
AUDIO: DFB-Pokal: VfL Wolfsburg siegt nach Elfmeterschießen (1 Min)
DFB-Pokal
Stand: 24.08.2026 21:26 Uhr
Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg hat mit Mühe und Not und viel Dusel das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals abgewendet. Die Niedersachsen setzten sich am Montagabend beim Viertligisten VSG Altglienicke mit 6:5 nach Elfmeterschießen durch. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (2:2, 0:1) gestanden.
Es war am Ende eines packenden Pokal-Abends das ganz große Drama. Wem würden beim Duell vom Punkt die Nerven versagen? Es war zunächst Fabian Reese, der vierte Schütze des Favoriten. Seinen halbhohen Schuss parierte VSG-Schlussmann Luis Zwick. Aber dann wehrte auch Wolfsburgs Keeper Jakub Zielinski den Schuss von Sven Sonnenberg und kurz darauf auch noch jenen von Mehmet Ibrahimi. Somit hatte Wolfsburgs Kilian Fischer die große Chance – und die nutzte er.
Die Mannschaft von VfL-Trainer Tobias Strobl zog mit viel Glück in die zweite Runde ein, die am 5. September (18 Uhr) in der Sportschau ausgelost wird.
Wolfsburg gerät früh in Rückstand
Nach nur 80 Sekunden bekamen die Zuschauer schon die erste Top-Chance zu sehen – und die hatte der Club aus dem Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Im Anschluss an ein starkes Dribbling von Emeka Oduah kam Angreifer Jonas Nietfeld zum Abschluss, Zielinski parierte jedoch den zu unplatzierten Schuss. Das hätte eigentlich schon eine ordentliche Warnung sein können für die Niedersachsen, doch auch danach waren deren Sinne noch nicht geschärft. Und das rächte sich.

Die Spielpaarungen und Ergebnisse im DFB-Pokal der Saison 2026/2027 im Überblick.
In der sechsten Minute machte es die Volkssport Gemeinschaft offensiv ein weiteres Mal richtig gut: Nach einer weiten Flanke auf die linke Außenbahn passte Lennart Czyborra von dort volley scharf, flach in den Strafraum – in den Lauf von Nietfeld, der diesmal seine Chance nutzte und das 1:0 erzielte.
„Wölfe“ scheitern wiederholt an VSG-Keeper Zwick
Beinahe wäre dem VfL schnell die perfekte Antwort geglückt. Altglienickes Schlussmann Luis Zwick wehrte den Flachschuss von Muhammed Damar jedoch stark ab (10.). Und auch in der 22. Minute hatte Zwick das bessere Ende für sich: Der im Sommer von Hertha BSC gekommene Reese, der bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, scheiterte mit einem Schuss aus 22 Metern.
Die „Wölfe“, bei denen der jüngst verpflichtete Kieler Alexander Bernhardsson in der Startelf stand, bestimmten zwar die Partie. Doch die VSG zeigte immer wieder, was sie kann, wenn sie den Ball eroberte – dann spielte sie geradlinig und mutig nach vorne. Und hinten konnte sie sich auf Zwick verlassen, der nach 39 Minuten einen Kopfball von Bernhardsson entschärfte – genauso wie danach die Schüsse von Joakim Maehle (45.) und Reese (45.+1). So ging es für den VfL mit dem Rückstand auch in die Pause.
Arnold trifft aus 30 Metern zum Ausgleich
Zwei Minuten nach Wiederbeginn fehlte zweimal innerhalb von Sekunden so wenig zum Ausgleich. Bernhardsson scheiterte zunächst an Zwick, und den Nachschuss klärte Dabiv Kébé auf der Torlinie. Und die Wolfsburger setzten nach und wurden dafür belohnt: Der zur zweiten Hälfte eingewechselte Maximilian Arnold zog aus etwa 30 Metern mit links ab und schoss den Ball mit Innenpfostenkontakt links unten zum 1:1 ein (55.).
Zielinski patzt – VfL wieder im Rückstand…
Es schien jetzt seinen erwarteten Gang zu nehmen. Doch es kam ganz anders. Nur eine Minute nachdem Kento Shiogai die Führung für die Niedersachsen verpasst hatte, dann aber auf der anderen Seite dies: Im Aufbauspiel misslang VfL-Keeper Zielinski ein Pass gründlich, er spielte VSG-Spieler Jonas Saliger den Ball förmlich in die Füße. Der nahm das Geschenk gerne an und schoss zum 2:1 für Altglienicke ins leere Wolfsburger Tor ein – erneut lag der Favorit im Hintertreffen (71.).
…und wieder ist Arnold zur Stelle
Und abermals war es der Kapitän, der traf und den VfL vor dem Aus rettete. Der Routinier nahm in der 83. Minute bei einem Freistoß genau Maß und schlenzte die Kugel über die Mauer hinweg ins obere rechte Toreck – 2:2. Da Damar in der Nachspielzeit noch eine hochkarätige Doppelchance vergab, ging es in die Verlängerung.
Wahl rettet VfL ins Elfmeterschießen
In der ersten Hälfte passierte nichts, dafür in den zweiten 15 Minuten um so mehr. Zunächst unterlief ausgerechnet Arnold ein kapitaler Schnitzer. Seine missglückte Kopfballrückgabe zu Torwart Zielinski erlief Mehmet Ibrahimi, und der brachte die VSG zum dritten Mal an diesem Abend in Führung (109.). Es sah schon nach dem Aus für den VfL aus, doch Hauke Wahl glich nach Vorabeit von Reese in der 117. Minute zum 3:3 aus.
Es ging ins Elfmeterschießen. Und dann wurde es hochdramatisch. Am Ende durften die Wolfsburger kräftig durchatmen.
Ende
24.08.2026
18:00 Uhr
Aufstellung
L. Zwick – L. Czyborra (101. M. Ibrahimi), D. Kébé, S. Sonnenberg, U. Tezel – S. Sylla, T. Rieder (101. P. Türpitz) – J. Saliger (88. N. Kardam), J. Hartl (77. A. Ersungur), E. Oduah – J. Nietfeld (57. N. Zografakis)
J. Zieliński – J. Mæhle (46. S. Kumbedi), H. Wahl, J. Adjetey (77. B. Dárdai), K. Fischer – Vinicius Souza (46. M. Arnold), M. Svanberg (46. E. Rexhbeçaj) – F. Reese, M. Damar, A. Bernhardsson (68. A. Besio) – K. Shiogai
Tore
- 1:0 J. Nietfeld (6.)
- 1:1 M. Arnold (55.)
- 2:1 J. Saliger (71.)
- 2:2 M. Arnold (83.)
- 3:2 M. Ibrahimi (109.)
- 3:3 H. Wahl (117.)
Fußball, DFB-Pokal (M)

2. Bundesliga
Im DFB-Pokal traf Alexander Bernhardsson in der vergangenen Saison entscheidend für Kiel in Wolfsburg, nun soll der schwedische Nationalspieler den Angriff der „Wölfe“ weiter verstärken.