Die Wirtschaft fürchtet durch den eskalierten Handelsstreit zwischen den USA und Kanada negative Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprach am Montag von einem besorgniserregenden Signal. „Eine weitere Eskalation und Ausweitung der Zölle könnte auch deutsche Unternehmen treffen, die in Nordamerika produzieren und auf eng verzahnte grenzüberschreitende Lieferketten angewiesen sind“, sagte DIHK-Handelsexpertin Melanie Vogelbach der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Handelsgespräche der beiden nordamerikanischen Staaten waren vergangene Woche gescheitert. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld dafür. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar angeordnet, darunter Wein, Möbel, Milchprodukte und Kleidung. Diese gelten ungeachtet des Freihandelsabkommens in Nordamerika, zu dem auch Mexiko gehört. Kanadas Ministerpräsident Mark Carney kündigte am Wochenende Gegenmaßnahmen an. „Man ist im Krieg, wenn man angegriffen wird. Wir wurden angegriffen.“ Sein Land werde die neuen Zölle Washingtons „Dollar für Dollar“ spiegeln.
Vogelbach sagte, bei den laufenden Verhandlungen zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA komme es nun umso mehr auf Verlässlichkeit und Berechenbarkeit an. „Neue Handelsbarrieren oder anhaltende Unsicherheit würden das grenzüberschreitende Geschäft erschweren.“ So könnten Investitionen in die Region gebremst werden.