Gut Ding will Weile haben. Dieser Sinnspruch wurde bei der Grundsteinlegung des neuen Wohnquartiers an der Festenbergstraße in Eller gleich mehrfach strapaziert. Vor gut zehn Jahren stieg die Vivawest in das Projekt ein, mit rund 4100 Wohnungen, 800 allein in Eller, ist das Unternehmen aus Gelsenkirchen in Düsseldorf eine feste Größe. Das Problem: Das gut 17.000 Quadratmeter große Areal war früher ein reines Gewerbegebiet. „Wohnen war hier nie vorgesehen“, sagt Sandra Wehrmann, Vorsitzende der Geschäftsführung. Heißt: Der Flächennutzungsplan musste geändert, fünf Bodengutachten erstellt werden, zig weitere Untersuchungen zu Schall, Verkehr oder Verschattung wurden in Auftrag gegeben, zwei Workshops mit der Nachbarschaft fanden statt. „Allein der städtebauliche Vertrag hatte dann noch mal 74 Seiten“, so Wehrmann.
Aber die Geduld hat sich ausgezahlt, denn jetzt konnte endlich der erste entscheidende Schritt gemacht werden. Entstehen sollen 259 Wohnungen in 18 Häusern – 94 davon öffentlich gefördert, 22 aus dem preisgedämpften Segment. „Wir sehen es gerne, wenn an einem Ort, wo Gewerbe nicht mehr funktioniert, Wohnen möglich gemacht wird“, sagt Oberbürgermeister Stephan Keller, der die Vivawest als „verlässlichen Partner“ lobt – was bekanntlich in der Baubranche keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Stadt habe für das Bauvorhaben zudem eine Landesförderung von 20 Millionen Euro akquiriert, hinzu würden aus dem städtischen Impulsprogramm rund 3,3 Millionen Euro kommen, um die preisgedämpften Wohnungen zu bedienen.
Mitte 2028 soll alles fertig sein, die parallel entstandene vierzügige Kita auf zwei Etagen an der 300 Meter entfernten Oelser Straße ist hingegen schon so gut wie fertig. Sie wurde von der Kleusberg GmbH errichtet und soll bereits zum 1. September den Betrieb aufnehmen, Träger ist erstmals der Kinderschutzbund. Name: „Blauer Elefant“.
Dank der Modulbauweise lag zwischen Baubeginn und Fertigstellung deutlich weniger als ein Jahr. Künftig finden dort bis zu 78 Kinder auf mehr als 850 Quadratmetern Nutzfläche einen Betreuungsplatz. Eine Gruppe ist für Kinder im Alter bis drei Jahren vorgesehen, neben einer Ü3-Gruppe gibt es auch eine gemischte. Außer dem großzügigen Innenbereich bietet die Kita ein eingezäuntes Außengelände, das rund 1000 Quadratmeter groß ist. „Wir sind kein sonderlich erfahrener Träger, das ist eine echte Premiere für uns, umso dankbarer sind wir der Stadt für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagt Hauke Duckwitz, Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Düsseldorf.
Auf dem Areal in Eller laufen die Rohbauarbeiten an den 18 Wohngebäuden derweil auf Hochtouren. Mit der Umsetzung hat Vivawest Zech Bau aus Essen beauftragt. „Wir haben bereits im Quartier La Roche an der Worringer Straße mit fast 450 Wohnungen erfolgreich mit Vivawest zusammengearbeitet und freuen uns, dass wir auch für dieses Projekt den Zuschlag erhalten haben. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass sich die künftigen Mieter hier wohlfühlen werden“, sagt Niederlassungsleiter Oliver Knörr.
Die Grundrisse der 259 Wohnungen (ein bis vier Zimmer) sollen mit Wohnflächen von rund 28 bis 117 Quadratmetern Singles, Senioren, Paare, aber auch Familien ansprechen. Aufzüge vom Dachgeschoss der sechsstöckigen Häuser (vier Vollgeschosse plus ausgebaute Dachgeschosse) bis in den Keller stellen einen schwellenlosen Zugang sicher.
Sämtliche Gebäude werden per Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt und entsprechen dem KfW-55-Standard. Für die Autos der künftigen Mieter wird eine Tiefgarage mit 158 Stellplätzen errichtet, von denen die Hälfte bereits zur Nutzung von E-Mobilität vorgerüstet ist, 57 Außenstellplätze auf dem Grundstück kommen hinzu. Vier stattliche Buchen auf dem Grundstück können erhalten werden, insgesamt sollen nach der Fertigstellung 134 Bäume Schatten spenden. Der Erstbezug ist für den Herbst 2028 vorgesehen. Die Vermarktung der Wohnungen und Häuser startet voraussichtlich im vierten Quartal kommenden Jahres.