Hallescher FC – Schalke 04 2:5 (2:2, 1:0) n.V.

Schalke 04 hat seine Pflichtaufgabe im Nachsitzen erfüllt und die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Beim Regionalligisten Hallescher FC gewann der Bundesliga-Aufsteiger nach Rückstand noch mit 5:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung.

Moussa Sylla (98.), Junior Adamu (105.+1) und Edin Dzeko (117.) erzielten in der Verlängerung die Tore. Niclas Stierlin (90.+1) und Vin Kastull (45.) trafen für Halle, Altstar Dzeko (81.) per Foulelfmeter und Dejan Ljubicic (62.) waren ebenfalls für Schalke erfolgreich.

Halle schied zum vierten Mal nacheinander bereits in der ersten Runde aus. Die zweite Runde erreichten die Hallenser zuletzt 2016. Schalke-Trainer Miron Muslic hatte vor der Partie betont, seine Mannschaft sei „absolut klar und fokussiert auf die Aufgabe in Halle“.

Wie erwartet hatten die Königsblauen viel Ballbesitz und bestimmten das Spiel. Allerdings leisteten sie sich immer wieder Ungenauigkeiten im Passspiel. In der 14. Minute ging erstmals lautstarker Jubel durch das Leuna-Chemie-Stadion, gefolgt von der Tormusik. Die 14.000 Zuschauer glaubten, der bei RB Leipzig ausgebildete Fabrice Hartmann habe per Freistoß getroffen – doch der Ball landete lediglich im Außennetz.

Die Gastgeber zeigten sich anschließend deutlich verbessert. Von einem Drei-Klassen-Unterschied war kaum etwas zu erkennen, Halle hielt mutig dagegen und setzte immer wieder eigene Akzente.

Kurz vor der Pause rettete Halles Torwart Luca Bendel (36.) seine Mannschaft vor dem Rückstand. Einen Schuss von Sylla aus kurzer Distanz klärte er auf der Linie. Stattdessen waren es anschließend tatsächlich die Hallenser, die in Führung gingen. Nach einer Ecke bekamen die Schalker den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Niclas Stierlin köpfte ihn in Richtung Kastull, der kompromisslos vollendete.

Die Schalker kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine. Zwar übernahmen die Gäste in der zweiten Hälfte zunehmend die Kontrolle, klare Torchancen blieben zunächst jedoch aus.

Dann fand der eingewechselte Junior Adamu mit einem Traumpass Adil Aouchiche. Dessen Querpass in die Mitte verwertete Ljubicic zum Ausgleich. Anschließend brachte Schalke mit Dzeko und Robin Gosens, der damit erstmals für S04 auflief, weitere prominente Verstärkung.

Der Bosnier Dzeko war es schließlich, der den Bundesligisten in Führung brachte. Nach einem Foul von Kastull an Sylla behielt der Routinier die Nerven vom Elfmeterpunkt. Halle kam nochmal zurück, doch Schalke hatte das letzte Wort.

VSG Altglienicke – VfL Wolfsburg 3:3 (2:2, 1:0) n.V., 5:6 i.E.

Mit Maximilian Arnold kam die Wende: Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg hat im DFB-Pokal nur mit viel Mühe eine Blamage verhindert. Das Team von Cheftrainer Tobias Strobl gewann beim Regionalligisten VSG Altglienicke nach dreimaligem Rückstand 6:5 im Elfmeterschießen und zog zum fünften Mal in Folge in die zweite Runde ein. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (2:2, 0:1) gestanden.

Torhüter Jakub Zielinski überzeugte mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen Sven Sonnenberg und Mehmet Ibrahimi, Verteidiger Kilian Fischer verwandelte den entscheidenden Versuch.

„Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte der erleichterte Strobl bei Sky. Sein Gegenüber Dan Twardzik haderte: „Es war ein 50:50-Ding. Schade, dass wir uns für die Leistung und Aufopferung nicht belohnt haben.“

Kapitän Arnold traf im Amateurstadion von Hertha BSC nach seiner Einwechslung doppelt (55./83.), zudem war Hauke Wahl (117.) erfolgreich. Der krasse Außenseiter war durch Jonas Nietfeld (6.), Jonas Saliger (71.) und Ibrahimi (109.) dreimal in Führung gegangen, doch Wolfsburg entging anders als der zweite Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim (2:5 beim SSV Jeddeloh II) einer peinlichen Pleite.

Strobl hatte vor der Partie „absolute Ernsthaftigkeit“ von seiner Mannschaft gefordert – doch davon war nicht viel zu sehen. Die in der Regionalliga noch ungeschlagene VSG hätte schon in der zweiten Minute in Führung gehen können, Nietfeld holte dies dann wenig später nach. Die Fans im kleinen Stadion rieben sich verwundert die Augen. Die Partie fand in Berlin statt, weil das Spielfeld im brandenburgischen Fürstenwalde zu kurz für den DFB-Pokal ist.

Wolfsburg reagierte wütend, aber ideenlos. Immer wieder war es Neuzugang Fabian Reese, der an alter Wirkungsstätte für Unruhe sorgte – und immer wieder an VSG-Keeper Luis Zwick scheiterte. Der Schlussmann stand im erst zweiten Pokalspiel der Altglienicker Vereinsgeschichte zunehmend im Blickfeld.

