin werden Rauschmittel zunehmend mit Erfolg in Therapien eingesetzt. Vor allem bei Schmerztherapien und der Behandlung spezifischer psychischer Erkrankungen konnten bereits zahlreiche Fortschritte vermeldet werden. Trotzdem gibt es nach wie vor Vorbehalte, gerade wenn es um Drogen geht, die bislang weniger mit Therapien als mit individueller Bewusstseinserweiterung in Verbindung gebracht werden.
2023 in Australien zugelassen
Auch in Australien gab es heftigen Gegenwind, als 2023 Psilocybin, der Wirkstoff in den Magic Mushrooms, offiziell zur Behandlung therapieresistenter Depressionen zugelassen wurde. Bisher ist nur Tschechien (seit 2026) Australiens Vorbild gefolgt, aber mit steigenden positiven Erfahrungen in Down Under nimmt auch das Interesse weiterer Staaten zu.

Eine aktuelle Studie mit Psilocybin zeigt, dass die Substanz eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit von chronischen Schmerzen und Depressionen darstellt.
Psilocybin in unterschiedlichen Situationen
Derweil wird der reguläre Einsatz von Psilocybin in Australien auch zu weiteren Forschungen genutzt. So hat jetzt die University of Melbourne die Ergebnisse einer fünfjährigen Studie vorgelegt, in der die Gehirnaktivitäten von 62 gesunden Erwachsenen unter Psilocybin-Einfluss analysiert wurden, wobei die Probandinnen und Probanden sowohl in Ruhephasen und während einer Meditation beobachtet wurden als auch beim Musikhören oder während eines Filmabends.
Eine verborgene Ordnung
Die interessante Erkenntnis dieser Studie: Ja, es stimmt, dass Psychedelika die Organisation der Gehirnnetzwerke stören, so zum Beispiel die Grenzen zwischen den Arealen für Innen- und Außenwelt verschwimmen lassen.
Wir haben inmitten dieser Störung eine verborgene Ordnung entdeckt.
Dr. Devon Stoliker, Monash School of Psychological Sciences
Das war auch schon in vorherigen Studien nachgewiesen worden. Neu ist allerdings die Erkenntnis, dass die Droge für eine Neuordnung sorgte. Oder, wie es Hauptautor Devon Stoliker, Forscher an der Monash School of Psychological Sciences in Melbourne, formuliert: „Wir haben inmitten dieser Störung eine verborgene Ordnung entdeckt“
Es hängt von der Umgebung ab
Es entstehen dabei nicht nur neue Muster in den Gehirnnetzwerken, sondern die Organisation der Gehirnmuster veränderte sich zudem je nach Umgebung und Fokus der Teilnehmenden. „Die Muster variierten, je nachdem, ob die Teilnehmenden ruhten, Musik hörten, meditierten oder einen Film ansahen“, sagte Adeel Razi, Senior-Autor und Studienleiter, „dies verdeutlicht, dass der Kontext nicht bloß einen Hintergrund für die psychedelische Erfahrung darstellt“. Was eine Person gerade tut und worauf sie ihre Aufmerksamkeit richtet, präge die Reaktion ihres Gehirns. Für therapeutische Anwendungen unterstreiche dies, wie wichtig die Umgebung sowie die Handlungen und Erlebnisse der Person während der psychedelischen Sitzung sind.
Razi betonte, dass diese Möglichkeit, individuelle Reaktionen zu messen, wichtige Auswirkungen auf die Behandlung haben könnte. „Bei einer Anwendung am Patienten könnte dies Klinikern letztlich helfen zu verstehen, wie jemand auf die Behandlung anspricht, und vorherzusagen, wer am ehesten davon profitieren wird“.