Berlin hat deutschlandweit die niedrigste Dichte an öffentlichen Schwimmbädern, gemessen an der Einwohnerzahl. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verfallen drei ehemalige Hallenbäder seit Jahren. Die Schwimmhalle in der Holzmarktstraße 51 musste 2018 wegen technischer Mängel schließen. Nun jedoch soll es einen Neubau geben.
Am Montag war Spatenstich für das Großprojekt „Holzmarkt 51“. Auf dem rund 6300 Quadratmeter großen Areal entsteht in den kommenden Jahren ein „urbanes Quartier, das Breiten-, Schul- und Leistungssport, bezahlbaren Wohnraum und moderne Arbeitswelten miteinander verbindet“, wie es in einer Mitteilung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft „berlinovo“ heißt.
Wohnen, arbeiten und schwimmen: In Zusammenarbeit mit den Berliner Bäderbetrieben (BBB) soll eine Schwimmhalle mit zwei 25-Meter-Becken und zwei weiteren Becken entstehen. So sollen Schulschwimmen und öffentliche Nutzung gleichzeitig funktionieren. Die Halle wird damit doppelt so groß wie das ehemalige „DDR-Volksschwimmbad Typ C“ mit nur einem großen Becken aus dem Jahre 1975. Es handelt sich um das letzte erhaltene Schwimmbad dieses Typs – bald also soll es abgerissen werden.
375
Apartments für Studierende entstehen in der Holzmarktstraße 51
„Die moderne Anlage wird wesentlich mehr Kapazitäten bieten und einen wichtigen Beitrag zur Schwimmversorgung in der Hauptstadt leisten“, sagte Johannes Kleinsorg, Vorsitzender des Vorstands der Berliner Bäder-Betriebe, beim Spatenstich.
Patin des Schwimmbads ist die ehemalige Doppelolympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Schwimmen, Britta Steffen. Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres und Sport, sprach von einem „wichtigen Baustein in der Gesamtstrategie zur Weiterentwicklung der Berliner Bäder“. Investiert werden 170 Millionen Euro.
„Am Holzmarkt 51 bringen wir bezahlbaren Wohnraum, ein neues Schwimmbad und eine klimagerechte Entwicklung auf einer Fläche zusammen“, so Finanzsenator Stefan Evers (CDU). Der Wohnraum ist ausschließlich für Studierende vorgesehen. Die geplanten 375 eingerichteten Apartments gibt es als Einzel- oder Zweiermodule. Familien werden in den Neubau also nicht einziehen können.
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Mit in das vierstöckige Gebäude kommen ein 6100 Quadratmeter umfassender Gewerbeteil, 4600 Quadratmeter Büroflächen sowie 1500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss. Flächen auf dem Dach sollen öffentlich zugänglich sein. „Es entsteht die erste mit Wohnungen überbaute Schwimmhalle Berlins“, teilt die berlinovo mit.
Bei den Wohnungen handelt es sich jedoch nicht um solche im klassischen Sinne, sondern um eine Art Hotel für Studierende, kritisieren einige Bezirkspolitiker:innen. Zudem entstünden keine Sozialwohnungen, wie es in Berlin bei Neubau eigentlich vorgeschrieben ist.
Wie kontrolliert wird, dass die Wohnungen nur von eingeschriebenen Studierenden gemietet werden, ist unklar. Die Mieten sollen „im sozial verträglichen Rahmen“ sein, rund 400 Euro für eine Wohnung mit 16 Quadratmetern sind geplant. Das könne sich aber noch ändern, so die berlinovo.