Bei Wolfsburg, Pokalsieger von 2015, kamen nach der Pause Arnold, Sael Kumbedi und Elvis Rexhbecaj. Und es war der Kapitän, der aus 30 Metern Zwick erstmals überwand. Mehr Ruhe brachte das aber nicht ins Spiel des VfL – ganz im Gegenteil. Schlussmann Zielinski spielte den Ball genau in die Füße von Saliger, der Danke sagte und zum 2:1 traf. Arnold erzwang erneut aus der Distanz die Verlängerung, in der es weiter hin und her hing.

Würzburger Kickers – 1. FC Köln 1:2 (1:0)

Dank Doppelpacker Isak Johannesson hat der 1. FC Köln die Auftakthürde im DFB-Pokal gemeistert. Das Team von Trainer René Wagner erkämpfte sich in der ersten Runde ein 2:1 (0:1) beim Drittligisten Würzburger Kickers, überzeugte dabei spielerisch aber lange nicht. Auch Jungstar Said El Mala, der nach langem Hin und Her seinen Vertrag beim FC verlängert hatte, blieb unauffällig. „Das war schwer, aber wir sind sehr glücklich, dass wir die nächste Runde erreicht haben“, sagte Johannesson bei Sky.

Ein Klassenunterschied war am Montag kaum zu sehen – im Gegenteil: David Abrangao (18.) schockte den FC mit seinem frühen Treffer. Doch auf Johannesson war Verlass. Der Isländer drehte das Spiel mit seinen Toren (62., 77.) zugunsten der Kölner, die trotz aller spielerischer Mängel immerhin Moral bewiesen.

Fünf Tage vor dem Ligaauftakt gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) klappte beim Favoriten lange nichts. Zwar hatte Ragnar Ache (8.) früh eine gute Chance aufs 1:0, doch mit seinem Kopfball scheiterte er an Marko Rajkovacic im Tor der Kickers. Wenig später geriet Köln bereits in Rückstand: Abrangao köpfte den Ball im hohen Bogen aufs Tor, Marvin Schwäbe kam nicht mehr heran.

Der FC war um eine Antwort bemüht, fand aber kein Mittel gegen die aufmerksame Defensive des Drittligisten. Beim Ausgleich hatte Köln Glück: Ache trat über den Ball, sodass Johannesson im Würzburger Strafraum frei zum Schuss kam. Das Tor gab dem FC Auftrieb, Johannesson traf kurz darauf erneut, stand aber im Abseits.

Bei den Würzburgern schwanden nun die Kräfte, und das nutzte der FC: Johannesson traf nach Vorlage des eingewechselten Linton Maina zur mittlerweile verdienten Führung. Kurz vor Schluss traf der Würzburger Liam Omore (90.+3) den Pfosten.

SC Verl – Hamburger SV 0:3 (0:1)

Der Hamburger SV hat die erste Hürde im DFB-Pokal gemeistert. Die Norddeutschen gewannen am Montagabend mit 3:0 (1:0) beim Drittligisten SC Verl. Damit überstand der HSV die erste Runde zum sechsten Mal in Folge.

Albert Grönbaek (41., 46.) und Louis Lemke (50.) sorgten mit ihren Toren für einen erfolgreichen Pflichtspielauftakt für die Hamburger, die sich in der ersten Halbzeit zunächst lange schwer getan hatten. Seinen Zweitrundengegner erfährt der HSV bei der Auslosung am 5. September, gespielt wird am 27. und 28. Oktober.

Verl war mit zwei deutlichen Niederlagen in die neue Saison in der 3. Liga gestartet, HSV-Trainer Merlin Polzin warnte vor der Partie dennoch vor dem Gegner: „Es ist eine Mannschaft, die den Ball haben will, die zocken will. Wir haben uns detailliert vorbereitet, um der Aufgabe gewachsen zu sein“, sagte er bei Sky. Mit Sebastiaan Bornauw, Martin Adeline und Patson Daka bot Polzin gleich drei Neuzugänge in der Startelf auf.

In Gedenken an den verstorbenen Vereinsmäzen Klaus-Michael Kühne liefen die HSV-Profis mit Trauerflor auf, in der mit 5207 Zuschauern ausverkauften Sportclub-Arena taten sie sich zunächst indes schwer. Die ersten Offensivaktionen gehörten dem Außenseiter, der Distanzschuss von Mika Clausen (13.) verfehlte sein Ziel nur knapp. Auch danach kam Verl der Führung mehrfach nahe.

Bis zum ersten Torschuss der Rothosen dauerte es 31 Minuten, erst gegen Ende der ersten Halbzeit verschärfte der Favorit das Tempo etwas – und belohnte sich prompt: Grönbaek behielt allein vor Verl-Keeper Timo Schliek die Nerven.

Direkt nach Wiederanpfiff stand der Däne erneut im Mittelpunkt: Nach einem Dribbling über die linke Seite erhöhte er für den HSV. Kurz darauf sorgte der erst 16-Jährige Lemke für klare Verhältnisse. Die Norddeutschen verwalteten die Führung nun ohne größere Probleme.