Brandenburg kauft der NRW.BANK ihre Hälfte an der Investitionsbank des Landes ab und stockt das Eigenkapital um eine Milliarde Euro auf. Die ILB soll damit von der Förderbank zur Investitionsbank werden – und Geld mobilisieren, das der Landeshaushalt nicht hergibt.

Glasfassade des ILB-Neubaus in der Babelsberger Straße in PotsdamDer Sitz der Investitionsbank des Landes Brandenburg in Potsdam. Foto: Leo Seidel/ILB, CC BY-SA 4.0ILB gehört künftig zu 100 Prozent dem Land

Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtages erwirbt Brandenburg die restlichen 50 Prozent der ILB-Anteile, die bisher die NRW.BANK hält. Das Land rechnet mit einem Kaufpreis von rund 170 Millionen Euro. „Die ILB war schon bislang unsere Brandenburg-Bank, aber nun gilt für die ILB endgültig: 100 Prozent von und für Brandenburg“, sagte Finanzminister Daniel Keller.

Zum Kauf kommen zwei Eigenkapitalerhöhungen von je 500 Millionen Euro in den Jahren 2027 und 2028.

Warum eine Milliarde mehr bewirken soll als eine Milliarde

Der entscheidende Punkt steckt in der Mechanik: Als Bank kann die ILB nicht nur Zuschüsse ausreichen, sondern Kredite, Bürgschaften und andere Finanzierungsinstrumente einsetzen. Mehr Eigenkapital heißt mehr Spielraum, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren – und damit ein Vielfaches an Investitionen anzustoßen.

„Jeder zusätzliche Euro Eigenkapital erhöht unsere Möglichkeiten, Finanzierungsmittel für Unternehmen, Kommunen und andere Investoren im Land bereitzustellen“, sagte ILB-Vorstandschef Ulrich Scheppan. Keller wird deutlicher: Die nötigen Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Innovation, Gesundheit, Energiewende, Wohnungsbau und Wachstum seien „nicht allein aus dem Landeshaushalt“ zu stemmen. „Gerade in Zeiten von schwierigen Haushaltslagen und sinkender Bundes- und EU-Zuweisungen brauchen wir die ILB als Investitionsmotor.“

Fünf Prozent weniger Personal

Zur Neuaufstellung gehört auch ein Sparbeitrag. Scheppan kündigte an, die Mitarbeiterkapazitäten in den kommenden Jahren schrittweise um fünf Prozent abzubauen – entsprechend den im Koalitionsvertrag formulierten Zielen der Landesregierung. Kompensiert werden soll das durch digitalisierte Abläufe und ein neues Kernbankensystem.

Das Finanzministerium selbst gründet zudem eine zentrale Stelle Förderwesen, die Steuerung und Standardisierung der Förderung bündeln soll.

Was das für die Lausitz heißt

Für die Region ist die ILB kein abstraktes Gebilde: Über sie laufen die Fördermittel, mit denen Kommunen Kitas, Häfen, Radwege und Gewerbeflächen bauen. Wenn die Bank künftig zusätzlich als Kreditgeberin und Mitfinanziererin auftritt, verändert das die Möglichkeiten für Vorhaben, die bislang an fehlenden Eigenanteilen scheiterten.

Titelbild: © Leo Seidel/ILB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Newsletter

Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten

Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Jetzt kostenlos abonnieren

Weitere aktuelle Meldungen aus der RegionHeute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick

Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht

Red. / Presseinformation